Festering Flesh Interview

Festering Flesh sind eine junge Deathmetalband aus unserem beschaulichem Nachbarland Österreich. Ihr Demo „Deadly Defloration„ hat mir so gut gefallen, daß ich dem Bassisten der Combo, Maximus Perversus, mit ein paar Fragen auf den Leib rückte.

Moinmoin, wie geht’s, wie steht’s? Was gibt’s Neues aus Österreich?
Maximus: Geht schon. War ein anstrengendes Wochenende – du weisst schon, so viele Groupies und so. Alle wollten sie uns vernaschen nach unserm Gig. Es kamen nur die schönsten Frauen und sie wollten nicht mehr sein als nur unsere Sklavinnen. Das strengt einen wirklich an, bin total ausgeLUTSCHT ha ha.

Hört sich nach einem schönen Wochenende an he he. Wie wär’s, wenn du uns erstmal die Bandmitglieder vorstellst? Was für Musik hört ihr so, was arbeitet ihr, was macht ihr in eurer Freizeit, wel-che Macken hat jeder von euch?
OK, also Festering Flesh sind: The Vips Of Torture – Grunzer,
Thick Prick Schoasch – Zeigl,
Masturbathor – Fidel
Und meine Wenigkeit: Maximus Perversus – Dumpfgeign
Grundsätzlich darf ich über unser Privatleben ja nix erzählen, denn wenn die hunderttausenden Teeniegirls erfahren, dass wir alle schon eine kleine, rosa Fotze zuhause im Bettchen auf uns warten haben, dann würden die ja nicht mehr zu unseren Konzerten kommen und unsere Platte(n) kaufen, sondern zu n’stink abwandern… Aber ich werde mal eine Ausnahme machen, und dir exklusiv einen kleinen Einblick bieten: natürlich hat jeder von uns einen mehr oder weniger zivilisierten Job, Thick Prick zum Beispiel ist Schweinefabrikant – was auch unser engintimes Verhältnis zu den kuscheligen Fleischkolossen begründet. Hast du schon mal Auge in Auge mit einem Saubären um die Sau gebuhlt? Ein unvergeßliches Erlebnis. grrr…. Eigentlich haben wir vier ja ein eher gestörtes Verhältnis zu uns selbst, was einen leichten, aber durchaus angenehmen Hauch von Abartigkeit mit sich bringt. Nach der Arbeit onanieren wir gerne vor dem Fernseher rum, am besten zu viert, ein eingelegter Kaviar-Porno und ’ne Telefonsextussi in der Leitung. Oh, und eine Kiste Bier darf natürlich auch nicht fehlen. Am Wochenende gehen wir gerne in Discos und ficken ungläubige Techno-Fritzen mit unseren rauhen Schwänzen in den Popo, bis sie sich freiwillig zum Death Metal bekennen. Also hütet euch, wenn ihr Samstag abends mal einem von uns über den Weg läuft und wir auch nur den kleinsten Verdacht verspüren….

Harte Sitten in österreichischen Gefilden hehe. Eure Bandgeschichte ist ja schon sehr abwechslungsreich obwohl ihr noch eine sehr junge Band seit. Kannst ja mal erzählen, warum es mit den Aufnahmen zu eurem Demo so lange gedauert hat, Da spielte ja ein LKW eine wichtige Rolle, oder?
Jaja, die Geschichte mit dem LKW. Da wären wir wieder beim Thema Abartigkeit. Vips sorgt tagsüber dafür, dass die kaputten Karossen anderer wieder funktionieren – dafür muss er selbst an-dauernd seine Autos zu Schrott fahren. Aber das war nicht der einzige Grund, warum es mit unserem Demo so lange gedauert hat. Anfänglich hatten wir einige Line-Up-Probleme, dann als endlich Vips zu uns stiess, wandten wir uns doch öfter dem Alkohol als dem Liederschreiben zu – und dann auch noch die diversen Crashes. Thick Prick hatte z.B. mal für 2 Monate beide Hände eingegipst und konnte weder Schlagzeug spielen noch sich alleine den Arsch auswischen (geschweige denn der anderen genüsslichen Sachen für die man die Hände benötigt). Inzwischen haben wir uns auch schon so ca. 5 mal aufgelöst und wieder zusammengefunden, natürlich immer aus besonders wichtigen Gründen (z.B. Thick Prick zu Masturbathor während einer Probe: ‘Du spielst ja Black Metal…’ Daraufhin Masturbathor zu Thick Prick: ‘Und du spielst Punk du Drottl’ dann hat’s Festering Flesh für 2 Wochen nicht mehr gegeben… Alles in allem haben wir uns von dem ganzen Scheiß aber nicht einschüchtern lassen und ’98 unser Demo aufgenommen. Und diesen Sommer ist es definitiv wieder mal soweit für unser nächstes Release… (was ja auch wieder eine ganze Weile gedauert hat, aber darüber mehr bei der nächsten Gute-Nacht-Geschichte mit den eitrigen Jungs von Festering Flesh…)

Sag mal was über Euer neues Demo, wieso sollte der Durchschnittsdeathmetaller grade die CD von Festering Flesh kaufen und dafür die neue Britney Spears im Regal stehen lassen?
Weil wir einfach geilere Titten haben als sie!

Habt ihr musikalische Vorbilder?
Vorbilder im typischen Sinne haben wir eigentlich keine. Natürlich gibt es Bands und Musiker, die wir vergöttern und deren Erfolg wir natürlich auch gerne haben würden. Da dies aber realistisch gesehen sowieso nur schwer möglich (wenn nicht sogar unmöglich) ist, machen wir uns darüber mal keine Gedanken und denken grundsätzlich an uns und nicht an andere Bands. Ich glaube, dass gerade Festering Flesh ein gutes Beispiel für eine Band ist, die das tut was ihr Spass macht und sich nicht nach irgendwelchen Modetrends oder ähnlichem Scheiss richtet nur um PopOlär zu sein. Wie ich schon oft betont habe, werden wir immer so sein wie wir sein wollen – und nicht wie uns jemand gerne haben möchte. Wir haben nicht das ziel, die schnellste Band zu sein oder die technisch ausgefeiltesten Songs zu schreiben oder die meiste Kohle zu machen oder extraböse satanistisch zu sein oder möglichst vielen jungfräulichen Groupies ihre Unschuld zu nehmen (obwohl das an sich eine gute Idee wäre haha). Wir sind Festering Flesh. Und Festering Flesh ist genau das, was uns Spass macht und die Musik die uns gefällt. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich sind wir stolz darauf, dass wir bei den Leuten gut ankommen. Aber das kommt zu einem gewissen Anteil sicher auch daher, dass wir so sind wie wir sind und nicht versuchen irgend etwas oder irgend jemanden darzustellen. Und genau deshalb wird es von uns auch sicher nie eine Feuerspucker- oder wenig-bekleidete-Tussis-Bühnenshow geben nur um Leute anzulocken die dann im Endeffekt ja nicht wegen uns sondern wegen der Show da sind. Das würde mich extrem ankotzen.

Worum geht es in euren Texten? Im Booklet sind sie ja leider nicht abgedruckt? Und grade den Text solcher Perlen wie ‘Cunt Wide Open’ würde ich gerne mal lesen. Wer ist denn dafür verantwortlich? Und kann man die Texte auf eurer Homepage nachlesen?
Du kannst einige Texte auf unserer Homepage lesen, leider noch nicht alle. Die Texte der neuen Nummern werde ich auch noch auf die Homepage stellen (hätte ich eigentlich schon seit 3 Monaten vor). Worum es in den Texten geht? Du kannst einige auf unserer Homepage nachlesen. Scherz beiseite, grundsätzlich geht es um die schönen Dinge des Lebens: Blut, saufen, Sex & Gewalt. Man sollte dies aber nicht falsch verstehen: es ist nicht mein Ziel, einen Text zu schreiben, in dem 200mal Fuck, Shit oder Kill etc. vorkommt. Wenn ich einen Text schreibe, dann hab ich schon immer ei-nen gewissen Hintergedanken. Jeder Text von Festering Flesh hat einen tieferen Sinn, ob du es glaubst oder nicht. OK, ‘normale’ Menschen werden diesen Sinn nie ergründen können, weil sie sich von dem Gesamtkunstwerk abschrecken lassen oder ekeln. Ich bin einfach ein grosser Fan von expliziter Gewaltdarstellung. Horror- und Splatterfilme sind eine grosse Leidenschaft von mir. In gewisser Weise sind unsere Texte nichts anderes – in verbaler Darstellung eben.
In der heutigen Gesellschaft werden unangenehme Themen gerne verdrängt. Was ich in meinen Texten erzähle, ist jeden Tag auch in der Zeitung zu finden. Da blättert man gerne drüber. Sex- und Gewaltverbrechen stehen aber der Tagesordnung unserer zivilisierten Welt. Die texte sollen keine Moralpredigt oder sonstwas sein. Sie sollen die Leute einfach damit konfrontieren, dass soetwas auch in der realen Welt passiert. ‘Experience In Homosexual Necrophilism’ z.B. handelt von einem Mann, der seine Tochter schändet während der kleine Bruder zusehen muss. Bis der Bruder dann den Vater absticht Und sich an seiner leblosen Analfotze vergeht weil er selbst schon zum totalen Psycho geworden ist. Was ist daran so abwegig? Sicher, es ist etwas überzogen dargestellt, wie alle unsere Texte eben. Doch nur mit der extremen Darstellung kann man die Leute noch er-reichen. Wen interessieren schon Standard-Texte über Zerfall der Welt, dass die Polizei gemein ist, oder der Staat ein Arschloch? ist doch alles zum kotzen oft schon durchgekaut geworden.

Für wie wichtig hälst du denn das Internet? Vor allem für Nachwuchsbands könnte es ja eine neue Plattform sein, die ihnen zu höherem Bekanntheitsgrad verhelfen kann. Was denkst du darüber?
Das Internet ist uns sehr wichtig. Gerade für Underground-Bands wie uns ist es ein geeignetes Mittel um auf sich aufmerksam zu machen. Wir haben kein Werbebudget oder sonstwas, da bietet sich das web natürlich sehr gut an, sich zu präsentieren. Gerade auch die kleineren Magazine bzw. Webzines helfen uns sehr weiter. Die Leute, die sowas machen, tun dies noch aus Freude an der Musik, nicht so sehr wegen der Kohle. Die interessieren sich auch wirklich noch für die Bands, geben allen eine Chance (danke, genug des Lobes – Anm. d. Verf.). Das soll natürlich nicht heissen, dass sich sonst Niemand mehr für die Musik bzw. die Band, sondern nur noch für die Kohle interessiert. Aber in gewisser Weise haben wir es schon zu spüren bekommen, dass die Metal-Industrie nicht nur aus Idealisten besteht. Es ist eine Musikbranche wie jede andere, mit allem was dazugehört. Und da werden viele junge, unbekannte Bands oft ausgenutzt. In diesem sinne auch gleich mal ein Dankeschön an’s Eternity für das Interview und auch an alle anderen Zines die uns unterstützt und weitergeholfen haben!

Keine Ursache. Hmm, jetzt einen Übergang zu finden, ist verdammt schwer… deswegen laß’ ich es auch einfach. Was bedeutet euer Bandname und wie seit ihr auf ihn gekommen?
Hmm, Thema Bandname. Das könnte ja Eiter werden. Festering Flesh kommt von fester = eitern, verfaulen und flesh = das (lebende) Fleisch (nicht zu verwechseln mit meat). In den letzten 2 Jahren wurde unser Bandname schon sicher 10 mal falsch geschrieben, sei es auf Flyern, Plakaten, Eintrittskarten oder Backstagepässen. Die Palette reicht von Fistering Flash bis Fisted Flesh. Mittlerweile können wir ja schon drüber lachen, der falsch geschriebene Bandname gehört schon fast zu uns wie die abartigen Texte oder unsere Pseudonyme. Die Entstehungsgeschichte unseres Bandnamens ist einfach. Begonnen haben wir als ‘Torture’. Neuer Gitarrist, neuer Name: ‘Sophisticated’. Neuer Sänger, neuer Name: ‘Festering Flesh’. Sonntag nachmittag, 1 Kiste Bier, 2 Stunden. Name war gefunden. Hauptsächlich haben wir den Namen gewählt, weil ‘Sophisticated’ uns nicht wirklich gefallen hat. Im Finale standen dann ‘Piberbacher Spatzen’, ‘Anthropophagus’ und ‘Festering…’ Und wir waren der Meinung, dass ‘Festering Flesh’ am besten zu uns passen würde.

Piberbacher Spatzen wäre aber auch cool gewesen, mal ein etwas anderer Name. Wieso sind denn auf dem Backcover von ‘Deadly Defloration’ Schweine zu sehen? Eine Anspielung auf euch?
Wir haben in den letzten Jahren einfach eine gewisse Zuneigung zu den Schweinen entwickelt. Da unser Proberaum ja über einem Saustall liegt, sehen wir uns relativ oft. wir hauen uns gerne mal zu den kleinen Ferkeln in den Stall und fressen mit ihnen gemeinsam aus dem Trog oder spielen mit ihnen Fussball im Sommer auf der Wiese. (Anm.: die Säue sind NICHT der Ball, wir haben sie ja lieb!!!) ich hab schon oft überlegt, zu Gerlinde der Zuchtsau zu ziehen, aber wir haben uns schon oft gestritten, ein gewisses Kommunikationsproblem glaube ich. Angefangen hat alles mit einer blöden Wette: Thick Prick meinte, er würde mir den Bass-Amp bezahlen, wenn ich vor seinen Augen eine Sau rannehme. So hab ich Gerlinde kennengelernt…

Und natürlich liebengelernt, was? Aber die Beziehung zu euren schweinischen Freunden hat euch ja nicht daran gehindert, schon ein wenig Zeug zu veröffentlichen. Was kann man denn von euch erstehen?
Bis jetzt haben wir leider erst eine Demo-CD mit 5 Tracks veröffentlicht. Das war Anfang 1999. Im vergangenen Jahr haben wir uns sehr stark auf Liveauftritte konzentriert, was unseren Bekanntheitsgrad in Österreich doch erheblich steigerte Und in diesem Sinne eine gute Basis für unser nächstes Release darstellt. Wie dieses aussehen wird, ist noch nicht ganz klar. Sicher ist, dass wir heuer im Sommer mit den neuen Songs ins Studio gehen werden. Wir denken auch darüber nach, die besten Songs des Demos nochmal aufzunehmen, da der Sound am Demo nicht besonders ist und Songs wie ‘Cunt Wide Open’ oder ‘Ejaculate Into Dead Flesh’ zu den beliebtesten Songs unserer Fans gehören. So gesehen könnte es sein, dass wir 2 oder 3 Songs des Demos nochmal neu einspielen.
Wir haben vor kurzem ein Angebot von CCP-Records erhalten und sind nun am verhandeln und überlegen wie es weitergehen soll. Grundsätzlich wäre ein Deal für uns natürlich das Beste was passieren kann. Aber wie ich schon so oft gesagt habe, wir werden uns wegen nichts und niemanden ändern. Uns ist schon klar, dass wir wenn wir unter Vertrag sein sollten, nicht 100% alles alleine bestimmen können, doch grundsätzlich wollen wir selbst entscheiden, was wir veröffentlichen und wie dies auszusehen bzw. sich anzuhören hat. Das soll zwar nicht heissen, wir seien nicht kompromißbereit – aber wenn uns jemand will, dann so wie wir sind und nicht anders. Sollte es also mit dem Deal nix werden, dann wird’s ein zweites Demo von uns geben, aber in besserer Qualität als das erste.

Warum habt ihr euch überhaupt entschlossen, Musik zu machen? Gab’s da einen Moment, wo ihr sagtet ‘OK, Schluß jetzt, ich werde Rockmusiker!’ oder war es ein Riff, ein Song, irgendwas, das euch zum Metal getrieben hat? Und wie lange macht ihr schon Musik… Moment, seit ’96, da wart ihr ja noch alle sehr jung, so um 15,16,17….. wie würdest du die Musik beschreiben, die ihr damals gemacht habt?
Es war eine ganz spontane Sache damals. Ich z.B. höre schon seitdem ich 11 Jahre alt bin Metal. 1996 haben wir uns dann eben zusammengetan und wollten selbst Musik machen. So ein richtiges Schlüsselerlebnis für die Bandgründung gibt es eigentlich nicht. Zumindest war es von Anfang an auf Death Metal ausgelegt und wir haben immer schon nur das gemacht, was uns auch selbst wirklich zugesagt hat. Zum Metal gekommen sind wir wahrscheinlich alle durch die große ‘Modewelle’: Metallica & Guns’N’ Roses Anfang der 90er. glücklicherweise sind wir dann nicht zu Techno & Rave abgedriftet wie ein Grossteil der Leute damals, sondern haben uns alle auf die etwas härtere Gangart des Metals, Black & Death Metal, verlagert.

Mit welcher Band würdet ihr gerne auf Tour gehen? Und was würdet ihr dafür für Opfer bringen?
Opfer? Ich hoffe doch, das hat nichts mit Satanismus zu tun. Es gibt einige Bands, mit denen wir gerne auf Tour gehen würden. Ich traue mich jetzt nicht für die ganze Band zu sprechen, aber ich schätze mal, dass wir alle 4 am liebsten mit Cannibal Corpse auf Tour gehen würden. Wir haben sie schon sehr oft live gesehen, und George ‘Corpsegrinder’ Fisher macht einfach einen sehr gemütlichen Eindruck. Ich glaube, mit dem könnte man schon ganz nett ein paar Bier trinken gehen…
Natürlich ist uns aber auch wichtig, dass die Band mit der wir auf Tour gehen würden (bzw. die uns auf Tour mitnehmen würde – ist realistischer) vom Musikstil her gut zu uns passt. Bei einer reinen Black-Metal-Partie wären wir sicher fehl am Platz. Es sollten also schon Deather sein, mit denen wir durch die Lande ziehen, uns besaufen und den Fans eine geile
Show liefern.
Unsere FADLPOWER-TOUR mit den Power-Deathcore-Typen von Crusade war zum Beispiel super. Von der Musikrichtung her hatten wir einen guten Synergieeffekt: Power-Deathcore & unser Alpendeath. Nicht zweimal das gleiche aber ähnlich, so kamen die Leute wegen beider Bands (und natürlich waren immer auch ein paar lokale Bands dabei…) und weiters verstehen wir uns mit den Jungs von Crusade auch persönlich sehr gut. Da machen dann ein paar Gigs hintereinander jedes mal wieder richtig Spass.
So sollte es auch mit anderen Bands laufen, das wäre geil. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass jemand von uns seinen Job bzw. seine Ausbildung hinschmeissen würde, nur um mit Deicide oder Corpse 4 Wochen auf Tour zu gehen. Solange wir von der Musik nicht leben können wird es das nicht geben. Was nützt da eine geile Tour, wenn ich 3 Monate später in der Gosse lande? Es wäre sicher jeder von uns dazu bereit, den kompletten Jahresurlaub zu verwenden, um auf Tour gehen zu können. Natürlich brauchen wir uns auch nicht unbedingt zu waschen, wir haben von den Schweinen schon einiges gelernt. Und wenn immer genug Bier da ist, dann können wir schon mal aufs Essen verzichten. Also so gesehen würden wir schon einiges in Kauf nehmen….

Wie sieht’s mit der Metalszene in Österreich allgemein aus? Hab’ gehört, daß es undergroundmäßig ziemlich finster bei euch ist…
Wer hat dir denn diesen Schwachsinn erzählt? Finster? Finstere Typen – OK, das seh’ ich ein aber sonst ist’s alles andere als finster. Es mag für jemand Aussenstehenden vielleicht so wirken, umsonst heißt der Underground ja nicht Underground, aber ich kann dir versichern, dass sich bei uns gerade in letzter Zeit wieder einiges am Metal-Sektor tut. Belphegor haben mit ihrem neuen Silberling ja wieder etwas mehr Aufmerksamkeit für österreichische Bands gebracht. Schmerzhaft sind halt dann Aussagen von österreichischen Bands, die zu den wenigen gehören die zu einem Interview kommen, ‘dass sich in Österreich nix tut’. Das ist Schwachsinn. Grundsätzlich schneiden die sich dann ja selbst ins eigene Fleisch – wenn’s ihnen gefällt können sie das zwar ruhig machen, aber bitte nicht auf diese Art und Weise! Bei unserem letzten Gig in Wien z.B. wurden wir vier sehr positiv von Berserk überrascht. Auch Esophagus, Kettenbach, Legacy of Hate und Skullcrusher fallen mir ein, wenn du nach guten Bands fragen würdest. Ich hab jetzt sicher noch einige vergessen, die mir dann einfallen, wenn’s schon zu spät ist – ausserdem würde ich gerne noch Crusade & Olemus nennen, aber aufgrund unserer guten Kumpelschaft mit den Typen sind wir da schon eher befangen. Also macht euch selbst ein Bild vom österreichischen Underground – ihr werdet nicht enttäuscht sein!

Scheint, als müßte ich meine österreichischen Informanten ob dieser Fehlinformationen mal ein wenig martern he he. Aber egal. Was für Pläne habt ihr denn für das neue Jahr?
Wie ich vorher schon erwähnt hab, werden wir eine neue CD machen und natürlich auch jede Chance für einen Liveauftritt nutzen. Geplant sind zur Zeit einige lokale Gigs (z.B. am 7. April als Local Support vor Marduk, Mystic Circle, Behemoth, etc. .. in Wels), eventuell ergibt sich im Sommer/Herbst ein Gig mit Festering Saliva in München! Ich würde mich auch freuen, wenn wir die Fadlpower-Tour auf West- bzw. Südösterreich oder gar ins Ausland ausdehnen könnten. Aber da kann sich noch einiges tun – das Jahr hat ja gerade mal angefangen. Ich bin mir sicher, wenn wir im Herbst das neue Album herausbringen, werden wir auch wieder eine Fadlpowerähnliche Tour auf die Beine stellen und unsere Fans mit guter Live-Musik versorgen. Lasst euch überraschen.

Da können wir uns ja auf einiges gefaßt machen, das hört sich ja gut an. Wie läuft bei euch das Songwriting ab? Wer schreibt die Songs, habt ihr das so eine kreativen Kopf oder seit ihr eher Teamarbeiter und entwickelt die im Proberaum?
Unsere Songs entstehen folgendermaßen: wir hören uns CD’s an die uns gefallen, dann kopieren wir die Riffs und machen einen neuen Song daraus *g*. OK, erwischt, so ist es natürlich nicht: in erster Linie entwickeln wir die Songs natürlich im Kopf und während dies geschieht befinden wir uns im Proberaum…. Thick Prick und Masturbathor sind sozusagen die Masterminds, was unsere songs betrifft. 99 Prozent komponieren die beiden, The Vips und ich geben halt dann immer noch unseren Senf dazu, dann gibt’s ne Riesenstreiterei, wir lösen uns wieder mal für eine Woche auf, und letztendlich wird der Song dann irgendwann fertig. Die texte schreib ich meistens schon vorher. Ich kann nicht auf Befehl einen Text zu einem neuen Song schreiben. Wenn mich mal die Muse packt (und hoffentlich nicht so schnell wieder los läßt – Anm. d. Verf. Der kleine Musen mag ), dann schreib ich drauf los und der Text wird gut. Wir entscheiden dann wenn der Song fertig ist, welchen Text wir verwenden. Yep, so ungefähr läuft das Ganze ab. Ich muss doch nicht erwähnen, dass da manchmal Bier im Spiel ist, oder? (Nein, das war uns schon vorher klar, anders geht’s ja nicht hehe – Anm. d. Verf.) Der Vorteil am alkoholisierten Songwriting ist einfach, dass man die groovigen Parts total gut ‘rausbringt’ aus der Matschbirne. Wir sind ja so verklemmte Typen, da würde nix dabei rauskommen, wenn wir nüchtern wären. Die Devise ist: senken der Hemmschwelle, geile Songs machen, Groupies abschleppen….(Ach, so einfach ist das? – Anm. d. Verf.)

Was hörst du im Moment?
Das Surren meines PC-Lüfters.

Was würdest du Gott fragen, wenn du ihm eine Frage stellen dürftest? Und was dem besten Freund aller Metaller, dem Satan?
Ich glaube weder an Gott noch an den Satan. Ich glaube an die Kraft des menschlichen Geistes. Der Wille macht dich stark, nicht ein Gebet jeden Sonntag und hoffen auf Gnade Gottes. Natürlich darf jeder glauben was er will, ich hab nichts gegen religiöse Menschen – ich kann halt selbst nichts damit anfangen. Solange es niemanden schadet, stört es mich auch nicht. Ich hätte ja auch nichts dagegen, wenn die halbe Welt ‘Festering Flesh’ als Gottheit anbeten würde. Hmm… was könnte man da machen.. aber um auf deine Frage zurückzukommen: wenn es Gott und Satan geben würde, dann würde ich die beiden Typen genau das fragen, was ich auch den Rest der Welt fragen würde: ‘Hast du schon mal Auge in Auge mit einem Saubären um die Sau gebuhlt? Ein unvergeßliches Erlebnis. grrrr….’

Mit diesen besinnlichen Worten geben wir aus den Tiefen Österreichs zurück in’s Funkhaus. Bandkontakt: Hans Prüller, Hofmühle 9/18, 4053 Haid, Austria

www.festeringflesh.com