UDO “Thunderball” 6/6

AFM-Records
Bewertung: 6/6
Spielzeit:
Songs: 0

Etwas Gutes hat die ganze Debatte um die Renten in Deutschland: UDO, die ehemalige Röhre von Accept hat sich offensichtlich von der Idee eines geruhsamen Lebensabend verabschiedet und geht mit gutem Beispiel voran und
erweitert die Lebensarbeitszeit weit über das gewerkschaftlich akzeptable Mass hinaus. Aber so wie es im Fussball keine Frage nach Alt oder Jung sondern nur nach Gut und Schlecht gibt, kann man auch hier sagen, dass Herr Dirkschneidert trotz grauer Schläfen keine Ermüdungserscheinungen zeigt und
ein formidables Scheibchen rausgehauen hat. Nach einer mehrwöchigen Dauerrotation gibts noch keine Abnutzungserscheinungen an dem Silberling, die Rübe kreist beim Zwiebelschneiden, beim Fleischkäse braten oder bei
jeder anderen typisch teutonischen Beschäftigung. Ich bin mit den Solowerken leider nicht allzu vertraut und will auch kein Urteil über die früheren Sachen wie Timebomb abgeben, aber Thunderball wird jede Nackenmuskulatur von 15 bis 65 gewaltig strapazieren. Die Accepttage haben natürlich unverkennbare Spuren im Sound hinterlassen aber auch neue Elemente wie das
mit russischer Folklore aufgepeppte Trainride in Russia sind echte Ohrwürmer in bester deutscher Metal-Tradition. Krankhafte Modernisierer, die uns 92 die Weltherrschaft des Grunge prophezeit haben und Metal in der Rumpelkiste der Rock-History verschwinden sahen, werden natürlich an den
Songs keine Freude finden, jeder Chor, jedes Riff und jeder Beat haut hier voll auf die vor Jahrzehnten begonnenen Kerbe und an irgendwelche Trends scheint Herr Dirkschneider keinen Gedanken zu verschwenden! Hier bleibt kein Wunsch offen, weder am fetten Sound, noch an der Spielfreude der
Gitarrenfraktion. Als Aufwärmer zur Tour mit Rebellion kann ich jedem Headbanger diese Scheibe nur wärmstens ans Herz legen. Limitiere Versionen gibts natürlich auch und ne grosse DVD mit unveröffentlichtem Material. Von mir gibts ne Kaufempfehlung und eine Gratulation zum vorgezogenen Unruhestand. Mögen noch viele solche Alben folgen. Eines der Highlights des
Jahres-egal was da noch kommt!
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