Destruction “Inventor Of Evil” 4/6

AFM Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 58:25
Songs: 14

Der Butcher und seine Kumpels sind zurück…Die vierte Platte nach der Reunion mit olle Schmier verfolgt die Back-To-The-Roots-Marschroute der letzten Scheiben konsequenter und kompromissloser denn je. War man auf „All Hell Breaks Loose“, „The Antichrist“ und „Metal Discharge“ noch redlich bemüht, die Waage zwischen Old School und Moderne halbwegs zu halten, so ist man diesmal (fast) wieder in den 80ern angekommen. Das Cover des Albums, welches den fetten DESTRUCTION-Metzger zeigt, deutet schon an, dass man diesmal wirklich nahtlos an Klassiker wie „Eternal Devastation“ oder „Release From Agony“ anschließen will. In der Vergangenheit gab es ja von allen Seiten Nörgeleien wegen Peter Tägtgrens zu moderner Produktion („All Hell Breaks Loose“) oder dem von V.O. Pulver zu lasch in Szene gesetzten Drumsound („Metal Discharge“). Diesmal soll’s also der richtig dicke Wurf werden…Und, hat’s geklappt? Teilweise, würde ich sagen. Der Sound ballert diesmal sehr amtlich, ohne zu modern (oder zuuu altbacken) zu erscheinen. Sogar die Drums knattern kraftvoll, ohne allzu klinisch zu tönen. Beim Songwriting hatte man ebenfalls ein glückliches Händchen, denn „Inventor Of Evil“ enthält mit die besten Stücke der gesamten Post-Reunion-Phase. Aus diesem bunten Haufen thrashender Kleinkunstwerke sticht besonders der Track „The Alliance Of Hellhoundz“ hervor. Hier holten sich Schmier, Mike und Marc einen riesigen Haufen Gastsänger, jeder eine Koryphäe in deinem Metal-Teilbereich, als Schützenhilfe ins Studio. Es fanden sich solche illustre Schreihälse wie Messiah Marcolin (Candlemass), Peavy (Rage), Speed (Soilwork) oder Doro im Studio ein, um ihr Scherflein zum Gelingen von „The Alliance Of Hellhoundz“ beizutragen. Leider hat „Inventor Of Evil“ den gleichen Schwachpunkt wie seine Vorgänger aus den letzten paar Jahren: die Songs hämmern zwar saugut los, bleiben auch recht schnell im Ohr hängen und machen insgesamt einfach `ne Menge Spaß, aber leider nutzen sich die Stücke ziemlich fix ab. Die Langzeitsuchtwirkung von „Release From Agony“ (meiner Meinung nach die beste DESTRUCTION-Platte überhaupt!) oder „Infernal Overkill“ erreicht „Inventor Of Evil“ bei weitem nicht. Den Großteil der Knüppelnden Konkurrenz stecken die werten Herren Zerstörer mit dieser Scheibe aber trotzdem locker in die Tasche. Nur im Vergleich mit Milles letztem Hammerwerk „Enemy Of God“ zieht dieses Teil klar den Kürzeren…
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