Sabaton Interview

Während einer kleinen Pause in der Recording Sessions habe ich die Gelegenheit genutzt und ein Interview mit Par Sundström, dem Bassisten von SABATON geführt.
Die fünf Fallschirmjäger aus Fallun haben Europa mittlerweile im Sturm erobert und einen schwermetallischen Blitzkrieg hingelegt, den seit den Gründertagen des Heavy Metal keine Band mehr geschafft hat. Par war so nett, die Hintergründe und Erfolgsrezepte, aber auch die Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten, etwas näher zu beleuchten.

Euer erstes Album, “Fist for Fight” wurde ursprünglich in 2 verschiedenen Versionen veröffentlich, mit unterschiedlichem Artwork, aber der selben Tracklist.
Allerdings zählt nur eine davon als Debut. Wie kams dazu?

Das Album “Fist for Fight” ist eigentlich eine Zusammenstellung von Demos aus 2 verschiedenen Recording-Sessions. Das Album „Metalizer“, das nun als Doppel-CD erscheinen ist, ist die perfektionierte Aufnahme der Songs von „Fist for Fight“, das nochmals in seiner ursprünglichen Version als Bonus-CD beiliegt.

Die Anfangstage der Band war durch ein ziemliches Durcheinander in geschäftlicher Hinsicht gekennzeichnet, wovon sicher viele kleinere Bands ein Liedchen singen können. Verschobene Releases, Streitereien mit Labels und Vertrieb, mangelhafte Promotion waren auch für Sabaton tägliches Knäckebrot und so kommt‘s manchmal zu einer recht verwirrenden Discographie. Metalizer steht in der chronologischen Reihenfolge der Veröffentlichungen an 3. Stelle, ist aber eigentlich vom Songmaterial und vom Aufnahmedatum her viel älter als die beiden Scheiben, die davor erschienen sind.
Metalizer ist eigentlich das Debut von Sabaton, aber Underground Symphony hatten sich entscheiden, aus einer Reihe von Gründen, das Album nicht zu veröffentlichen.
So wurde aus „Primo Victoria“ der erste offizielle CD-Release und kann als unser Debut angesehen werden.
„Attero Dominatus“ kam dann nach der Primo Victoria und Metalizer wurde erst danach veröffentlicht, allerdings mit einem anderen Artwork und wie schon erwähnt, als 2-CD mit den Urversionen der Demo-Songs als Bonus.

Auf dieser Bonus-CD sind einige Aussetzer auf der Tonspur zu hören, vor allem bei Track Nr. 7. Was ist bloß mit den Masterbändern passiert? Hat Underground Symphony die in Tomatensoße eingelegt?
Wir wissen nicht, an welcher Stelle des Produktionsprozesses es passiert ist, aber eine Rückrufaktion und eine Neupressung hätte sowohl uns als auch unserer Plattenfirma das Genick gebrochen. Aber andererseits sind es nur kleine Aussetzer und die Songs sind ja in der eigentlichen, der besseren Version auf „Metalizer“, der Haupt-CD vertreten und da funktioniert alles.

Wann habt ihr beschlossen, aus Sabaton eine Konzeptband zu machen, die sich sowohl mit ihrem Auftreten als auch ihrem musikalischen Gesamtkonzept mit dem Thema „Krieg“ auseinandersetzt –und aus welchen Gründen?
Wir haben gemerkt, dass wir lieber Texte über Dinge schreiben, die wirklich relevant sind, statt uns Fanatasythemen auszudenken. Es gibt schon genug Metal-Bands die über Fantasy, Bier und Babes singen, den typischen metal-Kram halt. Aber es gibt auch andere Bands die das Thema Krieg besetzen, deswegen halten wir uns nicht für „DIE“ Konzeptband zum Thema Krieg. Ausserdem hat es auch persönliche Gründe. Wir schreiben einfach lieber über historische Themen weil es viel
interessanter ist als Fiktion.

Der Gesangsstil von Joakim ist sehr tief und ziemlich ungewöhnlich. Er hört sich irgendwie nach ner Mischung aus Bud Spencer und ‚nem Panzermotor an. Seine Sprechstimme ist allerdings völlig normal und nicht besonders tief. Wie kam er zu dieser Stilistik und wie halten das seine Stimmbänder aus?
Am Anfang hat Joakim Keyboard gespielt bei Sabaton, aber wir hatten keinen Sänger, also hat er bei einer Probe mal das Mikrophon genommen und es probiert. Wir dachten nicht, dass es gut klingt oder intonativ richtig war, aber es war auf jeden Fall mal was anderes und das war uns wichtiger als technische Perfektion.

Am Anfang eurer Karriere haben die Bandmitglieder viel eigenes Geld in die Band investiert. Wart ihr von Anfang an zuversichtlich, dass ihr groß rausskommt und es sich am Ende auszahlt? Hattet ihr einen Masterplan?
Wir waren damals nicht sicher, dass es funktioniert. Aber wir wollten es so sehr, dass wir beschlossen haben, unser Geld und unsere Zeit reinzustecken. Wir hatten absiolut keinen OPlan, wir waren ja Anfänger in dem Business, kannten niemand und wussten nicht, wie die Sache funtioniert. Da war absolut kein Plan am Anfang.

Wer ist das strategische Superhirn hinter der Sabaton-Kampagne?
Ich glaube, das bin wohl ich. Ich verbringe meine ganze Zeit damit, „gute Sachen“ zu machen, wie ich es nenne. Das ist alles vom wirtschaftlichen Teil über die Routenplanung von Touren, Vertragsabschlüsse, dem Aufbau unseres Studios, Crew anheuern, Interviews geben bis hin zum Kontakt mit unseren Street Teams und Fanclubs.

Euer Line-Up ist ausgesprochen stabil, besonders wenn man bedenkt, dass die Bandmitglieder ihr ganzes „nicht-Musik“-Leben Sabaton opfern mussten. Wie kam es, dass keiner kalte Füsse bekam und sich nach einer weniger riskanten Existenz mit einem geregelten Job und nem kleinen Häuschen in der Vorstadt umgesehen hat?
Wir sind die besten freunde und Familie und wir alle lieben die Band und glauben so fest daran, dass alles andere zweitrangig wird. Wir haben natürlich noch andere Einkünfte als die Band, noch ist es nicht groß genug, vom Rock’n’Roll können wir noch nicht leben. Aber wir haben gelernt zu sparen, wenig Geldauszugeben und einfach zu leben.
Es wäre sicher hart zusehen zu müssen, wenn einer unserer Brüder die Band verlassen würde, ich wünsche mir, dass das nie passiert und wenn ich entscheiden könnte, würden wir in diesem Line-Up für immer zusammenbleiben.

Ihr habt euch letztes Jahr von eurem Management getrennt. Möchtest Du den Lesern etwas über die Gründe mitteilen? Macht ihr euer Booking und Management jetzt
komplett selbst?

Wir haben uns schon immer selbst gemanagt, wir hatten haben und gelegentlich in manchen Bereichen professionelle Hilfe geholt aber wir machen unser Management selbst. Was das europäische Booking angeht, so haben wir unseren vorherige Agent für eine größere Agentur gewechselt. Wir waren der Meinung, dass dieser Schritt notwendig war, um an die größeren Bühnen bei den größeren Festivals ranzukommen und das hat auch funktioniert, da wir nun für fast alle der großen Festivals in Europa gebucht sind. Wir sind aber immer noch befreundet mit unserem alten Booker und wir helfen uns noch gegenseitig.

Kannst Du schon etwas über das neue Album verraten? oder ist das Konzept noch geheim?
Wir sind fertig mit den Drums, einen Großteil der Basslines und Gitarren sind ebenfalls im Kasten. Die Lyrics sind noch nicht ganz fertig, daran arbeiten wir noch. Dafür brauchen wir immer am längsten, da die Melodien immer schon da sind und die Lyrics an die Musik angepasst werden müssen und das ist manchmal ganz schön schwer. Aber wir werden es schaffen. Thematisch geht’s um Krieg und wir konzentrieren uns auf den 2. Weltkrieg.

Wie liefen die Aufnahmen im Abyss bisher?
Wir sind schon fertig im Abyss. Peter musste mit Hypocrisy auf Tour und wir wussten das. Er wollte die ganze Produktion machen aber wir sind froh, dass wir einen Weg gefunden haben, dass wir die Drums bei ihm aufnehmen konnten, denn wir mögen seinen Stil. Das Schlagzeug klingt schon hammergeil. Den Rest der Platte nehmen wir selbst in unserem eigenen Studio auf aber für den Mix werden wir mit Fredrik Nordström vom Studio Fredman arbeiten. Ich bin sicher, das Ergebnis wird bombig.

Eure nächste Tour wird die bisher grösste. Kannst Du dazu etwas erzählen?
Sabaton ist in vielen Ländern stark gewachsen, besonders in Osteuropa wo wir jetzt alle Länder spielen können und grössere Zuschauerzahlen anziehen und wir wollen keine Fans ausschliessen, indem wir in einem Land nicht spielen. Deshalb haben wir uns entschlossen, eine derart lange und große Tour zu machen.
Insgesamt wird sie in 4 Teile aufgeteilt sein. Nordwesteuropa, Südwesteuropa, osteuropa und der äussere Norden, da wir das auf einen Rutsch nicht schaffen können. Wir haben mehr als 80 shows in 25 Ländern.

Spielt ihr Support, oder wird das eine Headlinertour?
Wir fahren als Headliner.

Hast Du noch Wünsche hinsichtlich der Karriere? Wenn ja, welche?
Ich wünsche mir, dass wir weiterhin Dinge tun, die einen Unterscheid machen und dass wir in einigen Jahren immer noch gute Songs schreiben können.
Ich habe kein Interesse, 100 % meiner Arbeit dranzusetzen, den leuten zu erzählen, dass das neue Album unsere beste Leistung ist, wenn ich nicht selbst daran glaube. Ich wünsche mitr, dass wir uns immer weiterentwickeln. Und hoffentlich nicht zu schnell.
Thank you
/Pär

www.sabaton.net

1 Kommentar

1 Trackback / Pingback

  1. Sabaton “Coat Of Arms” 5/6 » ETERNITY Magazin

Kommentare sind deaktiviert.