Ardulph Ardebahr Wald “Demo 2000”

Eigenproduktion
Bewertung: Ohne Wertung
Spielzeit:
Songs: 0

…So oder so ähnlich könnte der Titel dieses Demos lauten. So recht entziffern konnte ich die ganze Chose nämlich nicht. Sei es drum, dieses ungewöhnliche Demo offeriert dem geneigten Hörer dennoch allerhand, wenn man sich denn erst einmal ein wenig an das Gehörte gewöhnt hat. Zwei einsame Künstler verbergen sich hinter diesem Projekt. Da hätten wir zum einen A.A. Wald, laut Booklet ein ’Verscheucher von Leuten’ sowie Trübsalbläser und Spieleverderber. Sein Pendant hört auf den zweifelhaften Künstlernamen N.S. Régime und ist als Graph von Habenichts und Kriegenichts obendrein auch Steuerhinerzieher und Neider. Wenn man nun noch Songtitel wie Latente Suizidalität, Das Graechtnis oder Ritual: 20 Quadratkonsch in Betracht zieht, dürfte klar sein, dass man es mit einer alles anderen als gewöhnlichen Darbietung zu tun hat. Vielmehr bieten Ardulph Ardebahr Wald über 60 Minuten avantgardistische Musik, die so recht in keine Schublade passen will. Aufgrund des grottigen Sounds und der eigentümlichen Atmosphäre sind mir gelegentlich Parallelen zu Darkthrone in den Sinn gekommen. Aber reinen Black Metal spielen A.A.W. deswegen noch lange nicht, denn sie arbeiten genauso mit cleanen Gesängen, gesprochenen Passagen und weiblichen Gastgesängen und bewegen sich überwiegend im schleppenden Mid-Tempo-Bereich. Vielmehr streift man die verschiedensten Bereiche des musikalischen Ausdrucks und verlässt sie auch schon wieder, sobald sich ein Stückchen Kontinuität eingeschlichen hat, um den Hörer in eine neue Welt zu führen. Somit erhebt sich der Eindruck einer Art Collage, ähnlich wie es Alfred Döblin in Berlin Alexanderplatz oder Arno Schmidt in vielen seiner Werken in literarischer Form vollzogen haben. Mir dünkt, als würde hier mehr Wert auf die Grundstimmung als auf einzelne Songs gelegt und so ist das Demo auch vielmehr als ein Gesamtwerk zu verstehen, in dem die Lieder eine Einheit bilden. Wer auf experimentelle Musik in einer sonderbaren Atmosphäre steht und sich nicht als Soundfetischisten bezeichnen würde, sollte dieser Band auf jeden Fall eine Chance geben. Setzt Euch mit mit Nils Sommermeier, Ostlandstr. 10, 31157 Sarstedt Sarstedt in Verbindung. Das Tape gibt es schon für 5,-DM, in CD Form seid Ihr mit 15,-DM dabei.
(Review aus Eternity #14)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*