Thorngoth “Rauhnacht” 4/6

Folter Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 46:00
Songs: 8

Der Einstieg in „Rauhnacht“ fällt mir nicht ganz leicht, da der Opener „Curse them“ als typisch schneller Black Metal startet und der Sound doch etwas dünn daherkommt. Das fällt besonders krass auf, wenn man direkt vorher gut produzierte Alben im Player hatte. Songtechnisch werde ich aber noch während des Openers + im folgenden „Kill for paradise“ positiv überrascht; extrem variabel holzen Thorngoth den Wald ab – schnell wechselt mit rasend schnell, eingängige Leads werden genauso verbraten wie atmosphärische Passagen. Mir liegt fast das Prädikat „mitreißend“ auf der Zunge. Die kratzigen Schrei-Vocals sind jederzeit absolut passend. Die Süddeutschen sind auch in der Lage mit schleppendem Material bösartige und giftige Atmosphäre zu verbreiten, wie „Schiachperchten“ der Rausschmeisser „Still, von Ewigkeit“ oder das siebenminütige „Der Wanderer“ zeigen. Letzteres glänzt gar mit epischen Facetten. Ebenfalls über sieben Minuten zieht sich „Nihilistic visions“, dass noch einmal sämtliche, beschriebene Thorngoth-Trademarks vereint. Auf ihrem dritten Release zeigen sich Thorngoth als gereifte Black Metal-Band, was sowohl die Old-School-Fraktion bedienen kann, als auch nachweist, dass mehr in der Hinterhand ist, als nur klirrende Atmosphäre mit schnellen, kalten Eruptionen zu kreieren. Da würde beim nächsten Mal auch ein bisschen mehr Volumen im Sound auch nicht schaden. Ich bin gespannt.

www.folter666.de
http://www.thorngoth.de