Mad Max “Night Of White Rock” 4/6

AOR Heaven
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 43:53
Songs: 11

Einst (1983) ließ man den Donner rollen, später (1987)gehörten Ihnen immerhin noch die Nächte der Leidenschaft, vor knapp 6 Jahren sagte man niemals nie – nun sind Mad Max als vermutlich längst brave Familienväter, spätestens nachdem sie durch die Schwiegermütter zur Taufe ihrer Kinde getrieben wurden, beim White Metal angekommen. Glücklicherweise bezieht sich diese Bezeichnung ja nur aufs lyrische Konzept, denn das Rocken haben die Herren Voss, Breforth, Bergmann und Kruse zum Glück bei allem Heilsgeschrei nicht vergessen. Hier wird immer noch ordentlicher, deutscher Rock geboten, der schon vor zwei Dekaden altbacken klang und doch immer noch so erfrischt wie eine gut abgehangene Dauerwurst. Freunde deutschen Hard Rocks werden jedenfalls mit den ersten Liedern dieser Platte ihre helle Freude haben, der Beginn mit „To Hell And Back Again“, „Losing It Again“ und „Hope To See You“ ist schlicht erhaben, rockig, schmalzig wie eine gefettete Harley und mit tränentreibenden Refrains versehen – Respekt. Leider Gottes lässt das Album dann kontinuierlich geradezu rapide nach. Mag die vorwiegend auf Keyboards basierende Ballade „Unbelievable“ als Einstiegsdroge für Blues-Tanz versessene Jugendliche noch durchgehen und mag auch den beiden Folgestücken „Sign“ und „Homeless“ ein gewisser Charakter noch zuzusprechen sein (auch wenn sich spätestens da ein dämlicher Refrain einschleicht), so verliert sich das Album doch anschließend in Mittelmäßigkeit und klingt, als versuche man mit Tempo 30 über die Autobahn zu dackeln. Von den letzten vier Songs verfügt einzig „A Bad Day in Heaven“ (ist lt. Text „A Good Day In Hell”…) noch über eine gewisse Ausstrahlung. Insbesondere der Titeltrack wirkt erschreckend beliebig, wofür ein gemütliches akustisches Abschlussinstrumental aber entschädigt. Und somit ist und bleibt diese CD empfehlenswert und wird gewiss ihre Freunde finden (und wir lernen daraus: Weniger ist manchmal eben auch mehr…).

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