SECRETS OF THE MOON + DØDHEIMSGARD + THULCANDRA + OUR SURVIVAL DEPENDS ON US, 04.03.2016, Scheune Dresden

11223512_10153143991761022_6929303904010444760_o„A New Sun At The End Of The World“ – unter diesem emphatischen Titel startete am 04.03.16 die Tour von Secrets Of The Moon. Den Auftakt bildete Dresden und mit der gemütlichen sowie zentral gelegenen Location “Scheune” hat die Black-Metal-Garde aus Osnabrück (und inzwischen auch aus München) eine gute Wahl getroffen. Als musikalische Stütze scharren SECRETS OF THE MOON mit DØDHEIMSGARD, THULCANDRA und OUR SURVIVAL DEPENDS ON US drei weitere Black-Metal-Bands um sich, die allesamt nicht unterschiedlicher sein könnten und ein äußerst abwechslungsreiches Programm versprechen.

Kurz nach 20 Uhr beginnt dann auch die erste Formation: OUR SURVIVAL DEPENDS ON US. IMG_4911Die Herren aus Salzburg betören mit ihrem Sluge / Doom / Black Metal das noch recht überschaubare Publikum. Ein gewisser Kräuter-Geruch durchströmt die Konzerthalle und OSDOU spielen sich mehr und mehr in Ekstase. Songs wie „Angel Ranger“ werden hingebungsvoll gezockt und es wird bis zur letzten Sekunde durchgegroovt. Auch optisch legen sie sich ins Zeug: ein eigenes Backdrop verziert das Hintergrundbild der Bühne und als besonderen Hingucker haben sich die Bergmänner-Kraftpakete diverse Baum- und Wurzelfragmente als Mikroständer-Zierleisten einfallen lassen, die mit Tierschädelknochen und religiösen Utensilien liebevoll dekoriert sind. Dies versprüht zusätzliches spirituelles Flair.

Nach diesem gelungenen ersten Auftritt betreten THULCANDRA wenig später die Bühne. Sie wirken im Vergleich zur Vorgängerband recht bescheiden, da es weder ein Backdrop noch sonstige Bühnendekoration gibt. Das haben die Münchner Black-Death-Metaller auch gar nicht nötig. THULCANDRA schmettern einen Querschnitt aus ihren bislang drei veröffentlichten Alben hin und geben Songs wie „Under A Frozen Sun“, „Black Flags Of Hate“ und „The Second Fall“ zum Besten. Sie schaffen es, das eisig-finstere Feeling ihrer Alben auch live komplett rüber zu bringen. Mit „Spirit Of The Night“ vom ersten Album „Fallen Angel´s Dominion“ endet nach knapp 30 Minuten der souveräne Auftritt leider auch schon wieder.

Nun setzt eine lange Zeit des Wartens ein, denn die nächste Band DØDHEIMSGARD, kurz DHG, IMG_5087baut mit viel Liebe zum Detail ihr eigenes Schlagzeugset auf. Und so wird eifrig geschraubt und gebaut und eine Stunde später (!) betreten die Norweger dann endlich die Bühne. Das Warten hat sich allerdings gelohnt: DHG jonglieren wild mit Takt- und Groovearten und hauen dem Zuhörer ihre eigenwillige Mischung aus Black Metal, Progressive Metal und Industrial Metal um die Ohren. Das Set donnert mit dem abgefahrenen „Sonar Bliss“ los. Soundsamples strömen dabei wohldosiert zusätzlich aus den Boxen. Die starke elektro-experimentelle Phase wird heute Abend ausgeklammert und DHG besinnen sich auf ihre früheren Alben mit Songs wie „The Crystal Specter„ und „Traces Of Reality“. Natürlich gibt es auch Songs vom 2015 erschienenen Album „A Umbra Omega“ zu hören wie etwa das packende „Architect Of Chaos“. DHG kratzen nicht nur musikalisch an den Grenzen des Black Metal, auch optisch überschreiten sie Genre-Grenzen. Sänger Aldrahn bewegt sich mit Sonnenbrille, rotem Blazer und Hippie-Schlaghose tänzelnd durch den Abend und der erst 2015 dazu gestoßene Bassist L. E. Måloy parodiert mit einem kettenverziertem T-Shirt, riesig schwarz geschminkten Augen und selbst-bemalter Lederjacke, die laut Metal-Regelwerk mit tausenden von Aufnähern zugepflastert zu sein hat. Von ihrem angereisten Fan-Kreis eisern bejubelt, rennen DHG am Ende ihres Konzerts zielstrebig ins Publikum und nehmen ein glückliches Bad in der Menge. DØDHEIMSGARD dürfen sich zu Recht feiern lassen. Sie haben sich als der heimliche Headliner für heute Abend herauskristallisiert.

IMG_5114So doomig, wie der Konzertabend begonnen hatte, so doomig endet er auch wieder. SECRETS OF THE MOON beschreiten um kurz nach Mitternacht die Bühne und bremsen die aufgebaute euphorische Stimmung wieder etwas aus. Für Drummer Erebor beginnt nun übrigens die 2. Schicht, da er auch bei THULCANDRA die Felle bearbeitet. SOTM klingen mit ihren stampfenden und hypnotischen Songs wie eine zähflüssige Masse, die sich knapp 1,5h durch das Programm walzt. Sie wirken etwas unnahbar, aber die Fangemeinde stört sich nicht daran und lässt sich mitführen. Das im Dezember 2015 erschienene Album „Sun“, welches Anlass dieser Tour ist, steht selbstverständlich heute Abend im Mittelpunkt. Trotzdem gibt es natürlich auch altes Material zu hören wie etwa „Whorship“ oder „Lucifer Speaks“. Man muss leider anmerken, dass das besondere Feeling, was durch die feinen Nuancen auf den Alben ausgelöst wird, live leider nicht so richtig rüberkommt. Mit dem epischen „Man Behind The Sun“ endet der Auftritt und das heutige Konzertspektakel. SOTM verschwinden dann auch ohne Zugabe schnurstracks von der Bühne und lassen ihre Fans jubelnd zurück.

Es war insgesamt ein gelungener Abend und SECRETS OF THE MOON können mit dem Auftakt ihrer Tour auf jeden Fall zufrieden sein. Das Publikum zeigte sich zahlreich und auch soundtechnisch gab es nichts zu meckern. Die Tour geht noch bis 12. März und kann nur – ganz im Sinne von „Sun“ – wärmstens empfohlen werden.

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