Cripple Bastards “Desperately Insensitive” 4/6

Deathvomit Records/ Necropolis Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 27:38
Songs: 19

Cripple Bastards sind bekannt wie ein bunter Hund im Untergrund. Seit Anfang der 90 schreddern sich die Italiener durch die Musiklandschaft und können dabei auf einen Plattenschrank voll Alben und 7“ Eps mit anderen Holzhackern zurückblicken. Die Lauschlappen werden mit einer Grind – Punk, bzw. Crust – Hardcore – Kombination weichgeprügelt, wobei der HC Anteil nicht gerade klein ist. Zunächst klingt das mit Keyboard unterlegte „ Fear The Squats Of Death“ wie ein Requiem (oder wie der Anfang eines Hypocrisy Songs aus der Post Abducted Phase, jedenfalls c.a. 36 Sekunden davon), doch dann setzten die grindigen Riffs, das prügelnde Schlagzeug ,tiefe gurgelnde Grunts und Hardcore Shouts ein. Beim dritten Song „Cardboard“ schlägt der Punk, bzw. Crust durch. Der Shouter überschlägt sich förmlich, die eingängige Melodie wird runter geschredderd und ein paar Breaks eingearbeitet. „Intravenous Love-Trip“ ist 37 Sekunden lang und hier bekommen wir eine neue Stimme geboten, die durchscreamed. Und weiter wird beim wieder hardcorelastigen „Odio A Prima Vista“ (Hass auf den ersten Blick) auf italienisch geshouted / gescreamed. Es folgt ein grindiges Bomben ABC im Fluss, ebenfalls auf Italienisch „Bomb ABC No Rio“. Die Sprache im Intro des Titeltrecks „Desperately Insensitive“ ist mir ebenso wenig bekannt wie der Titel des 8 Stücks „Rak Ne Prestaje“, aber vermutlich ist es eine slawische Sprache, Serbisch vielleicht? Beim 12 Song „Jurisdictions“ gewinnt man zunächst den Eindruck die CD hängt, aber nach einer Weile grindet und punkt der Song. Bei „Time Of The Voltures“ wird wieder abgrundtief gekotzt, anschließend wird eine unumstößliche Wahrheit ausgesprochen „Idiots Think Slower“ ( punkige Riffs und Grindpassagen). „Inside Out“ ist einfach ein Song zum Mitgrölen (sofern das geht), bei dem der Bass auch mal aus dem Gesamtsound hervortritt. Italo-Song Nr.3 „Partners Della Convenienza“ ist der wütende Raußchmeißer von „Desperately Intensive“. Zu kritisieren ist ein bisschen der Hardcoregesang, der gegenüber den Grunts und Screams an Brutalität etwas nachhängt. Die Spieldauer ist mit 27 Minuten und ein paar zerquetschten etwas kurz. Es ist klar, dass Grindalben nie so lang sind, aber die halbe Stunde hätte man voll machen können. Ansonsten gibt´s nicht zu beanstanden. Cripple Bastards pöbeln auch auf diesem Output gegen alles und jeden der sie anpisst. (Mir lag leider das Booklet nicht vor, aber Titel wie „I Hate Her“ und „Being Ripped Off“ bestätigen die Vermutung.) Ein schöner Batzen Hass. Grind und Crust Fans dürften enthusiastisch zum Plattenladen eilen und vielleicht auch Anhänger der HC Gemeinde, die noch härtere Kost vertragen. Und wer noch nie von Cripple Bastards gehört hat, reinhören! Kontakt: Homepage: www.cripple-bastards.com (die alte Adresse www.cripplebastards.com wurde stillgelegt) / www.necropolisrecords.com