Xenomorph Interview

Einer der besten Newcomer dieses Jahres mit einem riesen Album im Gepäck sind für mich ganz klar Xenomorph mit „Baneful Stealth Desire“. Die Holländer verpacken Death, Thrash und Black Metal zu einer wahrlich explosiven Mischung. Was subparallele Galaxien aber mit der Entstehung des Albums zutun haben, lest ihr besser selbst nach.

Ihr habt gerade euer Debutalbum “Baneful Stealth Desire” veröffentlicht. Was könt ihr uns über Xenomorph vor dieser CD erzählen?
Vor “Baneful Stealth Desire” haben wir eigentlich viel geübt und experimentiert, um einen eigene Stil und ein eigenes Konzept zu entwickeln. Wir wollten Xenomorph der Außenwelt nicht eher vorstellen, als wir mit uns selbst zufrieden sind. Man kann also sagen, daß wir in einer sehr isolierten Umwelt gearbeitet haben. Irgendwann, was Menschen das Jahr 2000 nennen, betrachteten wir uns als bereit ein Album aufzunehmen. Zuerst wollten wir das Album alleine herausbringen, weil wir kein großes Vertrauen in Plattenfirmen und die ganze Musikindusrie hatten. Aber bevor dies geschah, kamen wir in Kontakt mit System Shock, von die schwer beeindruckt und enthusiastisch über unsere Musik und unser Konzept waren.
Um die Sache abzukürzen : Wir kamen zu einer Übereinkunft und unser Debut „Baneful Stealth Desire“ wurde 2001 von System Shock veröffentlicht.

Könnt ihr euch noch an den genauen Moment erinnern, in dem Xenomorph gegründet wurden und was ihr damals empfunden habt?
Nicht wirklich, da es keinen genauen Moment der Gründung für uns gab. Das ganze Xenomorph-Ding kam nach und nach und mit der Zeit wurde es immer und immer ernster. Als wir anfingen, waren wir nur eine Gruppe von sehr jungen, extremen Metalfans, die meiste Zeit waren wir betrunken, stoned, oder high auf allen Arten von Drogen. Aber natürlich gab es spezielle Momente. Wie der Moment, in welcher die ganze Xenomorph-Idee sich in etwas spezielles entwickelte und der Moment, in welchem „Baneful Stealth Desire“ veröffentlicht wurde. Das waren Momente, an denen ich größe Entschlossenheit und Stolz gefühlt habe. Und ich bin immer noch sehr stolz auf die Tatsache, daß wir alles nach unseren Bedingungen gemacht haben und niemandes Arsch geküsst haben.

Wieviele Demoproduktionen habt ihr bis zu eurem Debut gemacht und würdest du sagen, daß es die logischen Vorgänger von „Baneful Stealth Desire“ sind?
I know that the other two recordings are circulating in the underground scene but people should understand that those recordings are not representative of Xenomorph as it eventually was intended to be. Wir haben drei Aufnahmen vor “Baneful Stealth Desire” gemacht, die mehr oder weniger Demoproduktionen genannt werden können. Aber sie waren alle experimentell und niemals dafür gedacht veröffentlicht zu werden.
Nur eine davon („Project X-Morph“) kann begründeterweise als eine Art Vorgänger von „Baneful Stealth Desire“ angesehen werden. Ich weiß, daß die anderen beiden Aufnahmen in der Undergroundszene zirkulieren, aber die Leute sollten begreifen, daß diese Aufnahmen nicht stellvertretend für Xenomorph sind, so wie sie eigentlich gedacht sind.

Mit welcher Motivation habt ihr angefangen “Baneful Stealth Desire” zu schreiben?
Wir wollten ein extrem düsteres, aber gleichzeitig auch aggressives Metalalbum mit viel Intensität und einem starken “in your face” – Sound. In dieser Zeit gibt es zuviele Bands, die sich vom Sound her gleich anhören. Wir wollten auch unseren eigenen authentischen Twist einbringen. Wir haben dies geschafft, indem wir Death, Black und Thrash Elemente in unserer eigene Art gemischt haben und indem wir einige ungewöhnliche Elemnete zwecks Mannigfaltigkeit eingebracht haben. Aber die Hauptsache war, ein ehrliches ass-kicking intensives Metalalbum zu machen, daß genau von unseren Herzen und Seelen kommt.

“Baneful Stealth Desire” wurde ein kraftvolles Death/Black/Thrash Album. Hofft ihr, alle Arten von extremen Metal Fans hinter euch zu versammeln?
Ja, sicherlich. Wir selbst sind nämlich fanatsiche Fans von allen Arten von extremen Metal, mußt du wissen. Ob es sich um Death, Black, Thrash oder sogar Grindcore handelt, ist völlig egal soalnge es extrem, düster und intensiv ist. Aber wir machten das Album nich, um uns Fans zu sammeln, sondern mir machten das Album, weil unsere Herzen es uns gesagt haben, wenn du verstehst was ich meine. Auf der anderen Seite kann ich nicht verleugnen, daß es sehr cool wäre, wenn die wahren Fans von allen Arten der extremen und brutalen Musikwelt unser Album schätzen würden.

Ich habe bisher positive und negative Reviews gelesen. Wie geht ihr mit Kritik um und laßt ihr es in eure Musik das nächste Mal einfließen, oder interessieren euch die Meinungen anderer Leute nicht?
Es ist sehr seltsam, Meinungen andere Leute über etwas zu lesen, mit dem du so eng involviert bist. Die meisten Reviews sind ziemlich positiv oder hauptsählich positiv. Ich kann von negativen Bemerkungen nicht gestört werden, wir sind halt keine Mainstream Band. Es ist alles ganz schön extremes Zeug und die Leute sollen es mögen oder nicht, da gibt es wenig Raum dazwischen. Einfach gesagt : Love us or hate us! Meinungen von Außenstehenden können manchmal interessant sein, aber nicht mehr als das. Wir sind selbst unseer schlimmsten Kritiker und der Tatsache wohl bewußt, daß es immer Raum für Verbesserungen aller Art gibt.

Auf welchen Song bist du am meisten stolz?
Das ist schwer zu sagen. Zuerst mal, weil ich auf alle Songs stolz bin, die auf dem Album sind und zweitens, weil es immer auf die Stimmung ankommt. Jetzt im Moment würde ich sagen „Storm Innocent Eve“, weil der Song einen sehr starken Charakter und eine starke Identität hat. Es ist auch äußerst originell, in seiner seltsamen Kombination aus Melancholie und Raserei, sowohl textlich als auch musikalisch. Andere Songs, die ich besonders mag sind „Dragon’s Breath“, „Post-human (The X_morph Deathcult)“ und „Once Upon Armageddon“.

Wovon laßt ihr euch beeinflussen, wenn ihr Songs schreibt?
Von allen Arten von Dingen. Hauptsächlich extreme Musik und am Ende von der Interaktion der Bandmitglieder. Wenn wir Musik schreiben versuchen wir in einen spezielle Gemütszustand, in eine Art Trance, zu kommen. Gedankenwanderungen können sehr beeinflussend sein, wie z.B. Kontake mit dunklen Geistern von anderen Dimensionen oder subparallelen Galaxien. Das mag obskur klingen, aber Musik zu kreiren ist eine magische Erfahrung und sehr schwer zu erklären. Diese tödlichen Klänge zu erschaffen ist für uns eine Flucht aus dem alltäglichen Leben und daher essentiell.

Wie wichtig sind für euch die Texte und was für eine Aussage wollt ihr mit ihnen rüberbringen?
Unsere Texte sind extrem wichtig. Genausow ie die Musik und das Artwork sollen sie eine bestimmte Stimmung und ein bestimmtes Gefühl erzeugen. Manche mögen sie rätselhaft und geheimnisvoll finden, für mich sind sie aber sehr klar, geradeheraus und echt. Es gibt eine starke Aussage, welche die Leute selbst herausfinden sollen, bewußt oder unterbewußt…

Glaubst du es ist für alle Bands wichtig eine Aussage für die Fans zu haben oder ist es auch OK, daß manche Bands nur über Drachen, Feuer oder mittelalterliche Themen singen?
Ich denke, jede Band sollte es so machen, wie es ihr gefällt und ihrem Herzen folgen anstatt irgendwelchen Trends. Für mich ist es von geringem Interesse, ob eine Band eine Aussage hat oder nicht, das ist ihre Sache. Das einzig wichtige in der Musik ist das feeling. Eine Band sollte eine eigene Identität haben und ein spezielle feeling rüberbringen. Unglücklicherweise fehlt es vielen Bands heutzutage an diesen Qualitäten.

Gibt es ein spezielles Konzept hinter Xenomorph?
Ja, wir benutzen ein starkes Konzept, welches in jedem Aspekt unserer Musik wiedergefunden werden kann. Es ist nicht leicht zu erklären, aber Schlüsselwörter sind : Nihilismus, Spiritualität, Menschenfeindlichkeit und völlige Dunkelheit. Es ist eine Art und Weise, Morbidität, Tod und völlige Zerstörung zu romatisieren, damit Platz gemacht werden kann für einen neuen Anfang, ein neues Zeitalter oder eien planetare Wiedergeburt. Die mystische Industrie, genannt Xenomorph, kann als tobender Todeskult von den Sternen angesehen werden, der die Hölle und Armageddonvermarktet. Bald auch in einem Kino in deiner Nähe…

Sehr interessant für mich war, daß jede Seite (gleich ein Songtext) in eurem Booklet sein eigenes Design hat. Was ist der tiefere Sinn dahinter, wer hatte die Idee dazu und was kannst du uns über den Künstler erzählen, denn es ist überhaupt ein sehr gutes Artwork?
Das wurde gemacht, damit das feeling jedes einzelnen Songs nachdrücklich betont wird. Die Idee war schon immer in meinem Kopf, seid ich denke, daß viele Bands den einfachen Ausweg suchen, wenn es um ihr Artwork geht. Wir wollten etwas besonderes, da wir denken, daß das Artwork ein wichtiger Aspekt ist und eine Möglichkeit unsere Kreativität auszudrücken.
Der Künstler ist ein enger Freund von uns, der völlig in unser Konzept passte und deshalb wurde die Arbeit so großartig. Wir sind wirklich zufrieden damit. Es ist die ultimative Übersetzung von „Baneful Stealth Desire“ ins Visuelle und sicherlich eins der besseren Artworks, die es im Moment gibt.

hr habt in “Once Upon Armageddon” eine Sängerin eingesetzt. Was kannst du uns über diesen part erzählen, denn es ist wohl ziemlich ungewöhnlich für euer Art von Musik eine cleane, opernhafte Sängerin zu haben?
Diese speziellen Worte wurden für einen weiblichen Charakter geschrieben, deshalb brachten wir Carmen mit ins Spiel, die eine exzellente Sängerin ist. Wir mögen den Kontrast zwischen der cleanen Frauenstimme und dem furiosen Gehämmer von „Once Upon Armageddon“, welcher einer der schnellsten Songs auf dem Album ist. Deshalb klingt es auch nicht weich oder sowas, ganz im Gegenteil!. Der ungewöhnliche Kontrast läßt es frisch, stark und eindringlich klingen. Es mag ziemlich unorthodox für unser Genre sein, aber es ist OK, da schon zuviele Bands sich gleich anhören.

Baneful Stealth Desire” ist mit 35 Minuten nicht gerade lang geworden. Hattet ihr keine Songs mehr um den Leuten noch mehr Xenomorph fürt ihr Geld zu geben?
Nein, Qualität ist wichtiger als Quantität! Und 35 Minuten sind auch nicht wirklich wenig für ein Album, mit der Intensität von “Baneful Stealth Desire”. Die Leute bekommen einen perfekten Gegenwert, für ihr Geld, weil wir ein ehrliches Metalalbum gemacht haben, daß vom Anfang bis zum Ende interessant bleibt. Man kann es mit Slayers „Reign In Blood“ oder Deicides „Legion“ vergleichen. Ich habe noch nie gehört, daß jemand, der sich die Alben gekauft hat, darüber beschwert, daß er kein „value for money“ erhält. (und beide Alben haben unter 30 Minuten Spielzeit).

Können wir Xenomorph in nächster Zukunft auch mal live sehen?
Definitiv. Wenn “Baneful Stealth Desire” weiterhin so gut läuft, wie es das im Moment macht, werden wir vielleicht gegen Ende des Jahres oder nächstes Jahr auf Europatournee gehen. Unglücklicherweise kann ich dir im Moment nicht mehr Details dazu geben.

Hast du noch irgendwelche letzten Worte?
Ein riesen Gruß an alle extreme Underground Metalhaeds!! Und wenn ihr die Chance habt, testet unser Album „Baneful Stealth Desire“ an, wir würden es zu schätzen wissen…CHEERZZZZ!!

Thank you very much for answering the questions!!
You’re welcome…