The March of Seasons “My winter” 3/6

Graves Records
Bewertung: 3/6
Spielzeit: 44:10
Songs: 12

Von Vivaldi stammen bekanntlich die „Vier Jahreszeiten“. Daß seine Landsleute bei der Wahl ihres Bandnamens THE MARCH OF SEASONS, zu deutsch „Der Lauf der Jahreszeiten“, sich dabei in irgendeiner Form haben inspirieren lassen, davon ist wohl eher nicht auszugehen. Metalcore ist nämlich angesagt. Meist aggressiv und ungebremst wird schnell deutlich, daß Gruppen wie HEAVEN SHALL BURN oder NEAERA hier Pate gestanden haben. Von der in Italia ansonsten üblichen Masche, etwas schmalzig-melodischer als im Rest der Welt zu musizieren, ist nicht viel zu spüren. Warum sich der Sänger da ausgerechnet Emo nennt, bleibt sein Geheimnis. Allenfalls in „Still“, dem ruhigsten Stück des Albums oder bei „The liar’s confession“ driftet man ein wenig in ebendiese Emo/Screamo-Gefilde ab. Alles in allem ist den Italienern mit „My winter“ ein gutes Debütalbum gelungen, deren größtes Manko ist, daß eine solche Einschätzung auf öchzig andere Metalcore-Kapellen ebenfalls zutrifft. Es ist nicht viel dran auszusetzen, wenn Neulinge am Anfang begeistert ihre Faves nachspielen. So fängt man halt an. Früher oder später wird man sich aber von den Vorbildern lösen und auf eigenen Füßen stehen müssen. Sie sind nun mal nicht die Originale. In diesem Sinne hat „Der Lauf der Jahreszeiten“ noch viel Spiel nach oben. Warten wir auf den Frühling…
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