Ensoph “Bleeding Womb Of Ananke” 4/6

Beyond…Prod.
Bewertung: 4/6
Spielzeit:
Songs: 0

Leicht einordnen lassen sich die Italiener Ensoph nicht, am ehesten sind sie noch als eine Art Occult/Prog/Metal zu bezeichnen, was zumindest im Hinblick auf die okkulte Ausrichtung Vergleiche mit den Landsleuten Death SS zulässt; aber auch andere, modernere Gothicbands wie Moonspell könnten einem in den Sinn kommen. Man setzt aber weit mehr als diese Bands auf Experimentelles und Abge-fahren/Schauriges. Oft erinnern Ensoph an Arcturus, ohne allerdings deren Niveau zu erreichen. Natürlich entfernt man sich desöfteren auch meilenweit vom Metal und setzt stattdessen lieber eine Panflöte, elektronische Waberklänge und verfremdende Effekte ein. Den Gesang teilen sich ein Männchen und ein Weibchen, und hier haben wir einen wesentlichen Schwachpunkt des Albums: Während die männliche Stimme oft nur murmelt und flüstert, um eine unheimliche Stimmung zu erzeugen (abgesehen von einigen interessanteren gesprochenen Passagen), reißt die weibliche Stimme ziemlich das Ruder an sich und dominiert die Songs, was doppelt schwierig ist, da die Sängerin sehr, sehr durchgeknallt und krankhaft klingt, was an sich zu begrüßen wäre, auf die Dauer aber nur noch nervt. Wenn sie nicht röchelt, geifert, quiekt und keucht, bricht die Dame auch schon mal in Black Metal-artigen Keifgesang aus, etwa Marke Eisregen. Allerdings ist das auch wieder nicht bei allen Songs so, damit kann es nicht der einzige Grund für die Schwerverdaulichkeit der Musik sein… Ensoph beziehen ihre Einflüsse offensichtlich nicht nur aus dem Metal-Umfeld, son-dern auch von elektronischen Acts, was sich in teil-weise tanzbaren Rhythmen niederschlägt. Das Album ist bei einer Spielzeit von einer guten Stunde sehr reichhaltig und bietet damit auch die Möglichkeit, bei erneuten Durchläufen Neues zu entdecken – vorausgesetzt, man bringt Geduld mit. An sich finde ich die Scheibe ja gar nicht schlecht, nur Geduld, ja Geduld, die sollte man schon haben… Manchmal gelingt es der Band durchaus, die gewünschte bizarre und chaotische Schaueratmosphäre hervorzurufen, und dann klingt sie zudem noch originell. Die letzten beiden Tracks stammen von einer 2000 veröffentlichten Promo und scheinen mir ein wenig metal-lastiger zu sein (zu-mindest der erste, der der Titeltrack der besagten Promo und Namensgeber dieses Albums ist), außerdem ist eine andere Sängerin zu hören, der sich die Band aber offensichtlich wegen mangelnder Durchgeknalltheit entledigt hat. Diese Tracks gefallen mir irgendwie noch besser als der Rest, wenn der Unterschied auch nicht gravierend ist, und schieben die Wertung damit noch etwas nach oben. Nicht ganz einfach, darauf Punkte zu vergeben, aber was auch immer ich vergeben werde, hört besser selbst rein, wenn ihr könnt, bevor ihr euch ein Urteil bildet…
www.ensoph.it/
http://www.dawnofwill.com/ensoph/ensoph-shatteredvoid.zip

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