Vindsval Interview

Vindsval hatten mit ihrem Album ‘Imperium Grotesque’ den Durchbruch geschafft. Das lag besonders daran, dass sie ihren eigenen Stil gefunden hatten, Grotesque Metal. Da bald ihr neues Album herauskommen wird, traf ich mich mit dem Textschreiber und Lead-Sänger Tyrann in seiner Wohnung. Wenn man ihn zum ersten mal sieht, wird man von seiner hühnenhaften Statur etwas abgeschreckt, aber Tyrann ist ein sehr lustiger und entspannter Gesprächspartner. Aber lest selbst.

Hi Tyrann. Stell dich erst mal den Lesern vor und erzähl ein bisschen über eure Bandgeschichte. Manch einer dürfte euch noch nicht kennen.
Hi, ich bin Tyrann, der Sänger und Textschreiber der Band Vindsval und uns gibt es unter dem Namen seit 1996. Davor habe ich mit Hagalaz, unserem Gitarristen, schon ein paar Sachen gemacht, aber eher im Demo Bereich, was niemanden wirklich interessiert. Aber die Band Vindsval wurde, wie gesagt, unter diesem Namen 1996 gegründet; zusammen mit Shadow, der mittlerweile der Schlagzeuger von Black Candle, einer anderen Band aus Luxemburg, ist, und Berzerk natürlich, unserem Gitarristen und mittlerweile auch Keyboarder. So bestehen wir seit 1996 und ich hoffe, dass es noch lange so weiter geht. Ausserdem haben wir auch neue Mitstreiter gewonnen. Da ist Boltthorn, unser Schlagzeuger, auch von einer luxemburgischen Band ausgeborgt und mittlerweile fest dabei und Might, der einzige Deutsche in der Band, der von der Band Timesphere, einer progressiv Rock Band aus Würzburg, kommt und der jetzt auch bei uns mitlärmt.

Euer Name Vindsval stammt ja aus der Eddaund und ist der Name für den Vater des Winters.Warum hattet ihr gerade diesen Namen gewählt gehabt?
Ich glaube, da muss ich ein bisschen weiter ausschweifen. Es hat alles damit angefangen, das ich als Kind das Buch Midgard von Wolfgang Hohlbein geschenkt bekommen habe, da war ich, glaube ich, 6 oder 7. Ich war voll fasziniert von diesem Buch und das war mein erster Kontakt mit der nordischen Mythologie. Anschließend, ein paar Jahre später, das war so mit 13 oder 14, habe ich mir eine Enslaved CD gekauft. Das war dann einfach die Offenbarung für mich, denn die Texte waren so faszinierend und irgendwie kannte ich die ganzen Namen aus der nordischen Mythologie. Aber ich wusste auch nicht, wo ich weiter nach solchem Material suchen konnte.Daraufhin habe ich mich schlau gemacht, die Edda gefunden, verschlungen und dort bin ich dann auf Vindsval gestoßen, der, wie du schon gesagt hast, für den Vater des Winters steht. Und wir haben dann einfach gedacht, der Name reflektiert alles, man muss sich nicht einschränken dabei, es steht als die hohe Macht. Es steht für einen Wert, der gültig ist für eine lange Zeit, es ist keine irgendwie geartete Modeerscheinung. Apropos Modeerscheinung, uns wurde mal Vorgeworfen, dass wir uns Vindval, obwohl wir aus Luxemburg stammen und nicht aus Skandinavien oder einem ähnlichen Land. Und wieso wir diesen Namen benutzen, wir dürften das doch gar nicht und hier und da. Leckt mich doch alle am Arsch, wir stehen dazu und wir haben wahrscheinlich mehr damit zu tun als irgend eine andere Band sonst. Auch wenn unsere Texte nichts mehr mit der nordischen Mythologie zu tun haben, beschätigen wir uns trotzdem immer noch privat damit.

Ihr habt euch ja 1996 gegründet und euer erstes Demo hies ‘Of Heathen, Blood and Soil’. Wie stehst du persöhnlich heute zu der damaligen Veröffentlichung, sowohl was den textlichen Inhalt als auch was die musikalischen Ausarbeitung angeht?
Nach wie vor stehe ich vollkommen dahinter, obwohl es ja viele Bands gibt, die ihre Anfangstage gerne unter der Tisch kehren. Es waren 4 Songs auf der Demotape und 3 Stücke davon spielen wir immer noch live. Ok, es war ein bisschen amateur-haft, man hatte die ersten Instrumente, ein paar Mal geprobt, ein paar Songs geschrieben… Es war nicht so das wahre, musikalisch gesehen, aber von dem Spirt, der dahinter steckt, stehe ich nach wie vor dahinter. Es ist einfach eine lustige Zeit gewesen.

Damals hattet ihr auch einen Song von Immortal gecovert, ‘Blashyrkh’. Warum habt ihr gerade diesen Song ausgewählt und werdet ihr in Zu-kunft weiterhin Songs covern? Denn es ist ja ziemlich modern geworden, Lieder von seinen Lieb-lingsbands zu covern.
Das ist ‘ne lange Frage. Gecovert haben wir den Song, weil Immortal zu dieser Zeit einfach eine der Lieblings-bands von uns war und es war wirklich ein riesiger Einfluss, zu der Zeit. Das Lied hatte uns allen sehr gut gefallen und das Video davon war ja eines der ersten Black Metal Videos überhaupt, das es gab. Und wir dachten uns, wow, toll, das müssen wir spielen. Darum haben wir es dann gecovert und wir spielen es auch nach wie vor live, denn es macht super Spass und die Leute kennen es halt. Wenn sie auf dem Konzert sind und wenn man es spielt, spielt man es nicht nur für sich sondern auch für die Fans. Aber in Zukunft weiß ich nicht, ob wir noch weitere Sachen covern werden. Bisher haben wir noch ein Lied gecovert, das wir live spielen. Du hast es ja vorhin gehört, aber es hat nichts mit Vindsval zu tun. Es ist Sound of Silence von Simon and Garfunkel aus den 60igern. Aber das ist reiner Spass.

Mit eurem Album Imperium Grotesque habt ihr euren Durchbruch geschafft. Musikalisch kann man das meiner Meinung nach in keine Schublade einordnen, was ich selber positiv finde. Man findet sowohl keyboardorientierte Parts als auch reine Black Metal Parts. Wie würdest du die Musik selber bezeichnen und warum denkst du habt ihr euch in diese musikalische Richtung entwickelt?
Ja, erst mal danke fürs Kompliment für den eigenen Stil, es ist wirklich ein sehr grosses Kompliment. Bezeichnen tun wir den Stil, indem wir ganz billig eine eigene Schublade dafür kreiert haben, und zwar Grotesque Metal. Aus dem Grund, da wir für aussenstehende vielleicht nach Black Metal klingen mögen, aber mit Satanismus nichts am Hut haben. Von daher meiden wir auch den Begriff Black Metal. Death Metal ist es auch nicht und irgend etwas anderes schon gar nicht. Von daher einfach Grotesqeue Metal. Wir spielen einfach dass, wonach uns ist. Wenn wir etwas gut spielen, finden wir es einfach, es ist ganz egal, was dabei raus kommt. Normalerweise kommt dann was agressiveres dabei heraus, aber das tut ja nichts zur Sache. Und wegen der Entwicklung, es war eigentlich ganz lustig, wir haben ja angefangen als 2 Gitarren, Gesang + Schlag-zeug, also eher roher old School Black Metal. Dann kam unser jetziger Keyboarder auf die Idee, sich ein Keyboard zu kaufen. Es hatte schon klassischen Pianounterricht gehabt. Irgendwann hatte er dann das Geld, um sich ein gescheites Keyboard zu kaufen und das tat er dann auch prompt. Und damit eröffnen sich auch weit mehr Möglichkeiten. Es hat sich von selbst entwickelt. Aber nicht, weil wir es jetzt machen müssten, da es in ist ein Keyboard zu haben, sondern aus einem eigenen Antrieb heraus.

Wie sieht bei euch eigentlich der Kompositionsvorgang aus bei einem neuen Stück. Habt ihr eine feste Rollenverteilung oder hilft jeder bei jedem?
Bei uns ist es anders als bei den meisten Bands, die ich kenne, denn bei uns enstehen die Songs nicht im Proberaum. Meistens kommt unser Keyboarder Berzerk mit einer Idee auf und die gefällt dann zu 90% auch jedem. Dann wird diese Idee von ihm weiterentwickelt, mit ein paar Anregungen unsererseits. Da er ja in Luxemburg wohnt und wir in Karlsruhe wird das ganze dann per Midi File übers Internet geschickt. Hier ein Dank an das moderen Zeitalter. Dann nimmt es Hagalaz ins Studio, da er in einem arbeitet, und probiert selber ein paar Sachen aus. Danach kommt es mit zur Probe und die anderen probieren ein paar Sachen aus. Dieses Resultat schicken wir wiederum zurück an Berzerk. Und so geht das dann hin und her bis der Song eigent-lich fertig ist. Und dann alle paar Jahre treffen wir uns alle zusammen und nehmen es dann im Studio auf. Es ist schon ein sehr ungewöhnlicher und zeitaufwendiger Stil, die Songs zu schreiben.

Gehen wir mal ein bisschen auf eure Texte ein. Mir kam es schon so vor, dass ihr euch textlich teilweise weiterentwickelt habt. Bei eurem ersten Demo hattet ihr ja die nordische Mythologie als Konzept. Bei eurer aktuellen CD ‘Imperium Grotesque’ sind die Texte mehr der Musik angepasst, denn die Texte spiegeln das ‘chaotische’ in eurer Musik gut wieder.
Und wer ist bei euch für die Texte verantwortlich?

Dem würde ich dir auf jeden Fall zustimmen. Verantwortlich bin ganz alleine ich. Das war irgendwie von Anfang an so und es wurde auch nie die Frage gestellt, wieso sie niemand anderes schreibt. Als wir angefangen haben war es wirklich sehr inspiriert von der nordischen Mythologie und von der Edda. Aber zur der Zeit, also 1996/97 rum gab es auch noch nicht so viele Viking Bands. Wir wussten noch nicht, dass das zu einer Modeerscheinung werden sollten und viele dieser ‘Mode Bands’ gibt es ja auch nicht mehr. Deswegen haben wir uns dann entschieden die Texte umzustellen, da wir einfach nicht in einen Topf geschmissen werden wollten, von wegen Trends verfolgen und ähnlichem. Die Texte haben sich dann bis zur Imperium Grotesque CD weiterentwickelt, auch wenn es ja nur 4 Texte sind, denn die anderen 6 Stück der CD sind Instrumentals. Aber ich denke, dass ich mehr aus den Texten hätte machen können, denn sie waren teilweise unüberlegt. Sie sind nicht schlecht und ich stehe auch noch dahinter, aber wartet einfach auf ‘The Great Maddening’, dort sind die Texte wirklich super gelungen und haben auch relativ viel Tiefgang. Sie werden Geschichten behandeln, die sehr faul und krank sind. Ein Tipp vielleicht an die Leser dieser Zeilen für den Stil der neuen CD Texte: H.P. Lovecraft.

Das hört sich ja mal spannend an. Mit eurem Album Imperium Grotesque habt ihr euch ja den Deal mit Skaldic Arts eingehandelt. Hattet ihr euch direkt an sie gewendet oder sie an euch? Und warum hat es danach so lange gedauert, bis nach der Studioaufnahme die CD heraus kahm? Denn es waren ja schon einige Monate dazwischen.
Zuerst muss ich sagen, dass es gar nicht so einfach war zu einem Deal zu kommen. Bevor wir bei Skaldic Art unterschrieben haben, hatten wir eine Menge Promos verschickt und zu 98% nicht mal eine Ablehnung bekommen haben. Es war den Labels einfach scheissegal. Wenn du als kleine Band irgend einem Label eine CD schickst, dann wandert sie erstmal in den Mülleimer. Es sei denn, du klebst Titten drauf oder sonst irgend was, damit man sie sich anschauen muss. Zu dem Deal kamen wir erst, als ich schon relativ desilliusioniert war, es hatte sich keine Plattenfirma gemeldet und dann hatte ich damals im Ablaze eine Anzeige gelesen von Skaldic Art. Damals wusste ich auch noch gar nicht, das der von Skaldic Art der Typ von Falkenbach ist. Denn ich bin ein rießengrosser Falkenbach Fan. Hallo Mutti!! (lautes Lachen allerseits). Ich hatte dem noch ein Demo geschickt und es kam prompt ‘ne Antwort per Telefon. So kam es dann zu diesem ‘Pseudo’ Deal , denn es ist kein richtiger Deal, eher eine sehr freundschaftliche Zusammenarbeit, die auf extremstem Vertrauen basiert.

Zur Zeit arbeitet ihr an einem neuen Album. Wird es im gleichen Stil wie das vorherige sein oder gibt es grössere Veränderungen? Und wer zeichnet sich eigentlich für das fantastische Cover von ‘The Great Maddening’ aus?
Die kommende CD ‘The Great Maddening’ wird im Stil sehr viel weiterentwickelt sein im Vergleich zum vorherigen Album. Es wird vielleicht auch einige Leute vor den Kopf stossen, die eher in geraden Linien denken, die denken, dass Black Metal immer so und so klingen muss. Wir scheissen einen rießen grossen Haufen darauf. Wir machen einfach unser Ding und insbesondere die CD die jetzt kommt ist genau das, was wir damit ausdrücken wollen. Es ist einfach musikalisch sehr sehr wertvoll. Musikalisch gibt es wirklich nichts zu bemängeln. Es klingt jetzt vielleicht sehr eingebildet, aber ich stehe nun mal dazu. Es gibt wenige Bands, die uns musikalisch bei unserer nächsten CD das Wasser reichen können. Sehr eingebildet, aber ist mir total egal. Muss halt so sein. Das ganze wird auf jeden Fall noch sehr filigraner als Imperium Grotesque sein. Die Elemente, die in Imperium Grotesque herausstachen, sind jetzt poliert, verfeinert und zusammengefasst worden. Das ganze Album wird dann so in diesem Stil werden. Was wir tun wollen, tun wir, scheiss auf den ganzen Rest. Lasst euch überraschen. Es wird im Endeffekt wahrscheinlich niemanden enttäuschen, vielleicht ein paar Leute vor den Kopf stossen, aber vielleicht vielen Leuten die Augen öffnen, dass es noch gute Musik gibt, die noch niemand gehört hat und dass man den Stil an sich nicht in Grenzen halten sollte. Wir sprengen diese Grenzen einfach.
Was das Cover betrifft, es hat Kris Verwimp gemalt. Er hat schon Cover gemalt für Mayhem, Marduk, Absu und Thyrfing. Ich habe da einfach angefragt, da ich seine Arbeit bisher sehr gerne mochte. Ich habe ihm einfach ‘ne Mail geschrieben, ob er Bock hätte ein Cover für uns zu zeichnen und zu meinem Überraschen hat er gesagt, dass er unsere alte CD sehr gerne mag und sie auch hat und dass er sich freuen würde, mit uns zu-sammen zu arbeiten. Die Zusammenarbeit war einfach genial, und das Cover gefällt mir. Es kann einfach nicht besser werden.

Drei Titelankündigungen von eurer kommenden CD sind mir sofort ins Auge gesprungen. Circus Lausenheyser, Alsuntia und das unaussprechliche Lucilin-burhuc. Was steht hinter diesen ominösen Namen, eine geheime Botschaft an fremde Wesen?
Sofern Luxemburger fremde Wesen sind, auf jeden Fall! Das Intro wird Circus Lausenheyser heissen, und dazu möchte ich eigentlich nicht viel sagen. Es ist eher aus dem Spass heraus entstanden. Den Namen Lausenheyser gibt es in einem sehr sehr lustigen Film und den Titel des Films könnt ihr selber herausfinden. Alsuntia ist das alte Wort für den Fluss Alzette. Dieser Fluss fließt halt durch Luxemburg. Der Song Alsuntia ist eigentlich ein Intro zum nächsten Song, Lucilinburhuc, was Alt-Luxemburgisch für Luxemburg ist. Der Fluss Alzette fließt durch ganz Luxemburg, wie der Song Alsuntia zum Lied Lucilinburhuc hinfließt. Alsuntia ist daher ein Instrumental, um die Leute darauf einzustimmen. Lucilinburhuc selber handelt von der Geschichte Luxemburgs. Es ist auch auf Luxemburgisch gehalten – wenn andere Bands in ihrer Heimatsprache singen können, dann könen wir das auch!

Ihr tretet ja auch ab und zu live auf. Die Shows waren immer voller Energie und haben so überzeugen können. Die Songs kom-men live auch immer einen Tick härter rüber als auf der CD. Wie wichtig sind die Liveauftritte und und stehen in nächster Zeit irgend welche grossen Festivals an, auf denen ihr auftreten werdet?
Wir haben bis jetzt erst ein dutzend Shows gespielt. Mittlerweile haben wir auch raus, wie man die Lieder live richtig spielt, um die Leute bei Laune zu halten. Geplant sind in nächster Zeit keine Konzerte, weil wir halt im Studio sind, und wir wollen erst wieder spielen, wenn die neue CD komplett fertig aufgenommen ist. Vorher haben wir eh keine Zeit. Der Grund, warum die Songs live einfach härter klingen ist der, dass unser Keyboarder größtenteils nicht mitspielen kann. Wir schreiben den Song quasi um auf Gitarre. Ich habe auch oft die Erfahrung gemacht, dass mich die Leute gefragt haben, wo denn der Keyboarder sei und ob es dann noch nach etwas klingen würde. Es ist einfach agressiver, tut dem ganzen aber keinem Abbruch.
Obwohl ich trotzdem hoffe, dass wir demnächst öfters mit Keyboard spielen können. Was Festivals betrifft, haben wir momentan keine richtigen Pläne. Es sind Sachen in Verhandlung, über die ich jetzt aber noch nichts sagen kann, da noch nichts definitv ist. Es wird demnächst eine Record Release Party geben und da hoffen wir, noch ein, zwei gute Bands zusammen zu bekommen.

Kommen wir mal auf ein paar weitergehende Fragen. Wie sieht eigentlich mometan die luxemburgische Szene aus. Hat sich dort in den letzten Jahren viel getan? Und wie lebt es sich so als Student in Karlsruhe?
Als Student in Karlsruhe lebt es sich supergenial. Ich werde aller Vorraussicht auch hier wohnen bleiben. Bloß die Metal Szene hier ist nicht so groß. Zu Luxemburg, da gibt es in der Tat ein paar Metal Bands, und zwar Black Candle, die erste und einzige richtige Black Metal Band in Luxemburg, dann noch Desdimonia, eine Death Metal Band aus Luxemburg und Unfoulding Dreaming in Red. Es gibt schon eine Menge luxemburgische Metal Bands, aber ich muss sagen, dass die richtige Szene erst vor 2-3 Jahren zusammengetan hat. Jeder unterstützt jeden, sei es aus einer Death Metal Band oder irgend eine andere Metal Band. Jeder kennt auch jeden und es werden auch in gewissen Abständen Konzerte organisiert, wo alle Band spielen können. Die Szene in Luxemburg ist mittlerweile sehr sehr gut. Als ich vor 5-6 Jahren dort weggezogen bin, gab es dort keine Szene. Da gab es vielleicht ein oder zwei Bands, die auch noch neidisch aufeinander waren, denn jeder wollte sein Ding durchziehen und die grösste Metal Band von Luxemburg werden. Aber mittlerweile arbeiten, wie oben schon gesagt, alle zusammen.

In den letzten Jahren wurde die Black Metal Szene ja ziemlich überschwemmt von relativ gleich klingenden Bands. Was hältst du von all den Bands, die ihren Sound immer nach dem aktuellen Trend ausrichten. Vor ein paar Jahren war es ja den Old School Black Metal Trend, danach der Viking Metal Trend, wo manche Bands einen 180 Grad Schwenk gemacht haben. Und bald gibt es dann den Retro Thrash Trend u.ä. Was denkst du darüber persöhnlich ?
Drei Worte: Einen grossen Scheiss! Ich weiß nicht, sowieso kotzt es mich in letzter Zeit an, dass irgendwie keine orginellen Bands mehr vorkommen. Das meiste was rauskommt ,ist in meinen Augen grösster Schrott, denn es lässt sich trotz allem immer noch sehr gut Geld verdienen mit dem Black Metal. Obwohl ja schon vor 5-6 Jahren gesagt wurde, jetzt sei der Overkill erreicht, ab jetzt gäb’s genug Bands und es würden nur noch die guten Bands überleben. Aber es gibt immer noch hunderttausende mistige Scheiss Bands, die irgend einen Mist rausbringen, auf den jeder fliegt. Das beste Verkaufsargument ist entweder, du bist so Pseudo-Nazi angehaucht, von denen es eine Menge Bands gibt, die auch leider sehr gut verkaufen. Oder mittlerweile ist ja Gothic in, obwohl solche Bands vor drei Jahren übelsten Black Metal gespielt haben. Es gibt so viele Leute, die in so vielen Bands spielen, die nur dem Scheiss Trend hinterher rennen und das kotzt einfach an! Ich habe auch viel Erfahrungen gemacht in letzter Zeit und einige Leute von diversen Bands kennengelernt und wenn jemand es ehrlich meint, dann merkt man das sofort. Aber leider gibt es sehr sehr sehr wenige davon. Black Metal verkauft sich heutzutage. Du brauchst nur das richtige Label, das richtig Geld hat, um sich bei Fanzines einzukaufen. Und schon verkaufst du eine Menge. Wenn du ein Label hast, dass auf Trends scheisst, das einfach sein Ding durchzieht und sich nicht kaufen lässt, dann hat man die Arschkarte gezogen.

Ok, nach diesen harten Worten kommen wir mal zu meinem Lieblingspart von einem Interview. Ich gebe dir jetzt ein paar Begriffe und du sagts einfach spontan deine Meinung zu dem, was ich dich Frage.
– Kulturruine Karlsruhe:
Ganz lustiger Ort um manchmal hinzugehen; nur sehr viel zu teuer und viel zu laut.
– Die Edda: Fundament von Vindsval. Und sehr empfehlenswert für jedermann, egal an was jemand glaubt, einfach empfehlenswert.
– Politik im Black Metal: Nichts zu Suchen! Sagt zwar jeder, aber ich glaube es hat dort nichts zu suchen! Leider verkauft sich Politik im Black Metal sehr gut, aber es hat nichts darin zu suchen. Es geht um die Musik und um dunkle Gedanken. Aber Politik hat in Musik meiner Meinung nach absolut gar nichts zu suchen!
– Der aktuelle Herr der Ringe Film: Habe ich gesehen und mochte ich sehr sehr gern. Ich fand den Film wirklich gut. Denn die Bilder haben mich einfach überzeugt. Wenn du das Buch gelesen hast, hast du die Geschichte im Hinterkopf und dass musst du alles wegschmeissen, wenn du den Film siehst. Es ist einfach ein Film, der dir wun-dervolle Landschaften bietet, gute Musik und Stimmung. Aber es hat nicht so viel mit dem orginal Buch zu tun. In Orginalsprache zu empfehlen!
– Das beste Bier: Jegliches Bier, ausser Dominikaner Pils von der Tanke, nicht trinken! (Lachen!), Das beste Bier ist auf jeden Fall Battin aus Luxemburg, Es ist wirklich das beste Bier, ohne Scheiss und ich werde dir mal ‘ne Flasche mitbringen (Das hoffe ich doch – Anm. v. Benjamin).

Was plant ihr in der näheren Zukunft und wie sieht es mit den Finanzen nach der Zeit des Ruhestands aus?
(Tyrann lacht erst mal wieder eine runde). In nächster Zukunft ist auf jeden Fall geplant die CD ‘The Great Maddening’ fertig zu stellen! WERBUNG! Dann auf jeden Fall Konzerte spielen, denn es macht einfach am meisten Spass und wegen der Finanzen… Rockstar sein wäre schön und gut, aber das muss man erstmal werden. Und ansonsten müssen wir schön und brav weiterstudieren und vielleicht schaffen wir es dann auch zu einer anständigen Rente.

Und wie immer gehen die letzten Worte, unzensiert und unkom-mentiert, an die Band!
Erst mal vielen vielen Dank für das Interview, es war wirklich sehr lustig der ganze Tag hier , er war wirklich geil. Und ich hoffe, das die Leute, die diese Zeilen lesen werden, eine kleine Anregung bekommen haben, nicht unbedingt dem zu glauben, was sie in grossen Zeitschriften lesen, sondern sich einfach ihre eigene Meinung bilden und ein bisschen im Underground stöbern, denn dort gibt es einige gute Bands.

Interview aus Eternity #21

www.vindsval.de