Scarlet Anger – Freak Show 4/6

scarlet-anger-freak-showHänsel & Gretel/ MIG Music

Bewertung: 4/6 → Find’ ich gut!

Songs: 10

Spielzeit: 49:39

SCARLET ANGER aus Luxemburg waren mir bis dato völlig unbekannt, obwohl die fünfköpfige Truppe seit 2007 existiert und bereits ein Demo (2009), eine EP (2011), ein Full-Length-Album (2012) und eine Single (2012) veröffentlicht hat. Anscheinend habe ich da wirklich was verpasst, denn „Freak Show“ macht schnell klar, dass wir es hier mit einer ernstzunehmenden Kapelle zu tun haben.

Während die meisten aktuellen Thrash-Bands detailgetreu die Helden der 80er kopieren, wählen SCARLET ANGER den schwierigeren Weg, indem sie versuchen, dem Genre etwas Neues hinzuzufügen. Die Riffs und Gitarrenmelodien klingen eher nach Paradise Lost 1993 als nach Bay Area 1986, gesangstechnisch ist man um Abwechslung bemüht (auch hier ist man eher in den 90ern als in den 80ern beheimatet), und der Sound klingt weder retro noch krampfhaft modern.

Highspeed-Knüppel-Thrash-Puristen wird die Ausrichtung der Band vielleicht stören, Fans von komplexerem Stoff (wie z.B. den neueren Artillery-Alben) dürften hingegen ihren Spaß an „Freak Show“ haben. Ich finde das Album mit jedem Durchlauf interessanter und vermute, dass es sich nicht allzu schnell abnutzen dürfte. Anspieltipps zu nennen wäre im Falle von „Freak Show“ sinnlos, da keine der zehn Nummern auf Anhieb zündet.

Das Artwork der Scheibe ist sehr hübsch ausgefallen und erinnert an alte amerikanische Horror-Comics. Im Plattenladen wäre ich aber nie im Leben darauf gekommen, dass sich dahinter eine Thrash-Band verbirgt. Fazit: Wer seinen Thrash originell, abwechslungsreich und klischeearm mag, sollte mal in „Freak Show“ reinhören.

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