Paganizer Interview

Kompromissloser old schooliger Death Metal ist doch einfach eine schöne Sache, die dank Bands wie Paganizer am Leben erhalten wird. Wie jedes Jahr gab es auch dieses Jahr mit „Murder Death Kill“ eine neue Platte, die einfach nur Hammer ist! Also mal wieder Rogga angemailt und auf dem Zahn gefühlt.

Rogga, erstmal Glückwunsch zu „Murder Death Kill“! Das ist ja wieder einmal ein verdammt geile Scheibe geworden, old school as fuck! Wie zufrieden bist Du selber damit?
Ich muss sagen, dass wir alle total zufrieden mit dem Album sind, es ist genauso geworden, wie wir es haben wollten. Wenn man die Art von Old School Death Metal spielt ist der Sound nie so wichtig wie für Bands, die sehr technische Musik spielen, obwohl wir immer versuchen, einen Sound hinzukriegen, der fett genug, die Boxen umzuhauen. Mieszko (Nasum) hat das Album in seinem Soundlab-Studio produziert und wir sind beeindruckt, dass er uns genau den Sound verpasst hat, den wir haben wollten. Wir werden unsere nächste Platte ganz sicher wieder bei ihm aufnehmen.

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf das Album?
Besser als wir erwartet hätten, jeder scheint das Album zu lieben. Ich glaube die meisten Reviews, die ich bisher gelesen habe (was eine Menge waren) haben uns 7 von 10 Punkten gegeben, nur zwei oder drei waren niedriger. Ich bin sehr glücklich, dass so viele Leute die Schiebe mögen. Wir sind eigentlich davon ausgegangen, dass es schwer werden würde, die Leute dazu zu bringen, „Murder Death Kill“ mehr als seinen Vorgänger „Dead Unburied“ zu mögen, aber bisher sind die Reaktionen einfach unglaublich.

Ihr habt mal wieder das Label gewechselt, seit von Forever Underground zu X-Treem Music gegangen. Warum? Seit ihr zufrieden mit ihrer Arbeit? Werden sie auch euer nächstes Album veröffentlichen?
Wir haben uns entschlossen, X-Treem auszuprobieren, da sie ein spanisches Label sind und wir unseren Schwerpunkt auf Europa legen wollten. Forever Underground hat auch gute Arbeit für uns geleistet, aber X-Treem haben es geschafft, dass unser Name in Europa bekannter wird und den Leuten was sagt. Bisher sind wir sehr zufrieden mit ihnen, sie kümmern sich um die Promotion, Interviews und sind dazu noch Webmaster für www.paganizer.com. Wir haben uns entschieden, dass nächste Album ebenfalls bei X-Treem rauszubringen, was irgendwann um Mai nächsten Jahres sein wird.

Wie gehen die Arbeiten am neuen Album denn voran?
Verdammt gut, wir beinahe das ganze Material fertig. Wir werden in den nächsten Wochen im Proberaum einige Soundclips aufnehmen und auf unsere Site stellen, da kann sie sich dann jeder anhören. Ich denke, es wird den Leuten gefallen, die die schnelleren Sachen auf „Murder Death Kill“ gemocht haben.

Worum drehen sich die Lyrics auf „Murder Death Kill“?
Die Themen, mit denen ich mich befasse sind meistens anti-religiöser Natur oder die allgemeine Blödheit des Menschen. Es ist nicht schwer, darüber etwas zu schreiben, wo doch jeden Tag um uns herum so viel Scheiße passiert. Ich habe auch kein Verlangen, irgendwelche Gore-Texte zu schreiben, die ganzen technischen US-Band machen dass sowieso viel besser als ich.

Was soll das Cover ausdrücken?
Ich denke das Cover passt sehr gut zu den Texten, es soll die Krankheit der Religion zeigen. Genau genommen war das Cover schon vor dem Album fertig und als ich es das erste Mal beim Künstler zu Hause sah, wusste ich, dass es genau zum Album passen wird. Wir kümmern uns sehr um das Artwork unserer Scheiben und ich denke dass es eine große Rolle spielt, wenn sich die Leute entscheiden, ob sie eine Scheibe im Plattenladen aus dem Regal ziehen.

Ich habe gehört, dass ihr mit Fleshcrawl und Misanthropic auf Tour gehen sollt. Wie sicher ist das? Wann wird die Tour sein?
Ja, habe ich auch gehört haha! So weit ich von unseren Freunden Misanthropic weiß, die uns die Tour angeboten haben, ist es zu 99% sicher, dass sie stattfinden wird. Ich habe keine Idee, wie viele Shows es sein werden und in welchen Städten wir spielen werden, aber ich weiß, dass die Tour im April bis Juni in Deutschland sein soll. Hoffentlich ist unser neues Album dann draußen, damit wir es bei den Shows promoten können.

Das wird dann eure erste Tour sein, oder?
Ja, die Tour wird das erste größere Event sein, an dem Paganizer teilnehmen werden, deswegen hoffen wir auch alle, dass sie stattfinden wird. Ich hab schon Deranged getourt, aber dieses Mal würde ich Gesang und Gitarre meistern müssen, was bedeutet, dass ich eine Menge weniger vor der Show trinken kann, was verdammt schade ist… haha!

Du hast Dan Swanö auf „Crimson II“ geholfen. Wie groß war dein Anteil an den Vocals? Es gibt Gerüchte, dass Dan beinahe den kompletten Gesang selbst gemacht hat. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Woher kennst du Dan?
Ich habe das Gerücht auch gehört und ich denke, es basiert darauf, dass Dan und ich ziemlich ähnlich singen, so dass man nur schwer einen Unterschied hören kann. Dan hat mir halt gesagt, ich solle möglichst so klingen wie er, also hab ich das getan. Ich kann aber soviel sagen: Dan singt die ersten beiden Lines auf dem Album und einige Parts im späteren Teil des Albums, aber 90% der Growls sind von mir eingesungen worden. Ich bin stolz, dass Dan mich bat, ihm zu helfen und der Meinung war, dass unsere Stimme zueinander passen würden. Das stört es mich nicht, dass viele Leute denken, dass der Gesang von Dan wäre, solange sie mögen, was sie hören. Ich kenne Dan seitdem er „Dead Unburied“ für uns gemastert hat und seitdem helfen wir uns gegenseitig.

Du hast ja sogar ein Old School-Projekt mit Dan und einem Ex-Mitglied von Paganizer am Start! Erzähl’ doch darüber mal ein wenig.
Yeah, es heißt Ribspreader und ist eigentlich Old School Death Metal ähnlich wie Paganizer. Ich singe und spiele die Gitarre, Andreas (ex-Paganizer) ist ebenfalls an der Gitarre und Dan spielt die Drums. Das Album wird 8 Songs haben und in Dans The Room-Studio aufgenommen werden und via Forever Underground auf den Markt kommen. Wir saßen einfach rum und haben innerhalb weniger Wochen das Material geschrieben und es gleich aufgenommen, von daher ist es sehr spontaner brutaler Death Metal, genau wie wir ihn mögen. Ich denke nicht, dass es wie eine Kopie von Paganizer klingt, da Dans Drumming ganz anders ist und die Hälfte des Materials von Andreas geschrieben wurde. Das Album heißt „Bolted To The Crucifix“ und hat ein Killer-Artwork vom finnischen Künstler Tukka Rantanen, der u.a. auch schon für Andramelech gearbeitet hat. Wenn das Album gut ankommt, wird es ganz sicher einen Nachfolger geben. Schaut euch listen.to/ribspreader an, dort werden wir das Cover posten und einige Mp3, wenn das Album abgemischt wurde.

Was hältst du von den letzten Unleashed- und Grave-Alben, zwei legendären Death Metal-Bands?
Ich mochte sie am Anfang nicht, keines der beiden Alben. Das Grave-Album hatte zu wenig notwendige Geschwindigkeit und das Unleashed-Album ist einfach grauenvoll. Aber mit der Zeit mochte ich das Grave-Album mehr und mehr, auch wenn es nicht ihr bestes Album ist. Ich finde das Teil von Unleashed immer noch schlecht, aber ich mag von ihnen auch nur die ersten beiden Scheiben. Auf die neue Platte von Dismember bin ich echt gespannt, denn die Jungs haben es immer geschafft, gute Alben zu machen, auch wenn mancher Kram für meinen Geschmack ein wenig zu melodisch ist.

Ihr bringt ja jedes Jahr ein Album raus… Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag, nur Songs schreiben? Wie oft probt ihr? Wer von euch schreibt die Songs? Seit ihr alle arbeitslos oder Studenten? Ich meine, irgendwo her muss die ganze freie Zeit doch kommen
Momentan proben wir nicht mehr als ein- oder zweimal die Woche. Ich schreibe den Großteil der Musik, manchmal vier Songs in einer Woche. Natürlich werden nicht alle Songs davon aufgenommen, aber die meisten nehmen entweder für Paganizer oder ein Projekt. Als wir 1998 anfingen waren wir alle Studenten, aber mittlerweile arbeiten die meisten ganz normal, außer mir haha! Ich sitze zu Hause, trinke Bier und höre Musik, jedenfalls die meiste Zeit des Tages. Ich habe gearbeitet, aber jetzt bin ich halt ohne Job, was mir eine Menge freier Zeit gibt, um Sachen zu schreiben.

Was hältst Du von Coversongs? Werden Paganizer jemals einen aufnehmen? Wenn ja, welchen würdest Du wählen?
Ich finde Coversongs cool, solange es nicht die übliche Wahl ist. Ich meine, eine Gore-Band die „Hammer Smashed Face“ covert, ist einfach nur langweilig und jede Band, die irgendwas von „Reign In Blood“ covert ist eine zuviel. Wir haben schon öfter über Coversongs gesprochen aber es niemals auf die Reihe bekommen, eine aufzunehmen. Der aktuellste Song, den wir wohl auch aufnehmen werden, ist Hypocrisy´s “Pleasure of Molestation“. Ich glaube, wir könnten unsere Version ebenso brutal wie das Original klingen lassen und gleichzeitig unseren Paganizer-Touch hinzufügen. Wenigstens hoffe ich das.

Death Metal boomt momentan. Verfolgst du die aktuellen Veröffentlichungen? Was hältst du von dem momentanen Boom?
Diese neue zweite Welle des Death Metal ist großartig, wenn du mich fragst. Eine Menge alter Bands sind wieder zurück und es gibt eine Menge mindestens genauso guter Neuer. Ich habe die neuen Scheiben von Vader und Six Feet Under gekauft (obwohl ich deren Entwicklung die letzten beiden Platten nicht mag) und beide sind ziemlich gut. Ich bekomme viele neue Platten von den Labels, mit denen wir arbeiten und das meiste klingt ziemlich gut. Das Einzige, was mich ein wenig traurig stimmt, ist die Tatsache, dass so wenig Bands brutalen Old School spielen, wie wir es tun. Ich hätte gerne mehr Bands, die sich auf eine Killerproduktion und heavy Death Metal konzentrieren als entweder retro zu klingen oder zu sehr US-beeinflusst zu sein, mit Blasts und technischen Songs. Aber das ist nur, was ich denke.

Spielt ihr nächstes Jahr bei irgendwelchen Festivals?
Ich habe das gehofft, aber bisher ist noch niemand an uns herangetreten. Nach dem neuem Album wollen wir uns eine Booking-Agentur suchen, die uns aufnimmt. Festivals quer durch Europa zu spielen finde ich um einiges interessanter als eine Tour, von daher hoffe ich, dass wir noch was angeboten bekommen. Wenn ein interessierter Booker das hier liest, soll er mir mailen.

Fuck The Commerce wäre doch cool. Kennst du das?
Ja, das ist ein cooles Festival. Neben Wacken wäre es das Festival, auf dem ich sehr gerne spielen würde.

Gab es einen Moment, wo Du Paganizer beenden wolltest?
Einige Momente gab es, an denen ich komplett neu beginnen wollte, aber nie aufhören. Wenn ich Paganizer beenden würde, würde es die Band nie wieder geben, da sowohl Musik als auch Bandname meiner sind. Aber im Moment läuft alles so gut, dass ich davon ausgehe, dass wir noch viele Jahre in der Szene bleiben werden. Leute, die so tief im Death Metal stecken wie ich, wimpen nicht aus, wie das so viele andere Bands tun haha!

Welchen fünf Alben lauscht du im Moment?
Vader – Blood, Vomitory – Revelation Nausea, Six feet under – Haunted, Entombed – Inferno and also the latest Johnny Cash – American IV.

So Alter, danke für das Interivew. Noch weise letzte Worte?
What to say besides; if you like death metal you most likely will like Paganizer so check out “Murder death kill” or the mpo3´s at our site www.paganizer.com

www.paganizer.com
www.xtreemmusic.com

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Paganizer Interview

Paganizer sind in Deutschland schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr, aber dennoch haben diese, in meinen Augen, nicht den Bekanntheitsgrad, den sie eigentlich verdienen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Als ich demletzt mal wieder dem aktuellen Album ”Murder death kill” lauschte, kam mir die spontane Idee mit Rogga, dem Leader von Paganizer, ein kleines Interview zu machen, und was dabei herumgekommen ist, könnt Ihr hier nun lesen.

Hi Rogga! Euer aktuelles Album ”Murder death kill” ist ja das totale Schwedentod-Brett. In der Anfangszeit hat sich Paganizer aber noch ganz anders angehört. Wie kam es dazu, dass ihr euren Stil geändert habt?

Ganz am Anfang war unser Stil garnicht viel anders als heute. In unseren vorherigen Bands sowie mit Paganizer spielten wir den gleichen Schweden Death wir heute. Als wir dann unseren ersten Plattenvertrag in der Tasche hatten, dachten sich die anderen Jungs aus der Band, wir müssten unbedingt mehr in Richtung Retrothrash gehen, wie es zu diesem Zeitpunkt auch viele andere Bands machten. Nach dem ich dann keine Lust mehr hatte, weiterhin solche Musik zu spielen, und aus der Band ausstieg, brach diese auseinander. Da der Bandname auf meinem Mist gewachsen ist, habe ich mir neue Musiker gesucht, um dann unter dem Namen Paganizer das nächste Album ”Promoting total death” aufzunehmen. Das klang dann genau so, wie ich es bei unserem Debüt gerne gehabt hätte.

Ihr seid erst seit ”Murder death kill” bei Xtreem Music unter Vertrag, davor wart ihr bei dem amerikanischen Label Forever Underground. Wie kam es dazu?

Wir beschlossen es mal mit Xtreem Music zu versuchen, da Forever Undergound keinen Vertrieb in Europa hatte. Wir haben sehr lange nach einem europäischen Label gesucht, welches unsere alten Alben pressen sollte, doch irgendwann war uns das zu anstrengend, und wir beschlossen bei Xtreem Music ein komplett neues Album aufzunehmen. Forever Unerground ist ein wirklich gutes Label, wenn du mich fragst, aber wir wollten unsere Musik eben in dem Teil der Welt veröffentlichen, in dem wir auch leben.

Wer schreibt bei euch die ganzen Songs?

Ich schreibe fast die komplette Musik und alle Texte. Unsere letzten Leadgitarristen haben zwar hier und da mal ein paar Riffs geschrieben, aber der größte Teil der Songs kommt aus meiner Feder. Ich ziehe es vor, die Musik so zu machen, wie ich sie fühle und das geht eben am bestens, wenn man es selbst macht. Kann sein, dass ich ein Banddiktator bin.

Wie waren so das Feedback eurer Fans und allgemein zu eurem aktuellen Album?

Das Feedback war bis jetzt einfach nur großartig. Das erste schlechte Review, das ich gerade letzte Woche gelesen habe, war in einem schwedischen Magazin. Der Typ liebte unser letztes Album, aber er fand es wohl nicht gerade sehr toll, dass wir dieses Album nicht im Sunlight Studio aufgenommen haben, und hat uns deswegen ein schlechtes Review gegeben. Wenn es wegen der Musik gewesen wäre, könnte ich es ja verstehen. Was für ein Idiot. Egal. Von dem einen Review mal abgesehen, habe wir nur positive Reviews bekommen. Die meisten Leuten gefällt es sehr gut, andere mögen es und denken vielleicht, dass es nicht sehr originell ist. Aber wir brauchen den Death Metal nicht neu zu erfinden und schreiben auch so gute Songs.

Plant ihr Auftritte oder vielleicht sogar eine Tour für`s nächste Jahr?

Also im Moment sind keine Gigs geplant. Schweden hat eine sehr kleine Liveszene, aber ein sehr großes Angebot an Bands. Was auch noch erschwerend dazu kommt, ist die blöde Tatsache, dass die Abstände zwischen den großen Städten sehr groß ist, und es nur sehr wenige Clubs gibt. Bei den lokalen, größeren Bands ist das natürlich etwas anderes, die bekommen Ihre Gigs. Wir kommen leider aus einer Gegend, wo man schon etwas weiter fahren muss, um zu einer größeren Stadt zu kommen. Was geplant ist, ist eine kleine Tour mit Misanthropic und Fleshcrawl oder Soul Demise, was hoffentlich auch klappen wird. Mit solchen exzellenten Bands machen wir uns hoffentlich nicht lächerlich (lacht).

“Murder death kill” wurde im legendären Soundlab Studio von Mieszko Talarzcyk (Nasum) aufgenommen. Wie seid ihr dazu gekommen? Seid ihr mit dem Endresultat zufrieden?

Wir wollten einfach mal etwas anderes probieren, und deswegen haben wir uns entschieden “Murder death kill” dort aufzunehmen. Außerdem liegt das Soundlab näher an unserem Wohnort (lacht). Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, und haben das Studio auch schon gleich für unser nächstes Album gebucht, welches wir dann im März nächsten Jahres aufnehmen wollen. Mieszko versteht sein Handwerk, was doch alles wesentlich einfacher macht (da wir am Ende immer zu viel getrunken haben und wirklich schlecht spielen).

Gibt es eine Band, mit der du unbedingt mal zusammen rocken willst?

Da gibt es einige Bands, aber ich weiß nicht, ob das wirklich gut für uns wäre. Ich denke mal, dass wir ganz schön amateurmässig rüberkommen würden, wenn wir vor Morbid Angel oder vor Vader spielen würden (lacht). Was soll`s. Wenn wir mit Grave oder Dismember spielen könnten, wäre das schon ziemlich Killer, da wir alle mit dieser Musik aufgewachsen sind. Eine andere Band mit der wir noch gerne zusammen spielen würden, ist Disfear. Ich mag ihren Crust/Death sehr, und Disfear und Paganizer wären live bestimmt eine Killermischung.

Euer Leadklampfer hat vor kurzem eure Band verlassen. Kannst du mir die Gründe dafür nennen?

Er war ein Arschloch (lach)! Nein, ich mach nur Spaß. Er hat einfach die Motivation für Paganizer verloren. Er rutschte immer mehr auf die softere Schiene ab, wie z.B. Unicorn und Nightingale, und er wollte seine eigene Band aufziehen, mit der er dann auch solche Musik machen kann. Er konnte sich aber nicht sehr lange dem Death Metal entziehen, denn wir haben zusammen (und Dan Swanö an den Drums) ein Sideproject namens Ribspreader. Ende August wollen wir unser Debüt aufnehmen, welches dann unter unserem alten Label Forever Underground, wahrscheinlich im Winter, erscheinen wird. Die Musik geht so in etwa in Richtung Paganizer, aber mit dem Unterschied, dass Dea und ich uns das Songwriting teilen und eben Dan Swanö die Drums spielt.

Habt ihr schon neue Song für das kommende Album? Werdet ihr den Stil von “Murder Death Kill” beibehalten?

Ja, wir haben neues Material geschrieben. Zur Zeit haben wir vier neue Songs. Die sind schon sehr im Stil von “Murder death kill”, nur ein wenig schneller. Das Material geht vom Feeling her eindeutig in die Richtung des Songs “Bleed unto me”, denn das ist derjenige, der uns allen am besten gefällt. Die neuen Stück haben auch schon Namen, “No divine rapture”, “Rotting soul”, “Brutally torn sanity” und “Bolted to the crucifix”, und sie klingen besser als alle Songs, die wir bis jetzt geschrieben haben, wenn du mich fragst.

Du hast beim kommen Album von Edge of Sanity mit eingesungen. Wie kam das zustande? Hast du noch andere Projekte?

Ja habe ich, und es ist wirklich sehr fett geworden. Es hat damit angefangen, das Dan Swanö mir einen Brief geschrieben hat, ob ich nicht bei einem seiner Projekte meine Growls zum Besten geben möchte. Ich dachte natürlich, dass das verdammt cool ist, denn ich bin ein großer Fan von seiner Musik, und als sich dann herausstellte, dass es sich dabei um Edge of Sanity handelte, war ich richtig aufgeregt. Ich fuhr für eine Woche raus zu ihm. Wir nahmen die Vocals auf und tranken ein paar Bier, das war`s. Ich versuchte ihn dazu zu überreden, dass er auch ein Paar Gesangpassagen eingrunzen sollte, aber das wollte er nicht, und so kam es, dass ich alles allein machen durfte. Aber ich glaube, die Fans werden nicht enttäuscht sein, da es sich trotzdem sehr Swanötypisch anhören wird. Und um noch mal auf die anderen Projekte zurückzukommen….da gibt es nur Ribspreader, mit Dan Swanö an den Drums. Wir werden das Album auch in seinem Studio Mixen.

Was macht ihr so, wenn ihr keine Musik macht?

Da gibt es eigentlich nicht viel, was wir so treiben. Ich bin zur Zeit arbeitslos, und verbringe viel Zeit mit Biertrinken und Musikhören, genau so, wie auch die anderen Jungs. Nur Fiebig, unser Drummer, arbeitet zur Zeit in einer Käsefabrik. Ich habe dort auch mal gearbeitet, aber das ist dann irgendwie nicht so gut gelaufen (lacht). Seit dem hänge ich eigentlich rum und trinke Bier, was auch wirklich toll ist, aber ein wenig mehr Geld währe natürlich nicht schlecht (lacht).

Gibt es etwas, was du deinen deutschen Fans noch sagen willst?

Natürlich! Wenn ihr Oldschool Schweden Death mögt, müsst ihr unbedingt unsere letzten beiden Alben “Dead unburied” und “Murder death kill” antesten! Stay Sick!

Danke Rogga und weiterhin viel Erfolg mit Paganizer.

www.paganizer.com

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Paganizer Interview

Old School! Das ist die Methode, nach der Paganizer ihre Mucke schreiben! So wie damals, früher, Anfang des letzten Jahrzehnt, als alles noch besser war, irgendwie, so soll ihr Death Metal klingen. Dieses Vorhaben gelingt ihnen auch mehr als gut, wie man auf ihrem aktuellem Hammeralbum „Promoting Total Death“ anhören kann. Ich erwischte die Schweden im Studio, wo Rogge (voc.) sich meinen Fragen stellte.

Euer Album „Promoting Total Death“ habt ihr bereits 1999 aufgenommen, da ist es ja an der Zeit, an einem Nachfolger zu werkeln. Warum hat es so lange gedauert, bis euer aktuelles Werk uns Hörer erreicht? Und warum habt ihr so lange gebraucht, bis ihr euch an die Aufnahmen für einen Nachfolger gemacht habt?
Nun, das Problem lag beim Label, die Probleme mit der Zensur hatten. Wir haben ihnen lange Zeit gelassen, diese Probleme zu lösen (und du kannst mir glauben, diese Zeit kam uns wie eine Ewigkeit vor), aber nach langer Zeit haben wir uns dann nach einem anderen Label umgeschaut, daß unser Album auf den Markt bringen wollte. Forever Underground haben uns ein faires Angebot gemacht und wir haben uns daher entschlossen, sie den Release machen zu lassen. Der Grund, aus dem die Recordingsessions so spät anfangen, ist der, daß wir auf den Release von „Promoting Total Death“ warten wollten.

Warum hatte ihr Probleme mit der Zensur? Euer Cover oder eure Texte sind doch nicht so wirklich gewalttätig und böse, oder? Hier in Deutschland ist die Zensur ein wenig härter, ist das in Schweden auch so?
Das Label, welches „Promoting Total Death“ zuerst veröffentlichen sollte, hat seinen Sitz in Malaysia und da sind sie in Schwierigkeiten gekommen. Große Teile des Landes sind moslemisch und diese Leute wollten wohl nicht, daß es in ihrem Land ein Metallabel gibt, die solche Musik veröffentlicht wie unsere. Keine Ahnung warum haha! Hier in Schweden haben wir keine Probleme mit Zensur oder so, hier kannst du beinahe alles veröffentlichen ohne in Probleme zu kommen, etwas, das uns sehr gefällt!

Was können wir denn von dem neuen Album erwarten? In welchem Studio seit ihr denn?
Wir sitzen hier im Sunlight Studio und nehmen gerade den Nachfolger, „Dead Unburied“, auf. Gerade haben wir die Vocals fertiggestellt und morgen wird Jörgen von Grave vorbeikommen und einige Gastvocals zu ein paar Songs einsingen. Du kannst einen Nachfolger erwarten, der unser letztes Album in allen Aspekten übertreffen wird! More double bassdrums, grind and more ferocious vocals! Hoffentlich wird die Produktion richtig Arsch treten!

Bist du mit Mighty Music, eurem aktuellen Label, zufrieden?
Mighty Music machen ihre Sache o.k., sie haben unser Album von Forever Underground lizensiert und kümmern sich um die Distribution in Europa. Bisher haben wir durch sie eine Menge Interviews geben können und sie haben das Album in die Läden gestellt, also genau das getan, was wir von ihnen erwarten.

Ist euer Line-Up immer noch das gleiche? Hast du jemals dran gedacht, ein viertes Mitglied aufzunehmen, daß dir entweder den Baß oder den Gesang abnehmen würde?
Unser Line-Up hat sich verändert seit dem letzten Album. Ich und Fiebig, unser Drummer, sind immer noch dabei. Der Gitarrist von unserem Debüt „Deadbanger“ ist zu uns zurückgekehrt und wir haben erst kürzlich einen Basser, Oskar, aufgenommen. Seitdem mache ich die Vocals und die zweite Gitarre, sowohl live als auch im Studio, was bisher großartig funktioniert.

Was denkst du über „Promoting…“, nachdem einige Zeit vergangen ist?
Man weiß immer, daß man es hätte besser machen können, doch trotzdem sind wir sehr zufrieden mit dem Album. Das Album hat uns auf dem Markt richtig bekannt gemacht und bisher nur tolle Reaktionen eingefahren. Ich glaube, ich habe bisher nur eine Handvoll Reviews gelesen, in denen der Typ die Musik nicht mochte, was mehr als o.k. ist.

Wie würdest du eure Musik beschreiben?
Old fashioned brutal death metal… the Swedish way! Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Wir behaupten gar nicht besonders originell noch gute Musiker zu sein, aber wir brennen für die Musik, die wir erschaffen und das wird sich niemals ändern.
Welche Bands haben euch denn so beeinflußt? Ich denke mal die ganze Schwedenchose, Dismember, Entombed, Grave….
Da denkst du richtig! Das sind genau die Bands, die wir uns anhören und von denen wir unsere Einflüsse nehmen. Vielleicht nicht grade die melodischen Parts, aber das gesamte Feeling, das man im schwedischen Death Metal findet. Das ist auch genau das, was wir immer in uns trugen und tragen werden. Und jetzt ist es losgelassen… haha!

Was hälst du denn von den heutigen Grave und Unleashed, über die man doch geteilter Meinung sein kann? Wie sieht’s deiner Meinung nach mit Entombed und Dismember aus?
Oh, wir haben das Sunlight einen Tag nach Grave geentert, die hier gerade die Basic-Tracks für ihre neue Scheibe eingespielt haben und was ich so gehört habe, wird das Ganze wohl wieder zurück zum alten Sound gehen, allerdings immer noch mit dem Gitarristen als Sänger, der meiner Meinung nach das letzte Album total ruiniert hat. Dismember und Unleashed sind noch in guter Verfassung, aber Entombed sind seit einigen Alben wirklich schlecht, wenn du mich fragst. Ich mag ihre alten Sachen, auch wenn ich zugeben muß, daß sie nie Favoriten von mir waren. Ich mochte Grave und Dismember schon immer mehr.

Was hälst du von der (schwedischen) Death-Szene heutzutage? Gehörst du „Zur-früher-war-alles-besser“-Fraktion?
Die schwedische Szene ist besser als jemals zu vor, wenn du mich fragst. Es gibt hier Unmengen großartiger Death und Black Metal-Bands, die nur darauf warten die Welt zu erobern. Selbst wir, die wir den alten Bands den meisten Tribut zollen, haben immer noch dieses geile Gefühl, wenn man eine neue tolle Band entdeckt. Genauso wie damals, als man noch vierzehn war.

Wie wichtig ist das Internet für dich?
Sehr wichtig, da 99% unserer Kommunikation mit Zines und anderen Bands diesen Weg nehmen. Wie auch dieses Interview…..

Bist du an anderen Bands oder Projekten involviert? Hat dich also die schwedische Krankheit auch erwischt, an ungefähr tausend Dingen gleichzeitig zu arbeiten? ; )
Hm, kann man wohl so sagen hehe. Wir spielen noch in Carve zusammen, eine mehr vom US-Death beeinflußten Band, wo der Sound eher in Richtung Vader, Hypocrisy und Morbid Angel geht. Bevor wir mit Paganizer ins Sunlight gegangen sind, haben wir mit Carve eine 4-Track-EP aufgenommen (allerdings in einem anderen Studio), die ein echter Killer geworden ist und uns hoffentlich ein Label bringen wird. Daneben haben wir tatsächlich noch tausend andere Sachen wie… Catacomb, Portal, Blodsrit, Dead Sun and Svitjod… um nur mal die aktivsten zu nennen.

Kommst du nicht in Zeitprobleme mit solch vielen Projekten? Wie kannst du das managen mit all’ den Proben, Aufnahmen, Shows, eventuellen Touren, ohne in totale Koordinierungsschwierigkeiten zu kommen? Und warum hast du so eine Menge Bands am Start? Hast du keine Angst, daß du deine Kreativität auf zu viele Dinge streust und so alle nur ein wenig abbekommen, zu wenig vielleicht sogar?
Momentan macht uns alle die Situation mit den vielen Bands nur kreativer! Natürlich starten wir keine neue Band, die wie eine bereits bestehende von uns klingt. Wir wollen nur verschiedene Möglichkeiten haben, alle unsere musikalischen Ideen umzusetzen. Paganizer ist Old School-Death Metal, Carve ist mehr von der US-Szene beeinflußt, Svitjod ist Death Metal mit Viking-Inspirationen und Catacomb ist purer, simpler Death Metal, in das wir Songs packen, die in kein anderes Projekt passen oder die nach Aufnahmen für die anderen Bands übriggeblieben sind. Und da es hier keine Live-Szene gibt, kann man sich ganz gut auf das Proben konzentrieren und die meiste Zeit im Proberaum oder Studio hocken. Würden wir mit einer Band auf Tour gehen, hätte diese natürlich Priorität und wir würden erstmal keine neuen Projekte starten.

Wieviele Gigs habt ihr bisher gespielt? Ist für das neue Album (von Paganizer, um da Verwirrung ob der ganzen Projekte auszuschließen…) eine Tour geplant?
Seit unserem Wechsel im Line-Up haben wir nur einen Gig gespielt, bevor wir das Sunlight besetzt haben. Vor ein paar Wochen haben wir in Göteborg mit Pagan Rites gespielt. Die Show war sehr gut und hat uns Lust auf mehr Gigs gemacht, obwohl die Live-Szene hier in Schweden ja recht beschissen ist. Quasi tot. Bisher ist keine Tour geplant, alles muß bis zum Sommer warten, wenn wir das neue Album rausgebracht haben. Den schlechtesten Gig, den wir jemals hatten, werde ich wohl nicht vergessen…. Wir haben in Stockholm gespielt (diesmal aber mit Carve), ist vielleicht ein Jahr her, und ich sag’ nur soviel: alles ging schief und der Gig direkt Richtung Hölle, zu viel Alkohol kann wirklich bösen Schaden anrichten haha!

In Schweden scheint’s ja mit Möglichkeiten für Live-Auftritte nicht so prall zu sein, wenn man den Gerüchten Glauben schenken kann. Wie sind deine Erfahrungen?
Absolut korrekt, leider. Es ist alles recht tot hier. Wir sollen Malevolent Creation und Catastrophic später im April hier supporten, aber nun sieht es wieder so aus, als wenn die Show abgesagt wird. Hoffentlich wendet sich da noch alles zum Guten, irgendwie.

Würdest du auf eigenes Risiko Shows machen, vielleicht sogar im Ausland, wo die Situation ja besser ist und man eher Shows spielen kann? Würdest du das finanzielle Risiko auf dich nehmen, das ja mit so einer Tour verbunden wäre?
Wir würden natürlich jedes Angebot akzeptieren, daß uns auf Tour bringen würde, solange wir genug Kohle bekommen, um die Reisekosten zu decken. Selbst eine Tour organisieren wäre im Moment jedenfalls unmöglich. Dazu müßte sich unsere ökonomische Lage schon bessern, da die Kosten für Instrumente und Studios verdammt hoch sind in Schweden.

Warum hast du damals angefangen, Metal zu spielen? Und warum grade Old School Death Metal?
Wir waren in Sport scheiße und dem Alkohol und Krach verfallen, da endet man früher oder später in einem Proberaum und spielt irgendeine Art Metal….. Wir spielen Old School DM aus dem einfachen Grund, daß wir es lieben, eben das zu spielen. Uns gefällt eben keine andere Form des Metal so sehr wie Death Metal in seiner originalen pursten Form.

Habt ihr Kontakte mit anderen schwedischen Bands? Wie ist der gegenseitige Support innherhalb der schwedischen Szene?
Wir kennen eine Menge schwedisher Bands, was auch daran liegt, daß viele Bands das Internet entdeckt haben und nutzen. Das maht die ganze Sache einfacher. Daneben sidn wir mit Immolation, Deströyer 666 und Invasion in Kontakt, um mal nur ein paar zu nennen. Beinahe jede Band, die man hier so trifft, ist ok und sind nette Jungs, mit denen man den Kontakt aufrechterhält.

Was sind deine fünf Alltime-Scheiben?
Meine 5-Allltime-Alben? Massacre “From Beyond”, Grave “Into
the grave” and “You´ll never see…”, Vomitory “Revelations Nausea” und ein Vader-Album. Da fehlen aber noch einige Sachen, wenn man wie ich auch total andere Musik mag wie Slayer oder Creedence Clearwater und so’n Zeug!
Danke für das Interview und viel Erfolg mit dem ETERNITY! Old School! Cheers!

Interview aus Eternity #21

www.paganizer.com

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*