Bornholm “March for Glory and Revenge” 3/6

Plastic Head Music
Bewertung: 3/6
Spielzeit: 46:00
Songs: 9

Manche mögen die Dinge eher kompliziert, insbesondere wenn es um Abstammung und vermeintliche Ahnen geht. So auch die Band Bornholm aus Ungarn. Da man vermeintlich zwanghaft mit den Skandinaviern verwandt sein möchte wird ausführlich erklärt, wie der Bandname zu Ungarn passt.

So ist Bornholm eine Insel, welche südöstlich von Schweden liegt, aber politisch zu Dänemark gehört. Einige Langobarden, welche dort gewohnt haben sollen, haben eine Reise in die Karpaten durchgeführt und dort aus heller Burderschaftsfreude sich den Heiden aus Ungarn angeschlossen. Das alles geschah angeblich im fünften Jahrhundert vor Christus (?) und führt nun, 2500 Jahre später, zu dem Namen der Band.

Lange Rede, kurzer Sinn – was hat die Band musikalisch zu bieten? Meines Erachtens leider nicht viel. Nach einem belanglosen Intro wird schneller, teils rasender Black Metal mit klassischen Gesang a la Enslaved angeboten, wobei der epische Faktor sicherlich nicht der Gleiche ist.

Die neun Lieder mit solch ellenlangen Titelnamen wie „ Where The Light Was Born (Thule Ultima A Sole Nomen Habens)“ kredenzen dabei die oben angedeutete Mischung aus Paganismus im Black Metal Gewand, unterbrochen durch einige ruhigere „Folk“- Passagen und hier und da einem zaghaften klarem Gesang. Auch die Trompeten von Zoltan Pals (Sear Bliss) fehlen nicht, führen aber auch zu keiner wirklichen Verbesserung der durchschnittlichen Klangstrukturen.

Das erste Lied ist sicherlich das stärkste Stück auf diesem Album, was dessen Positionierung nach dem Intro noch verwunderlicher macht. Denn danach geht es eher Abwärts und die Langeweile ist vorprogrammiert.

Für Anhänger des „härteren“ Pagan-Metals, welche sich mit Musik von Finntroll und Konsorten nicht anfreunden konnten ist ein Reinhören sicherlich keine Zeitverschwendung, aber auch kein Muss.

www.bornholm.hu
http://myspace.com/bornholm