Antyra – Pentachronist 3/6

Pentachronist-CoverEigenproduktion

Bewertung: 3/6 -> Okay!

Songs: 11

Spielzeit: 48:02

 
„Pentachronist“ ist das zweite Werk der Leipziger Band Antyra und erschien im November 2015. Antyra ließen sich somit sechs Jahre Zeit, bis sie zu ihrer 2009 erschienen EP „In The Fields Of Marathon“ nun ein Full-Lenght-Album nachlegten. Da erstaunt es umso mehr, dass man ein doch recht schwaches Album vorlegt. Antyra beschreiben sich als Epic Metal, was eine gewisse Dichte an Atmosphäre und orchestrale Arrangements erwarten lässt, doch setzt hier schnell Ernüchterung ein.

Von den 11 Songs gibt es als Einstieg eine „Ouvertüre“ und fünf Zwischenstücke, die als Prolog beschrieben werden. Davon erreicht der Prolog „Terra“ mit rund vier Minuten schon Songspiellängen-Qualität. Es entsteht allerdings sofort der Verdacht, dass Antyra lieber die Theaterbühne betreten möchten, statt einfach Musik zu machen. Wer sich für eine Brise Theater-Dramatik begeistern kann, wird mit Antyra vielleicht was anfangen können.

Allerdings klingen der Gesang und die Sprechparts stark verkrampft und Antyra beanspruchen das Nervenkostüm des Zuhörers dadurch enorm. Da hilft auch der eingesetzte Chor als Verstärkung nur bedingt. Als verkrampft kann man das Album auch insgesamt beschreiben. Die Gitarrenarbeit klingt zwar solide und hier verbirgt sich deutlich Potential, aber es werden nur Standard-Riffs und Standard-Soli präsentiert. Während Schlagzeug und Keyboard unauffällig im Hintergrund rumpeln und klimpern, liegt der Fokus auf dem Clean- und Growl-Gesang. Der Clean-Gesang ist leider auch die große Schwachstelle auf dem Album. Sänger Dave quält den Zuhörer mit angespannter Stimme, die kaum Volumen auszuweisen hat und keinerlei Feingefühl rüberbringt. Unklar ist auch, warum Antyra nicht bei den deutschen Lyrics bleiben, die gut zu ihnen passen. Zwischendurch wird plötzlich zu englischen Lyrics gewechselt, die durch den starken deutschen Akzent schwächeln, so dass Prolog „Aura“ und Song „Antyra“ ungewollt ein gewisses Fremdschämen beim Zuhören auslösen.

Und mit den lateinischen Lyrics möchte man dann wohl betonen, dass man sich auf einer gewissen Intelligenzebene bewegt. „Pentachronist“ zündet einfach nicht und nach knapp 48 Minuten Spielzeit wird der Zuhörer aus diesem musikalischen Drama erlöst.

 
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