Ribspreader “The van murders” 5/6

VIC Records
Bewertung: 5/6 – > Mächtig!
Spielzeit: 29:20
Songs: 9

Rogga hat wohl Blut geleckt! Nachdem bei The Grotesquery sein kongenialer Partner Kam Lee in jahrelanger Kleinarbeit die Konzeptstory zu “Tales of the coffin born” ausgetüftelt hat, zieht sich auch durch das neue Ribspreader-Album (aktuelle Mitstreiter dieses Mal Andreas Carlsson und Brynjar Helgetun) ein roter Storyfaden. “The van murders” erzähl von zwei Serienmördern – Mr. Filth und The Cleaner – die bei ihrer Reise durchs Land eine blutige Spur hinterlassen. Den musikalischen Rahmen bildet völlig überraschend schwedischer, old-schooliger Death Metal, der ein bisschen ruppiger interpretiert wird als noch auf den letzten Ribspreader-Sachen. Es klingt fast so, als könnte sich “The van murders” nahtlos hinter dem Debüt “Bolted to the cross” einreihen. Auch wenn das Genre wenig Spielraum für totale Überraschungen bietet, kann man doch sehr einfach zwischen langweiligen Alben von der Stange und mitreißenden, amtlichen Riff-Gewittern unterscheiden. Ribspreader gehören glücklicherweise zur zweiten Kategorie und grooven zu standesgemäß tiiiiiefem Gitarrensound und duuuuuunklen Growls wie Atze! Wer sich auch nur einen Hauch für (Schweden-) Death interessiert und bei Stücken wie “The beginning of their end” (Eingangssequenz!), “Morbid journey” oder “Silicon valley of death” nicht heftigst mitbangt oder zumindest freundlich mit dem Kopf nickt, muss komplett taub sein. Pluspunkte nebem dem Rogga-typischen Riffing sind das effektive, aber dynamische Drumming und die einzeln eingestreuten, sich vom finsteren Gesamtsound abhebenden Leads (z.B. in “The Cleaner and Mr.Filth”), die anscheinend auf die Kappe von Mixer Patrick Bruss (u.a. Impetigo) gehen. Zumindest bekommt der im Bandinfo Credits fürs Gitarre spielen. Auf der Minusseite stehen ganz klar die kurze Spieldauer und das dreiminütige, langweilige Instrumental “Going to L.A.”. Abgesehen davon hab ich nichts auszusetzen!

www.myspace.de/ribspreaderofficial