Verdict “Generation: Genocide” 3/6

Twilight Distribution
Bewertung: 3/6
Spielzeit: 40:44
Songs: 8

Derber der Thrash nie erklang…Oder anders ausgedrückt: voll auffe Fresse, ey!! Diese zugegebenermaßen etwas dümmliche Einleitung beschreibt meinen ersten Eindruck von „Generation: Genocide“, dem neuen Output des deutschen Quintetts VERDICT. Es gibt im Verlauf der gut vierzig Minuten Spielzeit achtmal gezielt eins auf die Glocke und nachdem die Musik geendet hat, bleibt man ganz schön geplättet zurück. VERDICT erzielen mit ihren Songs einen ähnlichen Effekt wie Dew Scented oder Defleshed: sie walzen einen nieder und trampeln auf einem rum, bis man nur noch aus blauen Flecken besteht. Ihren Job erledigen die Jungs mehr als amtlich, ihr recht modern tönender Mix aus richtig derbem Thrash und technischem Death Metal kann sich wirklich hören lassen. VERDICT sind spielerisch sehr versiert und die abgefeuerten Riffsalven sind in Verbindung mit dem tighten Drumming absolut tödlich. Die Produktion der Scheibe ist richtig FETT, es gehen keine Details in der druckvollen Soundwand verloren. Manch einer würde VERDICT sicher in die momentan so beliebte MetalCore Schublade stecken, aber eigentlich gehören sie trotz einiger Berührungspunkte mit diesem Genre nicht so etikettiert. Leider hat „Generation: Genocide“ mit zwei nicht ganz unerheblichen Schwachpunkten zu kämpfen: erstens geht mir der Gesang nach einer Weile ziemlich auf den Senkel und zweitens bleibt von den Songs zu wenig hängen. Die heiseren Thrash/ Hardcore Vocals sind mir auf Dauer einfach zu anstrengend und die Songs könnten noch ein paar zusätzliche Widerhaken für das Langzeitgedächtnis vertragen. Falls man auf dem nächsten Longplayer den Gesang etwas variabler gestaltet und den Songs etwas mehr Wiedererkennungswert verleiht, könnten VERDICT den ganz, ganz großen Wurf landen. Handwerklich und von der Intensität her ist die Band nämlich jetzt schon klasse.
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