Nasum Interview

Nach ihrem umjubelten Auftritt auf dem „Fuck The Commerce„ (ihr erster Deutschland-Auftritt seit fünf Jahren) und der neuen starken CD “Human 2.0” war es Zeit, diese außergewöhnliche Band zu interviewen. Anders Jakobsen (dr./ voc.), Gründungsmitglied und Kopf der Band, stellte sich meinen Fragen.

Anders, kannst du uns zuerst einen kurzen Überblick über die Geschichte von Nasum geben?
Die Band wurde 1992 gegründet. Ich bin das einzige Mitglied, das aus dieser Zeit noch dabei ist, obwohl Mieszko (git./ voc.) noch vor unserer ersten 7„ dabei ist. Das war eine split-7„ mit Agathocles, die hieß „Blind World„. Wir haben über die Jahre viele EP´s und CD´s gemacht und einige Bandmitglieder ausgetauscht, aber immer die selbe Art Grindcore gespielt.

Ihr habt auf dem FTC eine furiose Show gespielt und seit von den Leuten gefeiert worden.
Das seh’ ich nicht so. Die Show auf dem FTC war sicherlich die schlechteste, die wir im neuen Line-Up gespielt haben. Zuerst rissen Jesper und Mieszko einige Gitarrenseiten und dazu kam noch, das wir uns auf der Bühne nur schlecht hören konnten. Durch all das war unsere Gelassenheit weg, die wir normalerweise auf der Bühne haben und einige Songs waren total abgefuckt. Aber die Fans mochten uns trotzdem und das ist das Wichtigste. Wir haben auch eine Tour geplant für den Herbst, aber bis jetzt ist noch nichts konkret.

Kommen wir zu eurer neuen CD, „Human 2.0„. Hat der Titel eine Bedeutung, wie z.B. eine neue, bessere „Version„ Mensch?
Es ist jedem selbst überlassen, sich Gedanken über den Titel zu machen. Wir wissen, was wir damit sagen wollen, aber andere Leute können völlig andere Ansichten über den Titel haben, das ist auch o.k. (zu gütig, Anm. d. Verf. ; ) Man kann das mit Software vergleichen, wo die Version 2.0 manchmal eine Verbesserung darstellen kann, aber auch noch voller Fehler sein kann….

Das Cover, das ganze Layout der CD erinnert mich an Cyberpunk/  Sciencefiction. War das eure ursprüngliche Absicht? Und wer hat das Cover gemacht?
Wir hatten die Idee schon länger und zusammen mit unserem Freund Robert ausgearbeitet. Er machte eine bessere Arbeit als wir uns erhofft hatten und mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden. Und es ist auch irgendwie einzigartig in der Grindcore-Szene, so ganz ohne Blut, Gedärme und Eingeweide haha!
Robert hat schon unsere „Inhale/ Exhale„-CD bearbeitet und auch für einige schwedische Underground-Bands gearbeitet.

Es gibt euch mittlerweile seit acht Jahren. Warum habt ihr in dieser Zeit erst zwei CD´s veröffentlicht? Und warum bringt ihr so viele Sachen auf Vinyl raus? Seit ihr irgendeine Art von „Retro-Freaks„?
Nun, wir haben nicht nur diese zwei CD´s rausgebracht, sondern auch noch unsere MCD „Industrislaven” 1995. Ausserdem sind wir noch auf zwei Compilations vertreten, haben also insgesamt fünf CD´s (naja, wenn man Sampler als volle CD´s zählt… Anm. d. Verf.).
Desweiteren haben wir noch fünf oder sechs EP´s und ein Tape auf dem Markt. 7„EP oder Split-7„EP´s sind sowieso ein gutes Format für Grindcore-Bands, das hat nichts mit Retro-Gedanken zu tun. Es ist immer schön, zwei Bands für den Preis von einer zu bekommen. Und manchmal hat man eh nur die Kraft für eine Seite einer 7„er. Deswegen mögen wir Split-7„, nur leider brauchen sie meistens so lange, bis sie rauskommen.

Mieszko hat ja sein eigenes Studio, das Soundlab, aufgemacht, das zu großen Teilen aus Überresten den legendären Unisound-Studios von Dan Swanö besteht. Es schwebt also noch ein wenig der Geist des legendäres Studios über dem Soundlab. Ihr habt dort auch „Human 2.0„ aufgenommen. Wie ist es, im eigenen Studio zu arbeiten?
Oh, es ist nicht schlecht, man hat mehr Ruhe und Niemand hetzt einen. Obwohl wir manchmal etwas Druck brauchen, sind wir doch ein wenig faul. Allerdings nehmen wir uns nicht so viele Tage Zeit, um etwas einzuspielen. So schaffen wir uns selber Druck und die Musik hört sich roher, direkter an. Das ist es, was Grindcore und Nasum ausmacht.
Das Studio läuft übrigens sehr gut, Mieszko ist bis 2001 ausgebucht.

Ihr habt in Europa und 1999 auch in den USA gespielt. Ist euch ein Unterschied zwischen den Fans aufgefallen?
Nicht wirklich. Ich würde nicht sagen, daß es einen großen Unterschied zwischen US- und europäischen Fans gibt. Es sind hier und dort die gleichen Leute, die zu unseren Shows kommen.

Habt ihr Kontakt mit anderen schwedischen Bands? Gibt es eine Szene in Örebro?
Ja, wir sind mit vielen Bands in Schweden in Kontakt, es ist ja kein so großes Land! Örebro hat eine große Szene mit Bands, die alle unterschiedlich klingen und das ist sehr cool! Zum Beispiel Millencolin, The Peepshows, Wolf und einige andere.

Und die letzte Frage: Was machen die Mitglieder von Nasum, wenn sie mal nicht im Studio weilen?
Nun, ich arbeite als Webdesigner bei einer örtlichen Zeitung, für die ich auch regelmäßig schreibe. Mieszko hat sein Studio, was wie gesagt gut läuft und wo wir auch unseren Kram aufnehmen. Jesper arbeitet mal hier, mal da. Verschieden Jobs an verschiedenen Orten.

Zum Abschluß noch ein paar Worte?
Danke für das Interview und schaut auf www.nasum.com für die neuesten News und Infos!