Helheim – Raunijar 4/6

541696Dark Essence Records

Bewertung: 4/6  Find‘ ich gut!

Songs: 5

Spieldauer: 41:30

Wenn die Norweger von „Helheim“ ein neues Album produzieren, hört die Viking-Metal-Welt schon einmal genauer hin. Schließlich hat das Auditorium es hier mit einer Band zu tun, die bereits seit 24 Jahren aktiv ist und neben mehreren EPs nicht weniger als acht Studioalben veröffentlicht hat. Grund genug, sich „Raunijar“, was so viel bedeutet wie „Der Herausforderer“ (eine Inschrift, die sich auf Speerspitzen aus der Wikingerzeit fand) einmal zu Gemüte zu führen.

Mit dem Opener „Helheim 9“ wird zunächst auf metallische Einflüsse und Elektronik verzichtet. Stattdessen eröffnet das Album bereits hier eine nordmännische Sicht- bzw. Hörweise, die sich nicht nur aus den Texten, sondern vor allem aus der Musik an sich ableiten lässt. Der Fokus liegt vor allem auf dem klaren Gesang, der, zugegebenermaßen, zunächst ein bisschen schief anheimelt, aber dennoch eine gewisse Atmosphäre zu erzeugen vermag. Maultrommeln und Co. tun ein Übriges.

Metal wird dem Hörer konsequent mit dem zweiten Song präsentiert. Gradlinig und heroisch, ohne übertriebenes Tam-Tam peitscht der Titelsong des Albums los und animiert zu eifrigem Kopfnicken. Das Gewürge und Gehuste mitten im Song wirkt deplatziert und hätte sich auf einem Punk- oder Corealbum sicher besser gemacht. So erweckt es eher den Anschein, als sei dies im Rahmen der Aufnahmen passiert und man hätte sich kurzfristig dazu entschlossen, das Gekötzel einfach mal zu integrieren. Warum auch immer, ansonsten ist es aber ein starkes Lied.

Der Song „Asgard Fall 3“ mag zwar zunächst aufgrund seines sehr gemäßigten Tempos und der wiederkehrenden gesanglichen Elemente ein wenig eintönig erscheinen, überzeugt aber durch sein virtuoses Gitarrenspiel, welches sich vor allem in den Soli niederschlägt. Auch der Rest des Albums bleibt vergleichsweise ruhig und melodisch, unterstreicht aber immer wieder durch starke Riffs und geschickt platzierte Interludes sowie instrumentaler Unterstützung von Geige und Keyboard seinen besonderen Charakter.

Abschließend lässt sich sagen: Wem bei Viking Metal nur Amon Amarth oder Thyrfing in den Ohren klingeln, sollte Abstand nehmen. Oder vielleicht eben nicht, denn die Erweiterung des persönlichen Horizontes sollte auch auf musikalischer Ebene ein permanenter Prozess sein.

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https://helheim.bandcamp.com/