The Axis of Perdition “Deleted Scenes From the Transition Hospital” 2/6

Code 666/Aural Music
Bewertung: 2/6
Spielzeit: 55:44
Songs: 8

Über den widerlich verdreckten Rollstuhl auf dem Cover in einem Raum, der nicht ganz zu erkennen, aber vielleicht doch dem gleicht, wovon im Albumtitel die Rede ist, braucht man sich nun auch nicht mehr zu wundern. Da steht doch tatsächlich ein Typ, der mehr einem Zombie ähnelt als einem Menschen, in diesem vermeintlichen Krankenhaus rum und wartet wohl darauf, zufällig vorbeilaufende Menschen zu erschrecken. Doch wer sich in diesen Raum wagt, ist selbst schuld. Ich kann mir durchaus vorstellen, an einem hygienisch saubereren behandelt zu werden.
Ich hätte das Ganze hier nicht erwähnt, würde die Musik dieser vier Briten nicht die Macht besitzen, seine Hörer genau in dieses Szenario zu versetzen, welches mehr an einen schlechten Horrorfilm erinnert, als an sonst etwas. Vielleicht auch gar nicht an einen so schlechten, denn sind es nicht Orte wie dieser, die einen jeden von uns anekeln oder so etwas wie ein Unwohlgefühl in der Magengegend verursachen. Die Mucke von The Axis of Perdition könnte tatsächlich der Soundtrack für diesen Streifen sein, was sich meiner Meinung nach mit Industrial-lastigem Black-Metal, wie ihn die Briten spielen, besonders gut umsetzen lässt. Nur ist das eben keine Musik, die man sich anhört, weil man Bock auf Industrial oder Black-Metal hat, denn so was wie feste Strukturen findet man hier einfach nicht; zu viele Samples oder andersartige Einspielungen sorgen für komplettes Chaos, welches sich im nächsten Moment schon wieder zu einem makabren Schauspiel finsterer Soundkollagen wandeln kann. Und völlig aus dem Rahmen, ach so, den gibt´s ja sowieso nicht, werden Jazz-ähnliche Passagen eingespielt, die die völlig kranke Atmosphäre noch untermalen.
Also will man sich mit Freunden einen netten Tag im Park machen mit Grillen und Musi und so, dann sollte man diese CD auf keinen Fall einlegen, denn ist das Fleisch einmal aus, kann man damit rechnen, dass das Steakmesser bald anders zum Einsatz kommt, und wir wollen ja nicht den Parkwächter beunruhigen, der gerade einer netten alten Dame in ihrem Rollstuhl bei irgendetwas behilflich ist.
The Axis of Perdition haben es schon irgendwie drauf, aber leider sind die Herren auch etwas drauf; na jedenfalls eignet sich die Mucke nicht unbedingt zum Einschlafen; also steht man nicht gerade auf Horrorfilme, Black-Metal und Industrial gleichzeitig, sollte man die Finger von dieser Scheibe lassen. Es handelt sich tatsächlich eher um einen Soundtrack, als um Musik, welche man sich reinzieht, wenn man romantisch sein will, es sei denn, Sie steht darauf, wenn du ihr das Messer zwischen die Beine schiebst. www.code666.net
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