Fleshcrawl “Made Of Flesh” 5/6

Metal Blade
Bewertung: 5/6
Spielzeit: 40:40
Songs: 10

Seit das Debut der Band 1992 erschien, denke ich in schönster Regelmäßigkeit, daß Schweden in Süddeutschland liegt. Um genauer zu sein, denke ich das alle zwei Jahre, denn solange dauert es immer ungefähr, bis ein neues Album aus dem Hause FLESHCRAWL erscheint. Und die kommen ja bekanntlich nicht aus Ikea-Country, sondern aus good old Germany, klingen aber schwedischer als die meisten Elchtöter aus dem hohen Norden. Kürzlich war es mal wieder soweit und ich wurde von einer Extraladung schwäbischem…äääh…schwedischem Death Metal überrollt. Tja, selber schuld, wenn man nicht aufpaßt. Death Metal ist halt kein Kinderspiel. Also erstmal die Birne wieder zurechtgerückt und geschaut, was das neue Album so zu bieten hat. Ist ja doch ‘ne ganze Menge: Gleich der Opener “Beneath A Dying Sun” verdrischt mir ganz füchterlich den Popo und das darauffolgende Titelstück macht mit brutalen High Speed-Attacken Pastete aus mir. Und so geht es dann schön weiter. Midtempo wechselt sich mit heftigem Blastspeed ab, was die ganze Angelegenheit sehr abwechslungsreich und spannend macht. FLESHCRAWL scheinen ihre Stärken genau zu kennen und spielen diese gekonnt aus. Trotz aller Härte gelingt es ihnen, die Songs schön eingängig zu halten. Ein absoluter Überknaller wie “As Blood Rains From The Sky” ist zwar diesmal nicht dabei, aber die hier gebotenen Stücke haben allesamt genug Hitpotential, um sich für längere Zeit im Gehörgang festzusetzen. Der übliche, sehr hohe FLESHCRAWL-Qualitätsstandard wird also mal wieder eingehalten. Gespielt wird auf recht hohem Niveau und man merkt deutlich, daß die Jungs nicht erst seit gestern Musik machen. Der Sound ist typisch schwedisch, also ein klarer Fall von Geschmackssache. Ich finde diese Art von Sound ja ziemlich cool. So, jetzt die alles entscheidende Frage: Soll man sich die Platte holen, wenn man schon 666 Schwedentod-Scheiben im Schrank stehen hat? Ich denke, man sollte, da die Band inzwischen genug individuelle Merkmale entwickelt hat, die sie ganz klar von der Masse der Schwedenbands abheben. Außerdem glaube ich langsam, daß man der Band mit den ewigen Schweden-Vergleichen Unrecht tut, da sie weit mehr sind als Abkupferer und Plagiatoren, die bloß stumpf einen Sound kopieren…
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