Ribspreader Interview

Ribspreader schwingen wieder kurz und schmerzlos die Death Metal-Keule und kommen zusätzlich mit einem Konzept-Album über die Ostsee geschippert. Beim Nachbohren stellte sich heraus, dass Rogga himself und Kumpel Andreas dabei anscheinend ihre beiden Alter Egos von der Leine gelassen haben, die nun als The Cleaner und Mr.Filth losziehen und ihren Bodycount nach oben treiben. Kranker Stoff… Als ich mit Rogga anfing über das Wetter zu philosophieren, war das jedoch noch nicht absehbar…

Hi Rogga, wie gehts? Als wir das letzte Mal (August 2010) anlässlich des aktuellen Demiurg-Albums “Slakthus Gamleby” gesprochen haben, warst Du ziemlich angepisst angesichts der tropischen Temperaturen. Lässt es sich momentan bei Euch in Schweden aushalten?

In den letzten Wochen war das Wetter ganz gut, immerhin hat der Frühling begonnen. Was ich ums Verrecken nicht ausstehen kann, ist die verdammte Hitze im Sommer. Das bringt mich echt um! Leute, die im Urlaub nach Asien oder in andere heisse, feuchte Gegenden fliegen sind bescheuert, wenn Du mich fragst. 15-20 Grad reichen meiner Meinung im Sommer völlig aus.

In dem damaligen Interview sagtest Du sinngemäß, dass die einzigen drei Bands/Projekte an denen Du noch interessiert bist The Grotesquery, Revolting und Demiurg seien. Was bedeutet Dir dann das neue Ribspreader-Album?

Als ich das sagte, habe ich das auch so gemeint. Das sind die Bands, mit denen ich den meisten Spass hatte und auch immer noch habe. Aber Ribspreader haben eine Art Wiederbelebung erfahren und wir haben ein echt cooles Album geschrieben, so dass ich aktuell Ribspreader auch noch zu der obigen Aufzählung hinzufügen würde. Du weißt ja, Dinge ändern sich immer wieder mal. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass “The van murders” eine der stärksten Ribspreader-Veröffentlichungen ist, wahrscheinlich sogar die stärkste neben dem Debüt (“Bolted to the cross”).

Hat Dich Deine Arbeit mit Kam Lee bei The Grotesquery dazu inspiriert auch etwas Konzeptionelles auf die Beine zu erstellen?

Soweit wie ich mich erinnern kann, wollte ich schon mal etwas mit Konzept, mit rotem Faden durch das ganze Album schreiben, habe es aber bisher nie auf die Reihe bekommen. Ich schätze schon, dass ich durch das großartige Konzept, dass Kam für The Grotesquery geschrieben hat, einen ordentlich Motivationskick bekommen habe. Vielleicht war auch einfach nur jetzt der richtige Zeitpunkt, es auszuprobieren. Ich finde, es ist cool geworden, wenngleich es auch keine Story mit Tiefgang oder absolut durchdacht ist. Es ist viel mehr eine Fun-Version von gewöhnlichen, grundlegenden Death Metal-Texten.

Wie lange hast Du an der Story gearbeitet?

Ich weiß nicht mehr ganz genau, aber ich denke es hat mich schon ein paar Tage oder eine Woche gekostet, bis alles fertig war. Das Konzept ist ja bis jetzt auch noch nicht sehr groß und aufwändig, die beiden Typen stehen ja noch am Anfang der Geschichte.

Erzähl uns doch noch ein bisschen mehr von The Cleaner und Mr.Filth!

Um ehrlich zu sein basiert die Geschichte auf vielen kranken Dingen und schlechten Witzen, die Andreas (Carlsson – Gitarre) und ich uns in den 15 Jahren, die wir uns nun kennen, erzählt und ausgedacht haben. Du weißt schon: einfach abhauen, in ein anderes Land gehen, einen klapprigen Van mieten und dann auf einen abgefahren Trip gehen, bei dem so manches ganz schön aus dem Ruder läuft. Also habe ich mir gedacht, dass es witzig sein könnte eine Geschichte quasi um uns beide herum zu schreiben aus der Sicht ‘Was wäre wenn wir wirklich diese durchgeknallten Fucker gewesen wären und all die üblen Dinge gemacht hätten, über die wir immer Witze gerissen haben.’ Ich weiß, das ist grenzwertiger Stoff, aber im Death Metal ist alles erlaubt.

Was habt Ihr Euch bei “Going to L.A.” gedacht? Das einzige Stück auf dem Album, dass ich nicht mag…

Das ist eine Art Intermezzo. Eigentlich besteht das Stück nur aus zwei oder drei Bass-Spuren, völlig ohne Gitarren. Es soll als Pause wirken und die Zeit der Reise darstellen, wenn die beiden Typen von zu Hause losziehen in die Staaten, um dort ihren makabren Trip zu starten und all die kranken Phantasien auszuleben.

Endet die Geschichte mit “This is the ribspreader” (letztes Stück auf der CD) oder ist eine Fortsetzung zu erwarten?

Die Story ist noch lange nicht zu Ende, da die beiden ja immer noch in Amerika auf freien Fuss sind und herumstreifen. Ich schätze, die Zahl der Leichen auf ihrem Weg wird noch steigen und irgendwann werden sie vielleicht auch zur Strecke gebracht und müssen auch damit klarkommen. Schlussendlich werden wohl noch mehr abscheuliche Sachen passieren, hahaha… Kurzum, Ihr könnt eine Fortsetzung erwarten, sei es als Album oder verteilt auf Mini-Alben oder EP’s. Wir werden sehen…

Was ist Deine persönliche Lieblings-Serienkiller-Geschichte?

Als Teenager hat mich John Wayne Gacy fasziniert, auch wenn ich nicht genau sagen kann warum eigentlich. Wahrscheinlich war es dieses Clown-Ding, dass ihn noch verrückter und bösartiger erscheinen lies. Ich schrieb einige Aufsätze in der Schule über ihn, was glaube ich nicht sehr populär war, hahaha…

Ich hab bisher nie etwas über Serienkiller aus Schweden gehört.

Ich bin mir sicher, dass es auch bei uns solche Verbrechen gibt. Da trieb zum Beispiel in Südschweden vor vielen Jahren ein Cop sein Unwesen. Ich erinnere mich aber nicht mehr an Details.

Lass uns über die Musik sprechen: Für mich ist “The van murders” wieder näher am Ribspreader-Debüt dran als am Vorgänger “Opus ribcage”. Wie siehst Du das?

Ich glaube unsere neue CD ist 50% “Bolted to the cross” und 50% “Opus ribcage”. Wir haben Feeling und Riffing der beiden Alben verschmolzen und ich denke, es klingt geil! “Bolted to the cross” war damals mehr klassischer Death Metal. Den Nachfolger (“Congregating the sick”) schrieb ich allein und deswegen war der etwas einfacher gestrickt. Zu “Opus Ribcage” war Andreas zurück und wir entschieden etwas groovigeren Kram aufzunehmen. Auf “The van murders” haben wir einfach alte und neuere Ribspreader vermischt.

Gemischt/ gemastered wurde “The van murders” von Patrick Bruss in den Staaten. Wie kam das?

Patrick Bruss ist ein großartiger, talentierter Typ und versteht sein Handwerk. Er hat auch einige Soli zu dem Album beigesteuert, was uns noch ein paar Prozentpunkte mehr gebracht hat. Alles in allem hat er sehr gute Arbeit geleistet!

2006/07 erschienen drei Ribspreader-Siebenzöller. Gibt es aktuell Pläne weitere Vinyl-Sachen von Ribspreader heraus zu bringen?

Das kann ich Dir aktuell gar nicht genau sagen. Ein paar neue Stücke, die sehr stark an unser Debüt angelehnt sind, hätten wir verfügbar. Es wäre schon eine coole Sache, eine 4-Track-EP zu machen, vielleicht sogar als Fortsetzung der Geschichte von “The van murders”. Falls ein Label interessiert ist, schickt uns einfach eine kurze Nachricht!

Was ist eigentlich aus den Plänen geworden, die ersten beiden Ribspreader-CDs als Doppel-CD heraus zu bringen?

VIC Records wird die noch veröffentlichen, da bin ich sicher, vielleicht ja noch dieses Jahr.

Wenn man sich Deine Bands und Projekte anschaut, hat Ribspreader – glaube ich – den anstössigsten Namen. Haben sich jemals Leute darüber echauffiert?

Haha… Ribspreader ist ein chiurgisches Werkzeug, also nicht wirklich anstössig. Es sei denn, es wird falsch benutzt… hahaha. Bisher hatten wir jedenfalls keinen Ärger mit dem Namen. Ich kann mich nur daran erinnern, dass mal jemand geschrieben hat, der Name würde wir der Name eines Hamburgers klingen: McRibspreader…

Eine persönliche Frage: Auf Bildern von Dir sieht man, dass Du stark tätowiert bist. Ist das Projekt “Tattoo Rogga” bereits abgeschlossen oder kommt immer wieder mal was dazu?

Seit ich 16 Jahre war lass ich mich hin und wieder mal tätowieren. Am meisten mag ich den ursprünglichen Old-School-Style und vor allem Totenschädel

Zur Zeit unseres letzten Interviews warst Du grad ohne Arbeit. Hat sich daran etwas verändert? Wie bringst Du Deine Tage rum?

Ich bin immer noch arbeitslos und das macht wirklich keinen Spass, weil Geld immer ein Thema ist. Einen Großteil des Tages mache oder höre ich Musik, hänge mit unserem Hund Vader rum oder trinke Bier und natürlich verbringe ich auch Zeit mit meiner Frau, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt. Sie ist nicht so ein Loser wie ich, hahaha…

Obligatorische Frage zum Schluss: Was gibt’s als nächstes von Ribspreader / Rogga?

Das neue Paganizer-Album wird gerade aufgenommen und daneben passiert zur Zeit nicht viel. Wie schon gesagt arbeiten wir auch an neuem Ribspreader-Zeug, für das eine EP oder etwas ähnliches echt prima wäre.

Thanx for the interview!

www.myspace.de/ribspreaderofficial