Isegrim “Dominus Inferus Ushanas” 5/6

Massacre Records
Bewertung: 5/6
Spielzeit:
Songs: 0

‘Die härteste und kompromissloseste Black Metal Band Deutschlands’ erschallt es in der Werbung der Plattenfirma. Wer jetzt ein hammerhartes Teil der Marke ‘Panzerdivision Marduk’ erwartet wird wohl enttäuscht. Es scheint wohl eine Art Zwang der Plattenfirmen zu sein, sich ständig irgendwelcher Superlative zu bedienen anstatt ein wenig näher auf die Musik einzugehen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, die Musik ist schon recht schnell und brachial aber mir fallen da doch einige, auch deutsche, Bands ein die ein wenig heftiger zur Sache gehen. Dazu kann die Gruppe allerdings nichts, und die Musik entschädigt auch diesen kleinen Patzer der Plattenfirma. Isegrim setzen auf ihrem ersten Longplayer die auf ihrer Mini CD eingeschlagene Richtung fort und bieten hervorragend gespielten Black Metal, der mich aufgrund des Gitarrensounds stellenweise an ‘Dissection’ und frühe ‘Dark Funeral’ erinnert. Auf jeden Fall schafft man es auch ohne Keyboard den Songs die notwendige Atmosphäre zu verschaffen. Der Gesang variiert zwischen giftigem Gekeife und tieferen Death-Metal Growls. Man schreckt auch nicht davor zurück einige Thrash und Heavy Metal Riffs zu verarbeiten. Was das mit Kompromisslosigkeit zu tun hat, entzieht sich meiner Kenntnis, ist mir bei diesem Resultat auch relativ egal. Mit ‘Into the War of Satan’ ist den Jungs ein Song gelungen, der sich Live wahrscheinlich als absoluter Abräumer erweisen wird. Die Texte liegen mir nicht vor, Titel wie ‘…The Eyes of Jesus Christ’ , ‘A fistfuck of Black Metal’ und ‘Blasphemous Hymns’ sagen allerdings genug aus, und lassen zumindestens bei mir auch den Wunsch nach näherem Studium der Texte erst gar nicht aufkommen. Wenn ich mir die (zu)stark gepuderten Nasen der Bandmitglieder anschaue, stellt sich mir die Frage ob in der deutschen Black Metal Szene inzwischen geklont wird, sehen doch einige der Nasen so aus als hätten sie schon beim mystischen Kreisel an der Kurbel mitgedreht. Hoffentlich rutscht man nicht auch in die Kaspertruppenecke ab, und versucht demnächst etwas geistreicher an die Sache ranzugehen. Davon abgesehen ist ‘Dominus Inferus Ushanas’ ein verdammt geiles Scheibchen geworden, welches es auch auf Vinyl zu ersteigern gibt.

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