Pegazus Interview

Diese Band existiert schon seit `ner halben Ewigkeit und hat in den vergangenen Jahren sämtliche Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts kennen gelernt. Von den Anfängen als kleine australische Old School Heavy Metal Band, über die sich alle lustig gemacht haben, über die sehr turbulente Zeit beim Branchenriesen Nuclear Blast bis zum Rückzug in den Underground haben Johnny Stoj und seine Bandkollegen so ziemlich alles erlebt, was es im Musikbiz so zu erleben gibt. In dieser Zeit ist die Band sich immer treu geblieben, ganz egal, ob reinrassiger Heavy Metal und klassische Lederoutfits gerade angesagt waren oder nicht…Ich wechselte ein paar Worte mit Saitenquäler und Bandboss Johnny, der sich als echter Überzeugungstäter entpuppte. Manchmal muss es eben true sein…

Zunächst wäre es mal interessant zu erfahren, was ihr nach der Veröffentlichung eures letzten Studioalbums „The Headless Horseman” getrieben habt. Das Album kam im Jahre 2002 raus, dann hat man (zumindest hier in Deutschland) nicht mehr besonders viel von euch gehört. Was habt ihr in der  Zwischenzeit gemacht?
Wir wollten mit ,,The Headless Horseman” auf Tour durch Europa gehen, aber Nuclear Blast hielt das für keine so gute Idee. Das ließ uns für die nächsten zwei Jahre lediglich die Möglichkeit, ein paar Shows hier in unserer Heimatstadt Melbourne sowie in ein paar anderen großen Städten Australiens zu spielen. Gegen Ende des Jahres 2003 beschlossen wir, das erste Live Album in der Geschichte der Band aufzunehmen. „Live! Thunder Down Under“ wurde während einer regulären Clubshow in einem kleinen Laden hier in Melbourne aufgenommen. Dieses spezielle Doppel CD-Live Album-Paket ist gerade weltweit über Twilight Distribution und Battlegod Productions erschienen.
„The Headless Horseman“ ist bei Nuclear Blast erschienen genau wie „Breaking The Chains“ und der Re-Release von „Wings Of Destiny“. Warum habt ihr nicht weiter mit Nuclear Blast zusammengearbeitet und wie kam es zum Bruch mit dem Label?
Wir bekamen für ,,The Headless Horseman” von unserer Plattenfirma Nuclear Blast keinerlei Unterstützung, was natürlich ein wenig enttäuschend war, da das Album von großen Teilen der Presse und den Fans als das möglicherweise beste Werk bezeichnet wurde, das die Band bis dahin aufgenommen hatte.
Außerdem hatte es in den letzten sechs Jahren ein größeres Stühlerücken innerhalb der A&R Abteilung gegeben. Viele A&R Mitarbeiter kamen und gingen in diesen sechs Jahren, in denen wir bei Nuclear Blast unter Vertrag standen, was natürlich auch einen großen Unterschied in Sachen Promotion, Unterstützung  und Förderung bedeutete. Am Ende des Tages war es wohl das einzig Richtige für die Interessen und das Wohlsein der Band, dass wir uns anderswo nach einem neuen, besseren Partner umsehen.
Wie habt ihr euer neues Label gefunden und was könnt ihr darüber sagen? Seid ihr bisher mit der Arbeit der Plattenfirma für PEGAZUS zufrieden?
Battlegod Productions ist eine australische Plattenfirma und meiner Meinung nach das zur Zeit beste Label hier in Down Under. Das Label gibt es inzwischen seit fast zehn Jahren. Wir hatten von ihrer großartigen Arbeit in Übersee gehört, besonders was die Veröffentlichungspolitik, die Promotion und den weltweiten Vertrieb anging. Uns war es wichtig, dass die Metal Fans weltweit unsere Alben ohne größere Schwierigkeiten kaufen können. Bis jetzt ist alles fantastisch gelaufen!
,,Wings Of Destiny” und ,,Breaking The Chains” sind unter deutschen Headbangern ziemlich populär. Besonders der Song ,,Wings Of Steel“ war ein Hit in unseren örtlichen Metal Clubs und Discotheken. Viele Leute assoziieren PEGAZUS mit der charismatischen Stimme von Danny Cecati. Die Trennung von Danny war eine ziemliche Überraschung für viele eurer Fans. Was war denn der genaue Grund für die Trennung?
Mir war gar nicht bewußt, dass ,,Wings Of Steel” bei euch in Deutschland so ein großer Hit in den Clubs und so ein Favorit unter den Fans war…Das ist wirklich cool!! Die Trennung von Danny ist im Grunde Schnee von vorgestern, das ist fast sechs Jahre her. Aber lass Dir gesagt sein, dass es zu jenem Zeitpunkt auch für die gesamte Band eine ziemliche Überraschung war…Das kam wirklich völlig unerwartet. Ich glaube aber auch, dass bestimmte Dinge aus einem ganz bestimmten Grund geschehen und diese Band ist seit jenem Ereignis definitiv weiter gewachsen, ist größer, besser und stärker geworden. Ich treffe Danny hin und wieder auf Konzerten, dann haben wir eine gute Zeit und unterhalten uns über dies und das. Du siehst, es ist alles in bester Ordnung, es gibt kein böses Blut oder irgendwelche schlimmen Unstimmigkeiten.
Rob Thompson hat seinen Job auf ,,The Headless Horseman” hervorragend erledigt, aber ich denke, dass er auf dem aktuellen Live Album „Live! Thunder Down Under“ wesentlich individueller und eigenständiger klingt. Als ich Robs Gesang auf „The Headless Horseman“ zum ersten mal hörte, dachte ich nur: „Ah,  der Typ ist gut, aber Danny war besser!“. Robs Performance auf „Live! Thunder Down Under” beweist hingegen, dass er eine Menge Eigenes zum Sound von PEGAZUS beisteuern kann und eine Bereicherung für die Band darstellt. Was hältst Du von dieser Theorie?
Ja, ich bin froh, dass Du diesen Punkt ansprichst. Das war wirklich einer der Hauptgründe für uns, das Live Album aufzunehmen. Wir hatten nach der Veröffentlichung von „The Headless Horseman“ nicht mehr die Möglichkeit, mit dem neuen Line Up nach Europa überzusetzen, deshalb war es uns umso wichtiger, die Fans dort hören zu lassen, wie wir LIVE klingen, besonders mit Rob am Mikro! Rob hat eine wirklich einzigartige Stimme und eine Art zu singen, die gut zu dieser Band passt. Das Live Album enthält eine Art Best Of Setlist unserer letzten drei Studioalben und Rob hat definitiv gezeigt, dass er all die alten Stücke extrem souverän und gekonnt meistern kann, wobei er sogar noch seinen eigenen Stil und seine eigene Note in die Songs einbringt. Das tut er alles, ohne das ursprüngliche Flair der Originalversionen zu zerstören.
Hier kommt eine weitere Theorie: Ich finde, der Sound auf ,,The Headless Horseman” war etwas zu sauber und steril für eine Old School Band wie PEGAZUS. Der Sound der Live Scheibe hat mir gezeigt, dass ein erdigerer und organischerer Klang wesentlich besser zu euren Songs passt. Stimmst Du mir da zu?
Nein, ich denke, die Produktion von „The Headless Horseman“ war wesentlich besser als auf jedem PEGAZUS Album zuvor. Es hatte einen erheblich hochwertigeren, kraftvolleren Klang als z.B. das „Wings Of Destiny“ Album. Die Live Performance der Band, die für das Live Album aufgenommen worden ist, fängt PEGAZUS definitiv in ihrer natürlichen Verfassung ein…Unpoliert und ROH!! Diese Band ist immer in erster Linie eine Live Band gewesen, wobei die Studioaufnahmen stets an zweiter Stelle gekommen sind. Es ist definitiv die Atmosphäre und die Live Performance, die uns zu dem macht, was wir wirklich sind…Studios können so viel verfälschen und verstecken!!
Also bist Du mit dem Live Album rundum glücklich? Denkst Du wirklich, es fängt die Power einer guten PEGAZUS Show ein? Bist Du mit der Soundqualität zufrieden?
Die gesamte Band Performance klingt so roh und unverfälscht, niemand ist hinterher ins Studio gegangen, um daran herumzuwerkeln, bis es wie ein Studioalbum klingt. Dann hätte man nämlich gleich noch ein gigantisches, ausflippendes Festivalpublikum dazupacken können…Hahahaha…Wenn man bedenkt, dass wir das alles völlig unabhängig, mit extrem begrenztem Budget und dem absoluten Minimum an Aufnahmeequipment über die Bühne gebracht haben, muss man sagen, dass die Performance der Band außergewöhnlich gut eingefangen und aufgenommen worden ist. Ich bin mit dem Album insgesamt sehr zufrieden, nur mit der Aufnahme des Publikums bin ich nicht so ganz glücklich. Der Assistant Engineer am Mischpult hat nicht gemerkt, dass die Mikrophone, mit dem das Publikum aufgenommen werden sollte, während des gesamten Gigs ausgeschaltet waren. Glücklicherweise war ein Freund vor Ort, der die ganze Show mit Videokamera aufgezeichnet hat. Wir haben dann diese Videoaufnahme benutzt, um doch noch ein hörbares Publikum auf das Album zu retten. Das war letzten Endes ganz ok, aber wir hätten schon viel lieber die Originalaufnahmen von den Mikros auf dem Album gehabt.
Ich mag das Cover Artwork von „Live! Thunder Down Under“ sehr. Wer hatte denn die Idee dazu und wer hat sie letztlich in die Tat umgesetzt?
Ursprünglich war es eine Idee, die mir seit längerer Zeit im Kopf herumschwirrte. Ich habe dann irgendwann den Jungs von meiner Idee erzählt und sie fanden sie auch ziemlich gut, also sind wir an einen guten Freund, den Künstler Frank Aquilina herangetreten, der das Konzept in die Wirklichkeit umsetzte und daraus eine vollständige Karikatur von uns auf der Bühne fertigte.
„Live! Thunder Down Under“ ist offiziell am 23. Februar 2004 erschienen, aber bis vor ein paar Wochen konnte man das Ding nirgends kaufen. Was ist denn da passiert?
Die erste Pressung erschien wirklich schon 2004, war aber eine selbstfinanzierte Veröffentlichung. Obwohl wir sehr viele CDs nach Übersee verschifft haben, war sie fast nirgendwo erhältlich. Wir haben sie einfach nicht an die richtigen Orte bringen können…Letzten Endes beschlossen wir, ein professionelles Label und einen professionellen Vertrieb zu Rate zu ziehen. Also ließen wir Battlegod Productions und Twilight Distribution das tun, was sie am besten können…Und wir beschränken uns in nächster Zukunft erst mal auf das Schreiben und Aufnehmen eines neuen Studioalbums…Hahahaha…Auf jeden Fall ist das Live Album jetzt offiziell in den Läden und für jedermann erhältlich!!
Ihr bereitet also gerade ein neues Studioalbum vor?
Ja, wir arbeiten seit mehr als neun Monaten an den Stücken für das kommende Studioalbum. Da keinerlei Zeitdruck auf uns lastet und niemand uns einen festen Termin vorgesetzt hat, können wir die Dinge entspannt angehen. Das kommt den Stücken hörbar zugute. Wir wollen sichergehen, dass das nächste PEGAZUS Werk ein absoluter Killer wird. Das Album soll euch alle umhauen!!
Was können wir von den neuen Songs erwarten?
Das Übliche: ein paar großartige Metal Hymnen!! Hahahaha…Scherz beiseite, bisher läuft alles wie geschmiert und die Songs gefallen uns persönlich sehr gut. Stilistisch ist es nach wie vor klassischer Heavy Metal, der seine Wurzeln in den 80ern hat. Man könnte die kommende Scheibe als Mischung aus unseren letzten drei Outputs bezeichnen, wobei wir auch ein paar neue Dinge ausprobiert haben, um unsere Fans nicht zu langweilen. Es wird haufenweise klassische Riffs und Melodien geben, aber auch neue Elemente, die man in dieser Form nicht von PEGAZUS kennt. Ich denke, dass es den Fans gefallen wird. Ich hoffe ja sogar, dass es den Fans noch besser gefällt als unser bisheriges Material. Zusammenfassend kann man sagen, dass auf dem neuen Album die vergangene PEGAZUS Ära auf die kommende PEGAZUS Ära treffen wird…
Tja, es ist als True Metal Band halt schwer, Neues auszuprobieren, ohne die alten Fans zu vergraulen. Davon können viele alte Helden der 80er sicher ein Liedchen singen. Hoffen wir, das Johnny Wort hält und uns eine spannende Platte liefert, die weder eine stumpfe Kopie vergangener Glanztaten, noch ein halbgares Experiment ist. Kommen wir jetzt zum nächsten Punkt auf der Tagesordnung! PEGAZUS nennen sich selbst den „Thunder From Down Under“. Wie würdest Du euren Status innerhalb der australischen Metal Szene beschreiben?
Was soll ich sagen? Wir SIND der „Thunder From Down Under“!! Hahaha…PEGAZUS hat australischen Heavy Metal salonfähig gemacht und der Welt verklickert, dass es durchaus guten Stahl in Down Under gibt. Ich weiß, das klingt jetzt furchtbar großkotzig und arrogant, aber versuch mal, folgendes zu verstehen: wir waren diejenige Band, die dieses „Es ist wieder cool, klassischen Heavy Metal zu machen“ Ding hier in Australien gestartet hat. Wir haben seit 1993 den Weg für viele junge Nachwuchsbands geebnet. Als wir Mitte der Neunziger hier in Australien zahlreiche Live Shows abrissen, gab es eigentlich keine Band, die uns stilistisch auch nur ein wenig ähnelte. Viele andere Musiker lachten uns sogar aus und machten sich über uns lustig, da sie klassischen Heavy Metal für veraltet und überholt hielten. Für sie war diese Musik schlicht und ergreifend tot. Erst als wir 1998 einen guten Vertrag mit Nuclear Blast in der Tasche hatten, fingen diese Leute an, sich wieder für diese Art von Metal zu interessieren. Kurze Zeit später hatten sie selbst traditionell klingende Bands aus dem Boden gestampft und machten sich so auf die Suche nach einem Label. Ich finde das nach wie vor sehr amüsant…
Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob PEGAZUS den Metal in Australien komplett im Alleingang wiederbelebt haben. Ich bin der Meinung, dass auch andere Bands (wie z.B. die gerade erst aufgelösten Dungeon) ihr Scherflein zur Wiederauferstehung des Down Under Stahls beigetragen haben. PEGAZUS waren bei diesem Wiederbelebungsprozess aber sicher die treibende Kraft und man muss es Johnny und seiner Truppe hoch anrechnen, dass sie sich niemals haben verbiegen lassen. Sooo, jetzt wollen wir mal über die Einflüsse von PEGAZUS sprechen. Wie bereits mehrfach erwähnt, spielt ihr klassischen Heavy Metal, der seine Wurzeln hauptsächlich in den 80ern hat. Der Löwenanteil eurer Einflüsse scheint hierbei aus Europa zu stammen. Besonders die NWoBHM und die frühe deutsche Melodic Power Metal Szene scheinen es euch angetan zu haben. Wie würdest Du jemandem, der noch keinen einzigen Song von euch gehört hat, eure Musik beschreiben?
Der Grund, warum diese Band ursprünglich gegründet wurde, waren all die großartigen Heavy Metal Bands, mit denen wir aufgewachsen sind. Die NWoBHM Ära, die Bands wie Iron Maiden hervorbrachte, war hierbei sicherlich der größte Einfluss. Desweiteren wurden wir von vielen noch älteren Bands wie Judas Priest, Black Sabbath, Deep Purple, The Sweet, Thin Lizzy oder Rainbow beeinflusst. Wir wurden auch von ein paar deutschen Bands inspiriert, wobei hier besonders Accept und Running Wild hervorstechen. Wir wollten mit der Band niemals die Welt verändern oder das Rad der Musik neu erfinden. Es macht uns einfach Spaß, Songs zu schreiben, sie aufzunehmen und live zu spielen. Es erfüllt uns mit Freude, kraftstrotzende, energiegeladene Heavy Metal Shows zu spielen und die Flamme des wahren Stahls für die kommenden Generationen am Leben zu erhalten!!
Das klingt pathetisch, kommt aber von Herzen. Wie würdest Du jemandem, der keinen blassen Dunst von Metal hat, die Musik von PEGAZUS beschreiben?
Wir wurden immer als eine Band beschrieben, die so klingt und aussieht, als wäre sie gerade mit einer Zeitmaschine aus den frühen 80ern gekommen. Unsere Musik ist stilistisch tief in den 80er verwurzelt, unsere Songs haben diesen markanten 80er-Style. Trotz unserer überwiegend europäischen Einflüsse werden wir eher als „international“ klingend empfunden. Die Presse hat uns bisher deutlich hörbare Einflüsse von Iron Maiden, Judas Priest und sogar Thin Lzzy zugesprochen. Diese Bands würde ich auch nennen, um jemandem einen groben Eindruck von unserem Sound zu vermitteln. Leider werden wir von vielen Leuten in die Power Metal Schublade gesteckt, was meiner Ansicht nach einfach nicht passt. Wir spielen einfach HEAVY METAL, nicht mehr und nicht weniger!! Die Bezeichnung Old School Metal gefällt mir auch ganz gut. Wir sind definitiv eine Old School Metal Band…Hahahaha…
Du bist ja als großer Thin Lizzy Fan bekannt. Der Einfluß von Phil Lynott wird offensichtlich, wenn man sich den Song ,,Ballad Of A Thin Man” anhört. Wenn man sich einige andere Stücke genauer anhört, kommen auch hier hin und wieder einige Lizzy Markenzeichen zutage. Richtig bewusst wurde mir das, als ich mit euer Live Album reingezogen habe. Ich habe bei mehreren Songs festgestellt, dass ihr diesen beschwingten Thin Lizzy Groove habt…
Thin Lizzy sind definitiv ein Einfluss. Wie kann man als Musiker auch nicht von so einer großartigen Band beeinflusst sein? Thin Lizzy waren sowohl im Studio als auch auf der Bühne eine wahrlich außergewöhnliche Band. Lizzy Songs haben einen so großartigen Groove und dabei ein ungetrübtes natürliches Feeling. Phil Lynott war in meinen Augen einer der größten Songwriter aller Zeiten, sein Einfluß auf mich als Musiker und Komponisten ist immens. Ich empfand es als richtig, meiner Bewunderung Ausdruck zu verleihen, indem ich den sehr Lizzy mäßigen Track „Ballad Of A Thin Man“ schrieb. Damit wollte ich Phils Andenken hochhalten und ihm auch zugleich meinen tiefsten Respekt entgegenbringen.
Es gibt da eine Sache, die euch deutlich von euren Helden Iron Maiden, Judas Priest und Thin Lizzy unterscheidet. Du bist der einzige Gitarrist in der Band, so dass  doppelte Gitarrenläufe zumindest live nicht machbar erscheinen. Habt ihr jemals darüber nachgedacht, einen zweiten Gitarristen anzuheuern oder bevorzugst Du es, der einzige Klampfer zu sein? Einige Deiner Vorbilder, z.B. Randy Rhoads, Kee Marcello oder Ritchie Blackmore, waren auch Einzelkämpfer an der Sechssaiterfront und spielten stets in One Guitar Only Formationen. Siehst Du darin Vorteile für Dein Gitarrenspiel? Kannst Du Dich so innerhalb des Bandsounds besser entfalten?
Wenn wir zwei Gitarristen am Start hätten, klängen wir vermutlich zuuu sehr nach Iron Maiden oder Thin Lizzy. Wir wollen unseren Vorbildern bei aller Liebe nicht so nahe kommen, dass es gefährlich wird…Hahaha…Scherz beiseite, ich weiß wirklich nicht, warum wir von Anfang an immer nur mit einem Gitarristen unterwegs waren. Das hat sich einfach so ergeben. Die Basisbesetzung aus Stimme, Gitarre, Bass und Schlagzeug hat sich von Anfang an bewährt. Außerdem gibt es ja zahllose Beispiele, wo diese Kombination hervorragend funktioniert. Black Sabbath spielen auch in dieser Besetzung und sie klingen live einfach phantastisch (Nicht ganz richtig. Black Sabbath greifen bereits seit den 70ern auf einen versteckt operierenden Keyboarder zurück. Seit der Reunion mit Ozzy übernimmt dieser Keyboarder auch einen Großteil von Osbournes Gesang. –Amn. von Phil). Trotz dieser Einfachheit walzen Sabbath dank ihres Riffmeisters Tony Iommi alles nieder. PEGAZUS funktionieren auch in dieser Besetzung. Das klappt sowohl im Studio als auch auf der Bühne, was ja letzten Endes am wichtigsten ist. Wenn es nur eine Gitarre gibt, müssen die anderen Bandmitglieder, besonders der Bassist und der Drummer, entsprechend härter arbeiten. Das Spiel muß tighter, präsiser und fetter sein, da es keine zweite Klampfe oder ein Keyboard gibt, das Soundlöcher schließt und Spielfehler kaschiert. Falls wir mal Lust auf Twin Leads bekommen sollten, besteht immer die Möglichkeit, welche einzubauen, da unser Sänger Rob Thompson sehr gut Gitarre spielt. Wir könnten also in Zukunft durchaus mal eine Double Axe Attack starten. Vielleicht überraschen wir euch ja irgendwann mal mit ein paar zünftigen zweistimmigen Gitarrenharmonien? Ich glaube, das könnte sehr spaßig werden!!
Wie sehen eure Zukunftspläne mit PEGAZUS aus? Was können wir, mal abgesehen vom anstehenden Studioalbum, in nächster Zeit von euch erwarten?
Momentan sind wir mit so vielen Dingen beschäftigt, dass ich mir echt wie ein Octopus vorkomme. Unser Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem nächsten Studioalbum. Wir haben bereits ein paar Songs als Pre-Production Demo aufgenommen, aber wir wollen innerhalb der nächsten Wochen noch ein paar weitere Demo Tracks fabrizieren, bevor es endgültig an die Produktion des neuen Albums geht. Wenn alles nach Plan verläuft und sich die Aufnahmen nicht doch noch aus irgendeinem Grund verzögern, müsste das Album zwischen März und Mai 2006 erscheinen. Nach der Veröffentlichung des Albums ist eine Europatour sehr wahrscheinlich, egal, ob es von Seiten des Labels Unterstützung dafür gibt oder nicht. Das Risiko gehen wir ein. Wir haben innerhalb der Band sehr lange über dieses Thema gesprochen und letzten Endes waren wir uns alle einig, dass PEGAZUS im Jahr 2006 auf jeden Fall weltweit auf Tour gehen werden. Momentan beenden wir auch die Arbeit an unserer ersten DVD. Es wird ein Überblick über die Jahre 2000 bis 2004 sein. Wir zeigen massenhaft Live Material von den zahlreichen Shows, die wir über die Jahre gespielt haben. Es wird ein „Behind The Scenes“ der Recording Sessions zum „The Headless Horseman“ Album geben, außerdem ein „Making Of“ des Videoclips zum Titeltrack des Albums. Als Bonus gibt es haufenweise lustiges Zeugs, das wir mit der Zeit zusammengestellt haben: die Band und die Crew „On The Road“, im Hotel, auf Achse in Australien…Und noch vieles mehr… Momentan sieht’s so aus, als würde das Teil insgesamt so um die 2 1/2 Stunden lang werden (Das geht aber noch länger, Jungs!! Wir wollen ,,Value For Money“!! –Anm. von Phil). Die DVD wird genau wie das Album über Battlegod Productions veröffentlicht und über Twilight Disribution vertrieben. Der angepeilte Veröffentlichungstermin ist schon ziemlich bald, nämlich November 2005. Mehr News zu diesem Thema gibt es auf unserer offiziellen Bandseite: www.pegazus.net.
Es ist Zeit für Deine „berühmten letzten Worte“!
Ich kann es kaum erwarten, mal wieder nach Deutschland zu kommen…Ich freue mich schon auf unsere kommende Europatour…Metallische Grüße von den anderen Jungs und mir…See you on the road soon- METAL FOREVER!!!
PEGAZUS wurde von Seiten der Kritiker schon alles mögliche vorgeworfen: sie seien gesichtslos, unoriginell, vorhersehbar und langweilig. Sie hätten ihren Deal mit Nuclear Blast nur im Zuge der HammerFall Manie ergattern können. Sie seien auf der Bühne noch langweiliger als auf Platte….Blablabla…Sollen diese Leute doch rumnörgeln. Für mich steht eines fest: während viele alte Helden wie Manowar  satt und schlapp in ihren Luxushängematten liegen, beißen sich Enthusiasten wie PEGAZUS trotz schwindender Erfolge weiter durch die Weltgeschichte. Ich drücke den Jungs beide Daumen und freue mich auf das kommende Album des „Thunder From Down Under”!!

www.pegazus.net