Seventh Calling “Monument” 4/6

Melissa Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 49:20
Songs: 12

Monument ist das bereits 2006 eingespielte Debut einer Band aus Minneapolis, die sich dem klassischen Power Metal mit seinen 80er-Vorbildern verschrieben hat. „Die“ sind in diesem Fall eigentlich nur die Gitarristen Lance C. Lange und Steve Handel, auf deren Mist das Ganze gewachsen ist und die sich beide mit dem Gesang abwechseln, wobei sie von Michael Popless (Seasons Of The Wolf, Within Another) am Bass und Jamie Strobach (?) an den Drums unterstützt werden. Und sie machen ihre Sache gut. Im Gegensatz zu ihren Vorbildern gehen sie allerdings durchaus etwas thrashiger zu Werke (und wer weiß: Vielleicht stellt der Plattentitel ja auch eine Verbeugung vor Heathen dar?). Dies wird besonders bei den von Steve Handel eingesungenen oder besser gesagt dahingerotzten Stücken deutlich. Flutscht der erste Song (Gesang: Lange) noch ein wenig an mir vorbei, fange ich beim zweiten „Silent Scream“ (Gesang: Lange) so langsam an, den Kopf hin- und herzuwerfen und horche beim schleppenden „Faces Of Death“ (Gesang: Handel) noch genauer hin, bevor dann mit dem sich langsam aufbauenden und extrem druckvollen „Fight For Your Life“ (Gesang: Handel) so richtig der Hammer herausgeholt wird und die Scheibe mit ihrem ersten Höhepunkt aufwartet: geile schnelle Riffs ohne Ende, hart bis zum Vergehen und mit einen klasse Solo versehen. Dem folgen dann aber wieder zwei von Lance C. Lange eingesungene Stücke, der über eine eher schwache Stimme verfügt, die mich nicht so überzeugen – nicht nur gesanglich, sondern auch vom Musikalischen. Das folgende „Mercyless“, das dann wiederum Mr. Handel singt, ist dann zwar wieder etwas knackiger, vom Hocker reißt es mich aber nicht. Dafür sorgt dann aber wieder das mehrteilige „The Damnation Creation“, welches eine Trilogie darstellen soll, die in fünf Teile unterteilt wurde, was bedeutet, dass die Teile jeweils durch Keyboardsounds miteinander verbunden werden. Mit „The Process“ (Gesang: Lange) beginnt das Stück zwar etwas durchschnittlich, aber im Mittelteil steigert man sich dann plötzlich enorm und findet zu einem druckvollen und doch lässigen Lauf, der viel Freude bereitet. Großes Kino! Und zum Schluss übernimmt dann noch einmal Mr. Handel die vocals und die Jungs schmettern uns mit „My Blood…Your Veins“ noch eine Abschlussgranate vor die Füße, die schleppend beginnt, aber ab der Mitte mächtig an Fahrt gewinnt und zu einem versöhnlichen Ende führt. Als Fazit bleiben also vier ziemlich gute Lieder und vier, die man sich auch hätte sparen können, auch wenn sie nicht ganz schlecht sind. Die Qualität von „Silent Scream“, „Faces Of Deception“, „Fight For Your Life“ und „The Damnation Creation“ ist aber derart hoch, dass vier Punkte Pflicht sind. Die Stärken der Jungs liegen eindeutig im thrashigen Power Metal. Sobald sie versuchen, zu sehr in Richtung des klassischen Metals zu gehen, wird’s etwas flach. Hoffentlich besinnen sie sich ihrer Stärken!
www.myspace.com/seventhcalling

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