Domain “One million Lightyears from Home” 2/6

Point Music
Bewertung: 2/6
Spielzeit:
Songs: 0

Platte reingeschoben und mich erst einmal an meine heißgeliebten Demon erinnert gefühlt, bis dann plötzlich ein – ich trage das hier wortwörtlich vor – nana-nanananana in vielfacher Wiederholung auf mich losgelassen wird und ich mich frage, ob ich Melodic Hard Rock nur habe lesen wollen, und ob da nicht doch Volksmusik stand (lt. meinem Mitbewohner hört’s sich an wie zwanzig besoffene Wikinger mit ner E-Gitarre in der Hand). Nun ja, im weiteren Verlauf entpuppt sich die Mucke dann glücklicherweise doch als Hard Rock. Anständig schmalzige Refrains, quäkende Gitarrensoli, viel Keyboard-Bombast – die üblichen Trademarks eben. Dazu kommt ein eigentlich ganz guter Gesang, der mir bloß dummerweise ziemlich auf’n Sack geht, weil er so gewollt gefühlvoll daherkommt. Der Schmalzfaktor des Silberlings ist mir auch etwas zu hoch; spätestens beim vierten Lied haben sich meine Zehennägel hochgekräuselt. Danach fließt glücklicherweise erst einmal etwas weniger Fett aus den Boxen. Anschließend normalisiert sich das Programm wieder etwas, und spätenstens beim siebenten Song befinden sich meine Fußnägel wieder in Ausgangsstellung – wen wundert’s, schließlich ist jenes Lied ein Instrumental, das durch mindestens doppelt so viel Spielwitz aus dem Rest herausragt! Zum Ende werde ich dann weiter gequält (insbesondere mit Lied 9 – True Love?), und gnädigerweise folgt zum Ende noch ein weiteres Instrumental, diesmal allerdings eher auf Herzschmerz abzielend, so daß ich mich nach dem Genuß dieser Platte nicht doch sofort zum Holzhacken zurückziehen muß. Fazit: viel zu viel Rumgeschmalze, ansonsten schön rockig, teilweise recht nette Soli, insgesamt aber ziemlich unspektakulär und macht mich bedauerlicherweise nervös…