The Great Deceiver “Terra Incognito” 5/6

Peaceville
Bewertung: 5/6
Spielzeit: 40:43
Songs: 10

Von allen Bands, bei denen Tompa Lindberg zur Zeit das Mikro malträtiert, sind THE GREAT DECEIVER etwas ganz besonderes. Der ehemalige GROTESQUE- und AT THE GATES-Schreihals ist da gleicher Meinung, sieht er die Truppe doch als seine Hauptband an und überdies als ideologischen Nachfolger von At THE GATES, wie er in Interviews zur Vorgängerscheibe „A venom well designed“ (2002) oft genug betont hat. Was das auch immer heißen mag, musikalisch muß man schon deutliche Abstriche machen. THE GREAT DECEIVER sind wesentlich moderner als die alte schwedische Kultband. Sie klingen eingängiger, sind wesentlich melodiebetonter, gleichzeitig aber auch unglaublich aggressiv und roh. Lärmende Stakkatogitarren sorgen für ein Wummern im Darm, das man Mühe hat, den Schließmuskel unter Kontrolle zu halten. Tompas Gebrüll ist einerseits so vertraut wie der Eifelturm in Paris, andererseits so höllisch tief und so verdammt hardcore-mäßig, das man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt. Wären das hier unbekannte Neulinge, man würde die Mucke wohl zeitgemäß als „Metalcore“ titulieren. Ist es aber nicht, genausowenig wie es in die (melodische) Death oder Thrash Metal Schublade paßt. Es ist irgendwo von allem etwas, ein ganz eigenes Gebräu. Kraß und intensiv. Ein fast hypnotisches Stück extremer Musik. Es kriecht in dich hinein wie ein Alien, und ist es erst mal drinnen, dann hast du keine Chance mehr…
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