In The Woods… “Three Times Seven On A Pilgrimage” 5/6

Prophecy/Connected
Bewertung: 5/6
Spielzeit:
Songs: 0

Ein neuer Meilenstein in Sachen Experimentierfreudigkeit hat das Licht der Metalwelt geblickt. Wie ein Chamäleon verstanden es In The Woods… von jeher, ihren musikalischen Stil von Platte zu Platte zu verändern. Einzig die wirre Originalität ihrer Kompositionen zog sich wie ein roter Faden durch sämtliche vier Werke. Vom rohen, aber epischen Black Metal-Opus bis hin zum abgedrehten Rockalbum ? In The Woods… setzten ihrer Kreativität bislang keine Limits. Auch Three Times Seven On A Pilgrimage führt diese Tradition fort und schickt den Hörer auf eine emotionale Abenteuerreise in die Musikwelt der späten sechziger bzw. früher siebziger Jahre. Doch In The Woods… wären nicht sie selbst, würden sie den Songs nicht ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken. Der Schwermut, bislang unumgängliche Begleiterscheinung jeder Komposition der Mannen um Sänger Jan Kenneth, ist auf dem neuen Meisterwerk fast gänzlich verschwunden. Statt dessen rückt Harmonie in den Mittelpunkt der In The Woods…?schen Klangvision, wenngleich die Norweger sich nach wie vor auf abgespactem Terrain bewegen. Als Hommage an das musikalische Erbe der Psychadelic-Bewegung sind auf Three Times Seven On A Pilgrimage vier Coverversionen vertreten, die sich nahtlos in das Soundgebilde einfügen, nämlich Epitaph (King Crimson), Let There Be More Light (Pink Floyd), White Rabbit (Jefferson Airplane) sowie If It?s In You (Syd Barrett). In The Woods… sind trotz vielfältiger Einflüsse weit davon entfernt nur Altbackenes aufzuwärmen, sondern untermauern durch die Integration ihres völlig eigenständigen Sounds in die Klanggebilde ein-drucksvoll ihren Status als eine der innovativsten (und unberechenbarsten) Bands der Musikszene. Wüßte man nicht, daß die Band auch dieses Werk noch toppen könnte, gäbe es hier bedenkenlos die Höchstnote.
(Review aus Eternity #14)