Nocturnus “Ethereal Tomb” 5/6

Season Of Mist
Bewertung: 5/6
Spielzeit: 42:18
Songs: 8

Auf zur zweiten Runde unserer neuen Rubrik ,,Ausgebuddelt- Vergessene Schätze der Metal-Geschichte”.

Die 1988 von Ex-Morbid-Angel-Drummer/ Sänger Mike Browning und dem späteren Acheron-Fronter Vincent Crowley ins Leben gerufenen NOCTURNUS dürften der Death-Metal-Szene in erster Linie aufgrund ihres bahnbrechenden Debüts (,,The Key”, 1990 bei Earache Records erschienen) ein Begriff sein. NOCTURNUS etablierten mit dieser Scheibe einen völlig eigenständigen Stil: Ihren an Morbid Angel und Pestilence erinnernden Death Metal versahen die fünf Amis mit sphärischen Keyboards, wobei das Tasteninstrument vollwertig eingesetzt wurde und nicht bloß für ein bißchen Hintergrundgeklimper sorgte. ,,The Key” verkaufte sich ganz anständig und brachte NOCTURNUS ins obere Drittel der damals durchstartenden zweiten Todesmetall-Welle.


Doch schon der – ebenfalls exzellente – Nachfolger (,,Thresholds”, 1992 bei Earache Records erschienen) fand bei den meisten Kritikern nur wenig Gnade. Völlig zu Unrecht, denn auch die zweite Scheibe bietet gänsehauterzeugenden, hochatmosphärischen Death Metal der Spitzenklasse.
Endendiese Platte hat mich seinerzeit übrigens zum Todesblei gebracht – Zumindest für mich war ,,Thresholds” also ein echtes Schlüsselerlebnis. Aber was erzähle ich euch hier groß was von ,,The Key” und ,,Thresholds”, eigentlich soll es in diesem Review um das Anfang 2000 erschienene Comeback ,,Ethereal Tomb” gehen. Comeback? Ja, denn leider meinte es der Metal-Gott Mitte der Neunziger nicht so gut mit NOCTURNUS, weshalb sich die Truppe nach dem
Release ihres dritten Rundlings, einer selbstbetitelten EP (1993 bei Moribund Records erschienen und mit einem lustig-dilettantischen Cover versehen), auflösten. Genau wie auf der ,,Nocturnus”-EP
war Bandgründer Mike Browning bei der Wiedervereinigungsscheibe (geiles Wort, oder?) nicht mit von der Partie. Die Vocals übernahm Basser Emo Mowery, der bei den acht Songs einen Hammerjob machte. ,,Ethereal Tomb” war weit weniger verrückt als seine Vorgänger, viel langsamer, epischer und erhabener. Die Band rückte das sphärische, atmosphärische Element bei Songs wie ,,The Science Of Horror” ganz klar in den Vordergrund, wodurch das Album kein Werk zum gnadenlosen Abschädeln, sondern eher ein Soundtrack für ausgedehnte Kopf-Trips
geworden ist.

Der Sound ist ganz ok, aber nicht weltbewegend. Mir persönlich gefällt gerade der seinerzeit als klinisch und kalt kritisierte Drum-Sound ziemlich gut.

Schade, daß die Band sich nur ein Augenzucken nach Veröffentlichung der Platte erneut aufgelöst hat. Die momentan durch die Lande tourenden NOCTURNUS haben übrigens nichts mit dem Line Up von ,,Ethereal Tomb” zu tun, es handelt sich vielmehr um Mike Brownings aktuelle Band After Death, die aber (aus welchen Gründen auch immer) unter dem NOCTURNUS-Banner durch die Clubs tingelt. Ich geh`trotzdem hin…

http://www.myspace.com/nocturnusofficial

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