Desekration Interview

Anno 1999, in einem Irish Pub, irgendwo in Marburg, traf man sich mit DESEKRATION Gitarristen Jörg Hoffmann und Michael Beutel, sowie Sänger Christian Grünewald zu einem feucht-fröhlichen Gelage… Dass es im Metal nicht immer sooo ernst zugehen muß und es im Endeffekt immer noch um den Spaß and er Sache geht (was viele Leute manchmal zu vergessen scheinen…), beweisen die Desekrations allemal, und wenn man sich dann mal gegenseitig niedermacht, ist dies alles doch nur ein Zeichen reiner Nächstenliebe, aber seht am besten selbst…..

Die Wurzeln dieser Band gehen bis in das Jahr ‘92 zurück, wo man sich mit zum Teil anderer Besetzung, anderem Bandnamen (zunächst nannte man sich OBSCURITY) und anderem Musikstil aufmachte, ein bißchen Lärm auf die Menschheit loszulassen…
Jörg: „Bei mir stand schon mit 12, 13 Jahren, als ich mir meine erste Gitarre kaufte, fest, dass ich Musik machen wollte, dass daraus aber mal etwas Ernsthafteres werden würde, wußte ich zu dem Zeitpunkt natürlich nicht. Damals habe ich zusammen mit unserem ehemahligen Drummer oder auch anderen Kumpels mal hier, mal da gejamt.“
Christian:“Jugendlicher Leichtsinn war das alles. Das lief so spontan auf die Tour ab ‘Hey, lass’ uns Krach machen!’“
J: „Ja, ziemlich geistesgestört würde ich sagen…“

Doch je länger man damals daran „arbeitete“, musikalisch irgendwas auf die Reihe zu stellen, desto mehr entwickelte man eine musikalisch sinnvolle Basis, die den weiteren Weg bestimmen sollte…
C: „Anfangs spielten wir ein Gemisch, welches man wohl eher als eine Art ‘Krach-Punk’ beschreiben könnte. Das war ein Gebrülle-Geschrei mit deutschen Texten…“
Michael: „Ihr hattet Texte, echt? Das wußte ich gar nicht.“
C: „Doch, wir hatten Texte! Ungescheite Texte, ungescheite Musik und ungescheite Musiker, ha ha…“
J: „Danach stieß dann mal ein relativ alter Gitarrist, der Hacky, zu uns, der mir persönlich sehr viel beige-bracht hat.“
M: „Er hat uns allen sehr viel beigebracht, im Sinne von Lieder und Riffs mal anständig aufeinander abzu-stimmen und solche Sachen, das haben wir alles bei ihm gelernt.
C: „Er hat gewissermaßen den Grundbaustein für unsere musikalische Karriere gelegt, ha ha…“
J: „Zu dieser Zeit haben wir Power Metal gespielt, stinknormalen Power Metal, die Songs waren auch alle von ihm geschrieben. Damals hatten wir weder Bandnamen noch einen Sänger und sind so auch nie live aufgetreten. Als uns dann besagter Gitarrist verlassen hatte, haben wir uns aufgemacht, eigene Musik zu machen, was dann in ‘Krach’ endete, mit OBSCURITY. Der Grüni (Christian – Anm. d. Verf.) hat dann anfangs noch Bass gespielt und dabei geschrien, bis wir uns einen neuen Basser gesucht haben und er sich völlig auf den Gesang konzentrieren konnte. Das Line-Up hat sich dann immer wieder geändert, aber was eigentlich am wichtigsten ist (Jörg wendet sich an Michel)… Seit wann bist DU dabei?“
GROßES GELÄCHTER…
J: „Das finde ich jetzt wirklich am wichtigsten…“
C: „Ja, als wir bereichert wurden von unserem reizenden Michael…“
M:“War das jetzt ‘ne Fangfrage?Also ich bin dann so Anfang ‘98, als wir uns zu DESEKRATION gegründet haben, dabei gestoßen. Vorher hab’ ich mit ein paar anderen Jungs eine Mischung aus Punk und Rockmusik fabriziert und dadurch sehr viel von einem erfahreneren Gitarristen gelernt. Das endete dann noch in CRYPTIC MORTUARY wo ein paar Mitglieder von REQUEST, eine Hardcore-Veganer Band, dabei waren.  Mit Cryptic hab’ ich dann jedenfalls mit Death Metal angefangen, ich würde es schon fast Grindcore nennen, denn es war wirklich abgedreht.“
C: „Ja, mit Snareblast und Gegrunze ohne Ende…“
M:“Genau, so kam ich eben zum Death Metal und hab’so auch  viel bezüglich des Spieltechnischen gelernt, denn ich hatte nie einen richtigen Lehrer. So machte es eben am meisten Spaß. Dann kam der Jörg  an und fragte, ob ich nicht bei Desekration mitspielen wollte. Das war ‘ne blöde Geschichte, denn als ich früher meine erste Gitarre gekauft hatte, wollte ich schon mal bei Desekration mitmachen, doch ihr Ex-Schlagzeuger hat mich hinter meinen Rücken rausgeschmissen, da ich überhaupt nicht spielen konnte, ha ha… Jörg meinte dann ob ich nicht doch wieder Lust hätte, wegen der Geschichte damals und ich meinte halt, mein Gott, lass’ die Zeit vergehen, ich mach’ einfach mit, mal sehen was dabei rauskommt. Außerdem waren die Desekration Leute alle gute Kumpels von mir und ich wollte schon immer was mit dem Jörg zusammen machen…“
J: „DANKE! Ha ha…“
M: „ Mit dir Grueni natürlich auch, he he…“

Das erste, für Desekration erwähnenswerte Lebenszeichen gab’ man ‘95 mit dem Obscurity-Demo ‘Last Day’ von sich.
C: „Das Demo war nicht besonders gut. Es enthielt sechs Stücke mit ziemlich derben Gegrunze, es war nicht unbedingt, sagen wir, sehr ausgereift. Die Stücke gingen in die Richtung derber Death Metal mit Heavy Metal Einflüssen und enthielten keinen cleanen Gesang wie jetzt auf der Debut-CD ‘Naudhiz’. Wir haben darauf einige schlechte Kritiken bekommen, oft wurde uns gesagt, dass in den Songs einfach der Höhepunkt fehlt. Aber das waren Kritiken, die uns sehr geholfen haben, am Aufbau der Lieder zu arbeiten. Deshalb sehe ich schlechte Kritiken auch als sehr positiv an, mit schlechter Kritik kommt man am weitesten.“

Dass es bei Desekration auf die Musik ankommt und das Drumherum eher Nebensache ist, zeigen auch die Reaktionen als man auf den Bandnamen zu sprechen kommt.
C:“Der Bandname war natürlich meine Idee, ha ha…“
J: „‘Ne Katastrophe war das!“
M: „Wir standen mit ‘Naudhiz’ im Studio und haben hin und her überlegt. Ja wie heißen wir denn jetzt? Der Name schwirrte schon vorher in unseren Köpfen herum, aber während der Produktion hat er uns dann gar nicht mehr zugesagt. Da wir aber schon ein paar Gigs unter DESEKRATION gespielt hatten, haben wir es schließlich dabei belassen.“
C: „Ob der Name eine tiefere Bedeutung für uns hat? Och…“
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DANN LAUTES GELÄCHTER

J: „Naja, Hauptsache er passt zur Musik!“

Die Frage nach den Groupies und sonstigen persönlichen Schwächen wirft jedoch immer wieder nette Bilder ans Tageslicht…
C: „Wer hier die Groupies abkriegt? Ha ha, da wähle ich eindeutig den Marc (der Bassist – Anm. d. Verf.)!“
M: „Aber wirklich, das ist unser Frauenheld, he he… Groupies, naja, ich weiß nicht, bei unserer Art von Musik? Da wo wir spielen gibt’s nicht viele Frauen…“
J: „Nee, Grüni hatte mal ein Groupie, das ist jetzt seine…“
C: „Das ist jetzt meine Lebensgefährtin und Mutter von meinem Kind, ha ha… Genau, das ist mein Groupie!“!
J: „Nein, solche Schweinereien machen wir nicht…“
M: „Sex erst nach der Hochzeit! *g*“
C: „Das meiste Bier drinkt natürlich der Jörg…“
J: „Ey, das weis ich vehement zurück!“
C: „Und kranke Hobbies…Marc!“
M: „Das ist richtig, ja, Marc ist unser Workaholik…“
J: „Ja, Marc ist komplett krank…“
C: „Sein Hobby ist einfach ‘immer was machen’. Nie ‘mal nur faul rumliegen’, der muß immer was tun haben.“
J: „Er ist schon leicht manisch der Typ…“
M: „Aber nicht schreiben, das ist gemein.“
J:“ Doch, er leidet an einer gewissen Manie, das kannst du ruhig schreiben. (Marc, das war Jörg! Fress’ ihn! – Anm. d. Verf.) Marc ist unser großer Kopf und absoluter Denker.“
M: „Wenn es jedoch darum geht, die Einfälle in die Musik einzubringen, muß ich sagen, dass da jeder von uns dran beteiligt ist. Jeder bringt ein gewisses Konzept mit, die Gitarristen kommen z.B. mit neuen Riffs an und haben schon eine ungefähre Vorstellung davon, wie diese kombiniert werden. Dann bringt jeder seinen Einfluß mit ein, spielt noch was anderes dazu oder unterlegt’s einfach.”

Während diesem Gesprächs stellte sich bei mir dann die Frage, wie Grüni als Musiker und junger Vater denn der Erziehung seines Nachwuchses nachgeht…
C: „Tja, ich bin halt schon alt, 23 nämlich, ha ha und hab’ halt zwei Kinder wobei die jüngste, Jessica, 2 Jahre alt ist. Wenn ich sie abends frage, was sie denn heute hören möchte zeigt sie immer auf die CD’s mit den Totenköpfen…Slayer! (Tja, früh übt sich was mal werden will… – Anm. d. Verf.)

Was die Besetzung angeht, so hat sich inzwischen auch wieder einiges getan…
M: „Desekration besteht jetzt aus Grüni am Gesang, Jörg (21) und mir (24) an der Gitarre, Marc (22 )am Bass und aus unserem neuen Schlagzeuger Sven (22) (der aus zeitlichen Gründen wieder das Handtuch geworfen hat, d.h. Desekration suchen momentan noch einen neuen Drummer, bei Interesse einfach melden! – Anm. d. Verf.).“
J: „Für’s Musikgeschäft sind wir ja eigentlich schon viel zu alt, wenn man sich die Scheiß Boygroups so anschaut…“

In dem Moment kommt die Bedienung…
J: „Ich hätte gerne noch ein 0,4 Kilkenny, hey, nicht aufnehmen… Scheiße, das ist gemein, ich trink’ gar nicht am meisten!“
C:“Aber obwohl, damit ist eigentlich erklärt, was wir vorhin besprochen hatten. Der hat das Glas schon nach den ersten fünf Minuten leer gehabt…“
J:“ Das ist gar nicht wahr, mensch!“
C: „Um die Frage von vorhin noch mal aufzufrischen: DAS  WAR JÖRG!“
GELÄCHTER

Die Jungs sind wirklich nett zueinander, das kann man nicht bestreiten…
C: „Ja wir haben uns aber lieb!“
M: „Das ist richtig.“
C: „Das Gute daran ist, dass wir nur gemein zu Leuten sind, die wir wirklich lieb haben, weil wir wissen, die verzeihen uns…“
J: „Ach du Scheiße! Du bist echt doof!“
C: „Das stimmt aber, das ist so…“
M: „Ja, auf jeden Fall… Ich liebe dich!“
GROßES GELÄCHTER
J: „Das verzeih’ ich dir nie! Und ich hab’ das jetzt ernstgenommen, du Arschloch, he he…“

Okay, obwohl diese hochinteressante Lebensphilosophie es wert wäre, genauer betrachtet zu werden, wenden wir uns lieber noch mal den musikalischen Seiten zu…
M: „Außerdem hat bei der ‘Naudhiz’ noch die Anne bei uns mitgesungen, die aber jetzt durch Andrea ersetzt wird. Bei Anne schien nach einiger Zeit einfach das Interesse zu fehlen, sie brachte keine eigenen Einflüsse mit, sondern du mußtest ihr immer sagen, wie sie dies und jenes singen sollte, was halt auch nicht Sinn der Sache war.“
C: „Bei Markus war es so, dass er ein anderes Projekt am laufen hatte, mit dem er Geld verdienen konnte und so haben wir mit ihm Schlagzeuger und Proberaum verloren, da es sein Raum war, wo er sein Schlagzeug untergestellt hatte. Nun proben wir in einem sehr großen Raum in einem Motoradclub.“

Bei ‘Naudhiz’ handelt es sich jetzt um das Debutalbum, welches ‘98 aufgenommen wurde. Auffällig an der Musik ist die Viel-fältigkeit, aggressivere Parts stehen im ständigen Wechsel zu athmosphärischen Parts und auch die breite Gesangsarbeit von tiefen Grunts bis zu hohem Gekreische oder auch cleanen Vocals (den Frau-engesang nicht zu vergessen) reichend, wirkt sich dabei sehr positiv aus. Die Frage nach einer Definition des Musikstiles lässt sich daher auch gar nicht so leicht beantworten.
M: „Schwer zu sagen, am ehesten könnte man Desekration als eine Mischung aus Death/Thrash Metal bezeich-nen und stellenweise sind auch Einflüsse aus dem Gothic Bereich auszumachen, denke ich. Die Musik mit Adjektiven zu beschreiben fällt schwer. Wenn ich z.B. ein Riff spiele, dann ist das etwas, was mich in diesem Moment bewegt, dann will ich ein bestimmtes Gefühl ausdrücken  und dieses Gefühl versuche ich mit einem Gitarrenriff umzusetzten. Dieses Riff spiegelt also die momentane Stimmung wieder. So ein Riff fällt mir dann irgendwann und auf den unmöglichsten Orten ein, meistens zu Hause…“
C: „Z.B. auf dem Klo…“
M: „Ja auf dem Klo weniger, aber auf der Arbeit ist mir z.B. sehr viel eingefallen. Dort, wo große Monotonie herrscht, wo man die Zeit für so was hat…“
J: „“Trauerloge“, ein neuer Track, ist z.B. in der Kammax entstanden. Der Name „Trauerloge“ sagt eigent-lich schon alles, obwohl wir den Text später von einem Gedicht Goethes übernommen haben, d.h. wir haben gewissermaßen die Musik zu dem Gedicht geschrieben.“
C: „Ich für meinen Part muß sagen, dass ich meine Gefühle nicht in den Texten ausdrücke, sondern in der Art wie ich singe. Das Stück „Valhalla“ ist da eine Ausnahme, dieses Lied handelt vom Krieg, dort wird meine negative Einstellung zum Krieg schon in den Texten deutlich.“

Wobei wir auch schon bei der Frage nach dem Inhalt der einzelnen Stücke angelangt wären…
C „In den Songs geht es meist um die dunklen Seiten, die in jedem von uns stecken und um das, was uns alle erwartet. Aber niemand kann es genau beschreiben. Vom Inhalt her sagt jeder Text daher das Gleiche aus, jedoch behandeln sie unterschiedliche Bereiche der dunklen Seite. „Scream Of A Black Angel“ ist eines meiner Lieblingslieder, der Text dieses Liedes geht stark in Black Metal Richtung, ein derber schwarzer Text, sehr satanisch. Nicht dass ich in irgendeiner Weise an Satanismus glauben würde, aber ich denke das gehört ein-fach zur Szene dazu, das ist das, was die Leute hören wollen.“

Was Frauengesang und Keyboards im Metalbereich angeht, so gehen die Meinungen bekanntlich weit auseinander, sind viele Leute doch der Ansicht, dies würde den „wahren Metal“ in Verruf bringen. Wie man wohl bei Desekration darüber denkt?
C: „Ich weiß nicht, ich meine schau’ dir doch nur mal WARLOCK an, da sind auch Sängerinnen am Werk und diese Band hat Metalgeschichte geschrieben. Oder HOLY MOSES, das sind auch Frauen auch wenn es sehr männlich klingt.“
M:“ TEMPLE OF THE ABSURD. Die Sabina Classen hat ‘ne Stimme wie Lemmy von MOTÖRHEAD.
J: „Ich denke nicht, dass Frauenstimmen den Metal verfälschen, es verschönert die Sache noch eher.“
M: „Ja, bis in einen gewissen Bereich, wenn man ihn passagenweise verwendet, finde ich das okay.“
Nicht nur was Desekration angeht kann man ein weites Toleranzfeld aufweisen, auch die persönlichen musikali-schen Vorlieben sind weit gefächert.
J: „Ich höre so ziemlich alles was sich handgemachte Musik schimpfen darf, Techno kann ich dagegen gar nicht ausstehen. Meine Vorlieben liegen im alten Metal. Metallica ist sicher eine Band, die mich beeinflußt, ich glaube diese Band hat überhaupt die meisten anderen Bands irgendwo beeinflusst. Aber den Mist den sie heute fabrizieren… mein Gott! Der stinknormale Metalbereich, das ist eher mein Ding.
C: „Ich glaube das geht uns allen genauso. Gesangstechnisch fasziniert mich z.B. Cradle Of Filth total. Der Typ hat einfach ‘nen Knall, was der alles mit seiner Stimme macht… Moonspell finde ich ziemlich geil. Auch Depeche Mode mag ich sehr gerne, ich höre auch einiges im Dark Wave Bereich.“
M: „Ich kann nicht jeden Tag das Gleiche hören, es muß auch nicht immer Metal sein, Police höre ich auch ab und zu oder klassische Musik, wenn ich abspannen will. Das kommt immer auf die momentane Stimmung an.“
J:“Wenn’s mir schlecht geht, schieb’ ich Paradise Lost rein, dann geht’s mir noch schlechter, ha ha…“
C: „Der Marc ist da eher derjenige, der sich fast ständig Death und Black Metal reinzieht, nur gelegentlich mal Klassik, bei ihm ist die Bandbreite eigentlich am radikalsten. Insgesamt kann man also sagen, dass wir von den unterschiedlichsten Musikrichtungen beeinflusst werden.“

Obwohl ‘Naudhiz’ für ein Debutalbum schon recht ordentlich klingt, stößt man hier und da noch auf ein Einzelheiten, die verbessert werden könnten. Besonders was die Produktion angeht ist man noch nicht ganz zufrieden.
J: „Wir benötigen auf jeden Fall mehr Zeit im Studio. Für das Album hatten wir fünf Tage, das wurde dann sehr knapp, spielerische Feinheiten hatten wir gar nicht mehr ausarbeiten können. Leider sind wir auch etwas unvorbereitet an die Aufnahmen gegangen. Natürlich konnte jeder sein Zeug spielen, aber im Endeffekt hätte es besser sein müssen, weil wir es besser können.“
M:“Ja es war auch alles sehr unorganisiert, ein blühendes Chaos. So würde ich nicht mehr aufnehmen, das ist man demjenigen schuldig, der die CD irgendwann mal kaufen sollte, die Qualität sollte bei einer CD doch schon besser sein als auf einem Demotape. Allerdings war ich auch zum ersten Mal im Studio und hatte so noch keinerlei Erfahrungen. Beim nächsten Mal werde ich mir ein richtiges Konzept aufstellen, ich würde einfach mehr nach Plan gehen und nicht alles einfach auf mich zukommen lassen.“

Aufgenommen wurde die CD übrigens in Marburg, ein Studio, welches in Bezug auf sein Preis-Leistungs Verhältnis durchaus empfehlenswert ist.
J: „Im Studio von Kostja sieht’s zwar aus wie Sau, so dass wir erst mal viel Zeit damit verschwendeten, alles zu verkabeln und vorzubereiten. Aber dafür konnten wir dort wirklich 24 Stunden am Tag arbeiten, das war kein Problem, der Kostja hat sich schon sehr in die Sache reingehangen. Außerdem war der Preis sehr günstig.“

Momentan arbeitet man fleißig an neuen Songs, welche stilistisch in die gleiche Richtung tendieren, trotzdem hat man sich weiterentwickelt. Was die Zukunft angeht, so bleibt man realistisch…
C: „Erst mal werden wir groß rauskommen, ein Heidengeld damit verdienen und uns dann so Mitte 40 in Rente begeben…“
M: „Mit 40?? Eher Anfang 30, ha ha…“
C: „Nun ja, was unsere Zukunftspläne angeht wollen wir Anfang 2000 eine neue CD einspielen, jedoch werden wir um die Kosten zu reduzieren, die CD’s nach Bedarf vervielfältigen, eine große Auflage pressen zu lassen, lohnt sich bei unserem Bekanntheitsgrad einfach nicht.“
J:“Ja, wir werden bei der Aufnahme auf jeden Fall professioneller arbeiten, dafür die andere Seite etwas lower nehmen. Wir werden uns mehr Zeit nehmen, denn wir haben aus den letzten Aufnahmen gelernt. Es wird also alles in Eigenregie ablaufen, um groß im Studio aufzunehmen fehlt momentan einfach das Geld, das können wir uns nicht leisten, da wir alle gerade in der Ausbildung oder im Studium sind.“
C:“Es geht einfach um die Musik. Man geht normalerweise ja auch nicht in den Laden und kauft sich eine CD weil das Cover gut ist… es sei denn man ist ein Kilkenny und heißt Jörg,  apropos Alkohol…
BEDIENUNG KOMMT… „ZWEI KILKENNY…“
C:“Eins davon ist für den Jörg!“
„UND EINE COLA…“
C: „Und die ist für mich! Ha ha…“

Was die Szene angeht, so scheint es im Hessischen Homberg nicht allzu gut auszusehen.
C: „Früher war Homberg ‘ne richtige Metalstadt, da gab’s fast nur Metaller. Aber die sind irgendwann alle auf das moderne Zeugx umgestiegen, heute kannst du Homberg ganz vergessen.“
J: „Im Kreis Schwalmstadt gibt’s noch eine Szene, aber die Leute kommen da einfach nicht raus, die Schwälmer sind eben alle sehr schwälmisch, ha ha… Sie sind leider sehr auf eigene Bands fixiert und nehmen nicht viel an was von außen kommt.“
M: „Natürlich suchen wir ständig Auftrittsmöglichkeiten, auch wenn wir momentan erst noch einen neuen Schlagzeuger benötigen und den dann erst mal einspielen müssen, aber sobalt das alles soweit ist, sind wir für jeden Gig dankbar den wir kriegen können. Bisher haben wir leider nur auf regionalen Konzerten gespielt.“
J: „Ja, Auftrittsmöglichkeiten für unsere Musik gibt’s hier in Homberg kaum, das einzige was richtig geil ist, ist „Rock am Alten Markt“, der jedes Jahr von jemand anderem aufgezogen wird, meistens vom Eggi, das ist der Basser von Edguy…“

Da bleibt mir eigentlich nur noch den Jungs viel Glück für die Zukunft zu wünschen und ihnen die letzten Worte zu überlassen…
J:“Kauft’s, kauft’s, bitte bitte kauft’s! Oder wir müssen hungern…“
M: „Hey, wir machen nicht nur gute Musik, wir sehen auch gut aus, schleim schleim… (Michel kümmert sich um die Groupies…)“
C: „Ja, das ist eigentlich sehr erwähnenswert, ohne die Andrea wären wir eine Boygroup!“
J: „Wir sind aber nicht schwul…“
C: „Zumindest nicht alle…“
J: „Was soll das denn heißen? Hey, lass’ doch mal den Marc in Ruhe! *g*
C: „Keine bösen Sachen über Leute die nicht da sind! Also wer dem Underground ‘ne Chance geben will, sollte mal bei uns reinhören, wer auf abwechslungsreichen Death Metal steht, ist sicher nicht enttäuscht… Außerdem sind wir für jede Kritik offen, die uns weiterhelfen kann, also schreibt uns!“
M:“Ja, wir schicken euch mit der CD sogar ‘nen frankierten Briefumschlag zu…“
C: „Ey, sind wir D2 oder was??? Nee, also immer her mit euren Kritiken…“
‘Naudhiz’ gibt’s für 15,- DM bei
Marc Ziegenbein, Königsberger Str.7,
35274 Kirchhain
http://www.metal-archives.com/band.php?id=91018