Sabaton “Carolus Rex” 4/6

Nuclear Blast
Bewertung: 4/6 ->  Find ich gut!
Spielzeit: 56.25 Min.
Songs: 14

Im Westen nichts Neues, das galt lange Zeit für die Militariafreunde aus Falun. Stampfender, epischer Powermetal, Bombastchöre und Texte über den 2. Weltkrieg waren die Trademark von Sabaton, seit sie der internationalen Szene ins Bewusstsein gerückt sind. Der Zyklus scheint abgeschlossen, Carolus Rex ist eine Schlachtplatte mit vorwiegend schwedischer Auflage, Gustav Adolph, Karl XII und der große nordische Krieg sind die Themen. Panzer und Stukas bleiben diesmal in der Garage. Musikalisch wird auch gaaaanz sachte an Stellschrauben gedreht. Der 2. Track zum Beispiel „Gott mit uns“ glänzt mit einigen Folk-Anklängen, gelegentlich variiert auch Joakim Broden seine „Ich röhre drei Oktaven tiefer als ein Bär furzen kann“- Singstimme. Überwiegend bleibt aber alles beim alten: Eingängige Stampfer, die von historisch präziser, metalkompatibler Kriegsthematik getragen werden soweit die Füße tragen.

Die überragende Stoßwirkung,von „Primo Victoria, Art of War und Coat of Arms schaffen die schwedischen Panzerreiter diesmal nicht. Die taktische Überraschung bleibt aus. Das Tempo wurde von Album zu Album gedrosselt, war auf der ersten Platte(Demo) „Fist for Fight“ noch Vollgas angesagt, hat schon die dritte Aufnahme „Primo Victoria“(die 2. VÖ) gelegentlich den Fuß vom Gas genommen. Der Trend ist eindeutig, weg vom Blitzkrieg, hin zum Defiliermarsch.

Der individuelle Eindruck lässt sich so zusammenfassen: Der Wendepunkt im Schlachtenverlauf ist da. Bisher eilten die Jungs von Sieg zu Sieg, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Erfolgsrezept so wenig  funktioniert wie das spanische Tercio in der Schlacht von Breitenfeld. Die ganz sacht erkennbaren Reformansätze klingen vielversprechend, die nächste Platte wird zeigen, ob sich Sabaton die im Sturm eroberte Gunst der Metaller auch weiterhin wird erhalten können oder ob man sich auf befestigte Stellungen zurückzieht und diese mit den immergleichen Riffs verteidigt wie manch andere Band.

http://www.sabaton.net/

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*