Celesty “Legacy of Hate” 3/6

Arise Records
Bewertung: 3/6
Spielzeit: 55:20
Songs: 9

Dass der finnische Winter lang und dunkel ist, wissen wir alle, und dass der soeben den Kinderschuhen entstiegene Metaller zum Rollenspiele neigt, ebenso. Da liegt es für denjenigen, der zugleich noch Musikus ist, natürlich nahe, gleich einen kleinen Roman zu schreiben und diesen zu vertonen, um seine stählernen Brüder an seinen Welten teilhaben zu lassen. Ich habe nicht versucht, die Wörter zu zählen, aus denen der Text in diesem Booklet besteht, und ich habe es irgendwann auch aufgegeben herauszufinden, welches von den vielen Wörtern denn nun gesungen wird und welches nicht; und das alles ist ja im Grunde genommen auch nicht so wichtig, denn es geht natürlich um Helden, Eroberungen, Hass, Enttäuschung usw. Nette Geschichte, echt. Im übrigen auch nette Musik. Echt. Power Metal mit Chören, viel druckvollem Keyboard und der vollen Achtel- und Sechszehnteldröhnung. Echt nett. Leider fällt mir dazu nicht mehr ein, als dass ich die Scheibe als genauso überflüssig empfinde wie die x-te Promi-Bio vom Schlage eines Olli Kahn u.ä. Aber für diejenigen, die unbedingt eine weitere Dröhnung Power Speed mit den ewig gleichen Heiterkeitsmelodien benötigen, ist das Teil eine sichere Bank. Die Jungs können spielen, der ein oder andere Spannungsbogen ist dabei, manchmal ist ein Riff direkt druckvoll zu nennen (könnte aber auch am guten Sound liegen) und singen kann der Knabe hinterm Mikro auch. Also kann ich hier vollkommen beruhigt ein klassisches Durchschnittlich vergeben, und das muss eigentlich auch genau das sein, was von den Finnen angestrebt wurde, denn auf Experimente wartet man auf diesem brav heruntergespielten Album vergeblich. OK, es wird mit einigen Death Metal-Grunts aufgewartet, aber rechtfertigt dies zu sagen, wir bekämen „… something epic but dark, something progressive yet melodic …?“ Wohl kaum…
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