Tyrael “Der Wald ist mein Zuhause” 3/6

Eigenproduktion
Bewertung: 3/6
Spielzeit:
Songs: 11

Der Erlkönig scheint mittlerweile seine Heimat in Köln gefunden zu haben. Wenigstens wenn es nach der Band Tyrael geht. Diese Mannen haben nach neun Jahren (!) ihr Debutalbum herausgebracht. Leider hat die lange Reifezeit musikalisch nicht wirklich viel gebracht.

Es wird einem handwerklich sauberer Death-Black Metal mit Screams und Growls dargeboten, garniert mit romantischen Texten über Wälder, Unterholz und allerlei Getier. Die Betonung liegt auf sauber. Denn es finden sich bei diesem Album keine Ecken und Kanten, keinerlei Abwechslungen oder neue musikalische Ideen. Vielmehr wird einem recht belanglose Kost dargeboten mit schon dutzendfach gehörten Riffs, Standard- Rhythmiken und dem gängigen Blast-Beats.

Wenn man die Band in eine Schublade stecken möchte, dann könnte man daraus ein Genremix aus ganz alten Apokalyptischen Reitern, etwas Bergthron sowie eine Prise Riger basteln, ohne das es jedoch auch nur Ansatzweise an die Qualität einer Band wie Bergthron heranreicht.

Was den kölschen Jungs fehlt ist Innovation sowie irgendetwas, was den Einheitsbrei länger in den Gehörgängen verweilen lässt. Ansonsten wird die Band im Mittelfeld verweilen, vereinzelte Fans finden und in ein paar Jahren wieder vergessen sein.
Und das wäre vielleicht, nach dem Hören des Liedes „Der Erlkönig“, besser so. Lasst die Finger von Klassikern, wenn Diese denn nicht adäquat und mit spielerischer Raffinesse oder mit echter Leidenschaft vorgetragen werden! So taugt das Lied nur dazu seinem Provinzlehrer im Musikunterricht der 10. Klasse kurzzeitig zu erschrecken.

Dennoch gibt es gnädige drei Punkte, da aus technischer Sicht nicht so viel zu Bemängeln ist. Und als letzter Hinweis, bitte holt Euch beim nächsten Mal einen versierten Grafiker und bastelt Euer Booklet nicht selber – damit verschreckt Ihr auch noch Eure potentiellen Fans.
www.Tyrael.net
http://www.myspace.com/tyraelmetal