Vargsheim Interview

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Vargsheim veröffentlichen kommenden Freitag ihr neues Album „Erleuchtung“. Deshalb baten wir Kaelt und Harvst darum, uns ein paar Infos zum neuen Album zu geben und die Band Vargsheim ein wenig näher vorzustellen. Zu dem könnt ihr schon vorneweg drei Songs näher kennenlernen und ihr bekommt auch einen Festivaltipp.

 

Ihr steht mit dem zweiten Album in den Startlöchern. Dennoch wäre es schön vorneweg ein wenig von eurer Bandgeschichte zu hören. Erzählt mal: Wie kam es zur Gründung, welche Ziele verfolgt ihr und was waren bis jetzt eure schönsten/ traurigsten Momente?

 

Kaelt: Wir sind seit 2005 unter dem Namen “Vargsheim” aktiv, ab 2006 in der aktuellen Besetzung mit Drummer Naavl, Bassist/Sänger Harvst und mir, Gitarrist/Sänger Kaelt. Dass “Erleuchtung” erst unser zweites Fulllength-Album ist liegt wohl daran, dass wir einfach schon relativ lange zusammen spielen und viel Vorentwicklung bereits unter dem Namen Vargsheim geschah. Schließlich fing beispielsweise Drummer Naavl 2006 erst mit dem Schlagzeugspielen an, da waren wir 16, 17 und 19. Uns war die Freundschaft immer wichtiger als technische Perfektion, so sind wir zusammengewachsen und haben uns vom harschen Black Metal der Anfangstage zu unserer eigenen Nische hin entwickelt.

Harvst: Seit es Vargsheim in dieser Form gibt, fällt mir kein Moment ein, den wir bereut hätten. Neue Freundschaften wurden geschlossen, einige Freundschaften beendet… Das ist der Lauf der Dinge. Vargsheim verbindet uns drei, da wir unsere Kreativität und unsere Ideen in eine Richtung kanalisieren können.

 

Ich persönlich finde die Kombination von Black Metal und 70er-Rock-Elementen sehr interessant. Von welchen Bands aus den 70er habt ihr euch beeinflussen lassen? Und wie seid ihr auf die Idee gekommen, jene Elemente zu kombinieren?

Kaelt: Das war weniger eine Idee als der Versuch dem Kind einen Namen zu geben. Wir sind mit Rock´n´Roll groß geworden, das beschränkt sich nicht nur auf die 70er sondern fängt bei Rainbow, Deep Purple, Led Zeppelin an und hört bei Nirvana, Guns´n´Roses und The Devil´s Blood auf. Als Teenager kamen wir dann auf den BM-Trichter, wobei auf mich die rockigen Parts von Enslaved, die ja ihrerseits von den alten Helden inspiriert sind, mit am meisten Eindruck hinterlassen haben. Auf “Erleuchtung” ließen wir einfach unseren Rock- und BM-Wurzeln freien Lauf und sind mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden.

 

Ebenfalls auffallend sind eure Zeichnungen im Promo-Booklet, die von eurem Basser Harvst selbst geschaffen wurden. Was symbolisieren die Zeichnungen? Wurden jene speziell nur für Vargsheim gezeichnet oder gibt es sogar ganze Ausstellungen / Sammlungen von eurem Basser?

Harvst: Im Booklet habe ich ausschließlich und speziell zu jedem Song gezeichnet. Inspiriert von Pink Floyd wollte ich die Themen abstrakt darstellen, jedoch nicht einfach nur „verbildlichen“, beispielsweise zu „Weg aus Scherben“ einen Weg aus Scherben zeichnen. Dennoch sollen die Bilder in Kombination mit der Musik jedem Hörer einen Spielraum für Interpretationen schaffen. Bis jetzt sind mir unsere Veröffentlichungen Ausstellung genug. Ich feile sehr lange an meinen Zeichnungen und setze längst nicht alle Ideen um. Das wäre zu viel und vielleicht ein bisschen zu schräg… Es beschränkt sich auch nicht nur auf Leinwand oder Papier. Im letzten Jahr habe ich z.B. Perchtenmasken, Tattoomotive von Kaelt & mir und verschiedene Schmuckstücke angefertigt.

 

Ihr seid nun bei MDD-Records unter Vertrag. War es schwierig ein Label zu finden und wie zufrieden seid ihr mit der Produktion etc. zu „Erleuchtung“?

Kaelt: Wir sind wirklich glücklich bei MDD gelandet zu sein. Da wird trotz hoher Professionalität noch auf den Künstler eingegangen und es tut sich auch außenpolitisch einiges. Die Suche nach einem Label war schon leicht frustrierend, da neben einigen Absagen von den meisten schlicht gar nichts zurückkam. Produktion und Artwork kommen ja größtenteils von uns, da kann man MDD nicht für drankriegen, haha. Aber wir sind schon zufrieden, ein höheres Qualitätslevel in allen Belangen streben wir für das nächste Album dennoch an.

 

Dann kommen wir jetzt zur neuen CD. Wieso habt ihr den Titel „Erleuchtung“ gewählt? Trifft das vielleicht sogar auf euch selber zu? Seid ihr vielleicht durch eure musikalische Weiterentwicklung zur „Erleuchtung“ gekommen seid oder sprecht ihr auf ganz andere Themen an? Um dabei nochmal auf die Zeichnungen zurück zu kommen: Ich musste durch die Bilder und den Titel an Platons „Höhlengleichnis“ denken, aber ich vermute, das hat damit nichts im Geringsten zu tun.

Harvst: Nennt mich ungebildet, aber davon hab ich wirklich noch nie gehört, haha. Mir persönlich ist eher eine Ähnlichkeit mit Atlas aufgefallen…da war das Bild aber schon fast fertig… Ich denke nicht, dass gerade wir drei zu der Erleuchtung schlechthin gekommen sind. Natürlich gibt es musikalische Weiterentwicklungen auf diesem Album, wäre ja schlimm wenn nicht! Aber da ist noch Platz und Potential nach oben. Der Titel „Erleuchtung“ hat sich nach langen Überlegungen vor einigen längeren und sehr viel längeren Titeln durchgesetzt, weil er alle Songs verbindet und die Grundidee auf den Punkt bringt.

 

Es befinden sich auf eurer Promo-CD drei Songs. Bitte beschreibt jeden einzelnen in kurzen Worten und erzählt ein wenig, was dem Hörer erwartet:

Flamme Zum Nichts:

Harvst: Ein sehr schleppender Song, der sich mit einem leidigen Thema befasst das jeder von uns kennt: Stagnation und Alltag zu bewältigen oder auszubrechen aus einem verhassten Kreislauf.

 

Betet, Oh Herr:

Harvst: Zu diesem Song entstand das Frontcover… „Alte Predigten wälzen sich hin und her, bis sie sich einem Sinn ergeben. Scharrend in den kalten Ecken des Irrtums sinnen sie so tief am Grund der Besessenheit. Doch in der Tiefe ist kein Licht…“ (Text-Zitat) Er beschreibt am eindringlichsten das Thema „Erleuchtung“, erzählt aber gleichzeitig seine eigene Geschichte.

Götter von Staub ( https://www.youtube.com/watch?v=W_TQsdffW6Q ):

Kaelt: Einer der wohl atmosphärisch dichtesten Songs die wir je geschrieben haben. Für unsere Verhältnisse schon fast minimalistisch wurde hier ungewöhnlich viel im Proberaum experimentiert was die Instrumenteneinsätze angeht. Textlich eine Auseinandersetzung mit der Generation von “Hartz IV”-TV und sozialem Netzwerk-Wahnsinn, also unserer. Wie konnte es soweit kommen und was werden wir unseren Kindern mitgeben können?

 

 

Habt ihr Erwartungen, wie das Album bewertet wird? Oder interessiert euch das gar nicht?

Kaelt: Natürlich hoffen wir dass das Album gut ankommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Künstler gibt, dem das ernsthaft egal ist. Die ersten Reaktionen übertreffen aber auf jeden Fall unsere Erwartungen.

 

 

Die gesamte Band spielt live bei Imperium Dekadenz mit. Ist es nicht schwer das alles zu organisieren bzw. besteht da nicht die Gefahr, dass man sich vielleicht zu sehr ähnelt? Und wie kam es überhaupt zur Zusammenarbeit mit Imperium Dekadenz?

Kaelt: Da wir bei Imperium Dekadenz zu 0% kreativ beteiligt sind, zumindest was Albumaufnahmen/Produktion betrifft, und somit ja unterschiedliche Personen die Songs für Imperium Dekadenz und Vargsheim schreiben, besteht da keine allzu große Gefahr. Zur Zusammenarbeit kam es über einen Kumpel dessen Freundin in München wohnte. Er kam in einer Kneipe mit Vespasian ins Gespräch und empfahl uns als Livemusiker, wir schrieben ein paar Mails, fuhren zum Vorspielen in den Schwarzwald und waren uns sofort sympathisch.

 

 

2013 hat gerade erst begonnen und für euch ist sicherlich die Veröffentlichung am 22. Februar ein bedeutendes Ereignis. Was können wir noch von Vargsheim 2013 erwartet? Plant ihr Konzerte oder werkelt ihr schon am Nachfolger?

Kaelt: Wir werden sicherlich den einen oder anderen Gig spielen, keine Frage. Allerdings werkeln wir auch seit geraumer Zeit schon an neuen Songs und werden den Nachfolger zu “Erleuchtung” nicht so lang auf sich warten lassen, wie das letzte Mal.

 

 

Und wo werdet ihr wahrscheinlich privat 2013 auf Festivals / Konzerten anzutreffen sein bzw. welche würdet ihr empfehlen?

Harvst: Das entscheiden wir grundlegend eher spontan. Zu empfehlen ist sicherlich das Barther Metal Open Air.

 

 

Dann habt ihr es hiermit geschafft. Ich bedanke mich für eure Zeit, die ihr euch für dieses Interview genommen habt und wünsche eurer Band alles Gute.

Die letzten Worte gehören euch:

Kaelt: Erstarrt nicht unter der Flut der Redner, geht aus euch, geht in euch. Geht, und sucht Erleuchtung!

 

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