Eisregen “Rostrot” 4/6

Massacre Records
Bewertung: 4/6 – > Find ich gut!
Spielzeit: 49:12
Songs: 10

Eisregen sind Eisregen sind Eisregen. Mit “Rostrot” bedient die Thüringer Sicko-Kompanie in gewohnter Manier ihre fanatische Fangemeinde. Stilistisch hat sich die Band in den letzten Jahren ihre Nische zwischen rotzig-ruppigen Black-Punk, einfach-eingängigen (Reiter)-Melodien, rollendem Rammstein-Sprech, klimpernder Klavier-Melancholie und teils provokant bis grenzwertiger Lyrik geschaffen, die “Rostrot” nicht gravierend verändert. Die Eisregen-Fanaten werden somit freudig jauchzen, massiv Fans hinzu gewinnen dürfte die Band damit aber nicht. Das bunte Spektrum eröffnet das getragen geklimperte “Erlösung”, bevor die – nomen est omen – Streubombe “Schakal – Ode an die Streubombe” die ersten Scheitel rasiert, es folgt die bereits bekannte Single-Auskopplung und Düster-Rock-Hymne “Madenreich”, “Ich sah den Teufel” und “Blutvater” sehe ich mich an die Reiter erinnert. Die Schlussphase leutet mit “Wechselbalg” noch einmal ein garstiges Brett ein, ehe die Dublette aus “Fahles Ross” und dem Titeltrack – beide geeignet, um aufgeputschte Eisregen-Maniacs wieder abzukühlen und vom Trip runterzuholen – die CD beschliesst. “Rostrot” ist in Eisregen-Maßstäben sogar als Ballade zu bezeichnen.

Mein Fazit: “Rostrot” ist ein abwechslungsreiches Album, das Spass macht und einige Songs parat hält, die schnell im Gedächtnis bleiben. Auf die Eier geht mir auf Dauer der gepresst krächzend-kratzende Gesang mit dem extra betonten ‘R’ (bestes Beispiel das schleppende “Bewegliche Ziele”), der viele Stücke dominiert – auch wenn gesanglich daneben auch variiert wird. Textlich sollte man den Eisregen-typischen Stil abkönnen und sich auf das Schlimmste einstellen (in diesem Fall das grenzdebile Geschmacksmuster “Kathi das Kuchenschwein” mit Schmunzler-Intro und Ärzte-Schlagseite).

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