Ruffians “Desert Of Tears” 4/6

Metal Heaven
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 45:58
Songs: 11

Tja, streng genommen handelt es sich ja hierbei um das Debut einer seit zwanzig Jahren existierenden Band, die allerdings immerhin schon eine EP und so etwas wie eine Best Of veröffentlicht hat. Wer’s nicht weiss: Diese Band ist die Heimstatt des einstigen Vicious Rumors-Sängers Carl Albert (RIP), veröffentliche 1985 eine klassische US Metal Scheibe, an der man auch heute noch seinen Spass haben kann, ging dann nach dem Weggang Carls mangels Plattendeal recht fix ein und wurde zu Beginn dieses Jahrtausends im Zuge der grossen Reunion-Welle reaktiviert, was Hellion Records dann fix dazu nutzte, sämtliches altes Material unter die Leute zu bringen. Im Gegensatz zu vielen ihrer wiederbelebten Brüder konnten Ruffians Live dann allerdings voll und ganz überzeugen, ja bliesen einen mit ungeahnter Frische geradezu um und man durfte auf das nun vorliegende Album mit Recht gespannt sein. Sicher, die Jungs sind nicht mehr ganz so knackig wie anno dazumal, trotzdem versprühen einige Songs wie der Opener „I Believe“ und der Titeltrack jede Menge Energie und zeigen, dass mit den Amis nach wie vor zu rechnen ist. Leider gibt es an dieser Platte neben vielen Stärken wie der meist wundervoll gefühlvollen Melodie-Führung meines Erachtens jedoch v.a. zu bemängeln, dass man sich doch arg auf Mid-Tempo-Nummern eingeschossen hat, weshalb das Album über weite Strecken viel zu behäbig vor sich hinplätschert und sich oft nur bei Refrain und Solo aufbäumt. Das ist etwas schade, denn die technischen Fähigkeiten der Kalifornier und der volle, raue Gesang Rich Wildes, der besonders bei der Ballade „It Ain’t Over“ klasse kommt, können diese Defizite nicht vollständig auffangen. „Desert Of Tears“ ist dennoch ein Werk geworden, welches alle ewig in den Achtzigern verhafteten Freunde der Band glücklich machen dürfte, denn treu sind sich die Jungens sicher geblieben. Um mehr zu erreichen, hätten’s ein paar Briketts mehr sein dürfen, die man beherzt hätte auflegen sollen… In dem Sinne: Weiter so, Jungs, und haut beim nächsten Mal auf Konserve genauso auf die Kacke wie ihr das auf der Bühne doch auch könnt!