V. A. “Askuror/Lord Themgoroth-Split” 1/6

Nordsturm Productions
Bewertung: 1/6
Spielzeit: 62:05
Songs: 11

Diese beiden aus dem Norden Deutschlands stammenden Bands haben sich entschieden, ihren Krieg gegen die sich zum “Schlechten” wendende Gesellschaft und die “Unterwanderung von Großmäulern und ungereiften Individuen” in der Black- Metal-Szene auf dieser CD auszutragen beziehungsweise zu verkünden. Bei dem Titel “Ewiger Krieg” liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei Askuror und Lord Themgoroth um politische Bands handelt, was den Worten in der Bandinfo nach aber nicht der Fall ist. Trotzdem finden sich im Booklet Sprüche wieder, die mich ein wenig verwundern. Dabei darf ich zitieren: “Ein Gruß und aufrichtiger Dank sei Jenen gesagt, welche uns unterstützen und auf unserer Seite kämpfen. Die Feinde sind um uns herum.” Ich persönlich finde diese ganzen Sprüche
mittlerweile lächerlich, denn glaube ich, dass die, die sich vehement über irgendwelche Großmäuler aufregen, selbst nichts als Großmäuler sind. In der Black-Metal-Szene geht es doch zum größten Teil um die Musik, zumindest sollte es so sein, und wenn eine Band nicht fähig ist, halbwegs anständige Musik zu spielen, dann sollte sie sich irgendwelcher Äußerungen besser
enthalten. Die Botschaften, die diese beiden Bands uns hier vermitteln, sind von äußerst oberflächlicher Natur und grenzen stark an Komik und können von meiner Seite nicht ernst genommen werden, genauso wenig wie die Musik. Askuror haben sich erst im Herbst 2003 formiert und reden nach einem Jahr musikalischer Aktivität bereits von Krieg gegen irgendwelche Individuen aus der Szene. Man sollte dabei doch ein wenig mehr Energie auf die musikalische Entwicklung verwenden. Es handelt sich bei Askuror nämlich nur um
mittelprächtigen Black Metal, der sowohl soundtechnisch als auch vom instrumentalen Bereich her recht solide gestaltet ist. Der fast durchgängige Keyboardeinsatz holt noch einmal die Kohlen aus dem Feuer, dieser sorgt doch gelegentlich für etwas Atmosphäre, zumindest wenn man nicht gerade am Mikro
aktiv ist. Bei dem Gesang, der eigentlich gar keiner ist, handelt es sich meistens einfach nur um dreckig gekrächzte Worte, die besser keiner verstehen sollte. Gezwungener Maßen bekommt man dann doch den hohlen Mist zu hören und ärgert sich darüber, dass hier mal nicht richtig gekreischt wird,
wie es in der Zunft ja üblich ist. Auch Lord Themgoroth sind wahrlich nicht das Gelbe vom Ei; langweiliger kann man Black Metal wohl kaum spielen. Na ja ist ja auch kein Wunder, da Borbarath, der auch schon bei Askuror dabei war, hier unter dem Namen Borbarath the Butcher aktiv ist. Hat sich die Band doch
gedacht, das Ganze abzukürzen, in der Hoffnung, der Hörer würde nicht dahinter kommen, wer hier wieder dabei ist; nur hat man den Fehler gemacht, bei der Produktion und Abmischung seinen vollständigen Namen hinzuschreiben. Die gelegentlich auftretenden Keyboardelemente sind wieder ganz nett, aber
alles in allem haben wir das schon tausendmal gehabt. Es kommt hier keine Kälte rüber, auch kein Hass- oder Kriegsgefühl. Zum Kampf könnte man mich mit der Musik nicht so richtig ermutigen; aber ist es auch besser, dass
gerade kein Krieg herrscht, wären eure Instrumente nämlich dann auch hinüber, was im Grunde auch schon wieder egal ist.
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