Electric Wizard “Witchcult Today” 4/6

Rise Above
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 58:52
Songs: 8

Alle Jünger des Schwarzen Sabbats und der schräg-okkulten Zeitlupenapokalypse wissen es sicher längst: der elektrische Zauberer hat seinen Turm verlassen und einen neuen Todesfluch ausgeheckt. ELECTRIC WIZARD aus Großbritannien legen mit „Witchcult Today“ ihr sechstes Full Length-Album vor. Das gemischte Quartett, das sich selbst als die „heaviest band in the world“ bezeichnet, zelebriert immer noch einen äußerst zähflüssigen Hexenbrei, dessen Hauptzutaten Black Sabbath, Pentagram, Saint Vitus, grottige B-Movies, italienische Pornocomics und jede Menge Marihuana sind. Freunde von flotter Tanzmusik dürfen schon mal die Flucht ergreifen, aber auch das Gros der „normalen“ Hartwurstszene kann schon mal den Abgang proben. Oberpriester Justin Oborn „singt“ mit extrem weinerlicher/ psychotischer/ bedrohlicher/ beschwörender (sucht euch selbst was aus!) Stimme über die von tonnenschweren Riffs angetriebenen Songmonolithen, der Rest der Truppe unterstützt seinen Kampf für die absolute Langsamkeit nach Leibeskräften. Doomheads werden von dieser Scheibe begeistert sein, denn sie bietet genau die Mischung aus Schwere, Verzweiflung und Irrsinn, die ein gutes Album dieses Genres ausmachen. An die ganz Großen des Schneckentempo-Stahls kommen ELECTRIC WIZARD zwar noch nicht ran, aber zur Spitze des Doom-Olymps fehlen eigentlich nur noch ein paar unkaputtbare Evergreens, wie sie z.B. Dave Chandler und Co. auf Lager haben.
Interessierte Maniacs hören einfach mal in den atmosphärischen Knaller „The Chosen Few“, die höllisch groovenden Monster „Torquemada `71“ und „Saturnine“ oder den hypnotischen Opener/ Titelsong rein, danach wird die Scheibe eh gekauft…Wetten???

Der langen Rede kurzer Sinn: ELECTRIC WIZARD sind und bleiben ein Randthema…Aber ein verdammt kultiges Randthema!!

http://www.myspace.com/electricwizarddorsetdoom
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