Profanity Interview

Slaughtering Thoughts’, das langersehnte, neue Killeralbum der Süddeutschen, wurde ja bereits in der letzten Ausgabe unter die Lupe genommen und weil’s so geil war, gibt’s hier erneut ein Interview mit den drei sympathischen Jungs, die nicht gerade wortkarg an meine Fragen heran gingen. Also erspare ich mir lieber große Worte und übergebe an Tom, Martl und Armin…

Hallo ihr drei, wie geht’s denn so, was macht ihr grade? Gibt’s was Neues im Profanity Lager?
Tom: Hallo Sandra und Eternity. Als erstes gleich mal vielen Dank für Deinen bzw. Euren Support und das Interview. Danke, zur Zeit läuft alles sehr gut. Wir bekommen so viel Post wie noch nie zuvor und mit solch guten Resonanzen auf unsere neue CD hatten wir wirklich nicht gerechnet. Zur Zeit sind wir sehr beschäftigt mit der Organisation der United Undergound Days II mit Mental Aberration, Human Waste, Tears of Decay und unserer Kapelle. Das Ganze findet am Osterwochenende statt. Die ganze Sache hat mich und oben genannten Kollegen sehr viel Zeit und Anstrengung gekostet, aber die Mühe hat sich wirklich gelohnt, denn nun können wir vier Tage am Stück spielen, worauf wir uns schon alle sehr freuen. Momentan arbeiten wir auch an neuen Songs für die dritte CD, die aller wahrscheinlichkeit nach ‘HateRed Hell Within’ heißen wird. Ein Stück ist bereits fertig und so wie es aussieht wird das neue Material noch schneller, brutaler und auch technischer ausfallen. Das ist für uns auch der einzige Weg der Weiterentwicklung. Wie Du siehst gibt es im Moment einiges zu tun.
Martl: Grind On Sandra, servus mitanand. Habe soeben eine zünpftige Brotzeit gemacht, höre bärige Musik und freue mich auf später, da noch Bandprobe ansteht– also: alles in bester Ordnung.
Armin: Hallo Sandra, danke der Nachfrage. Mir geht es so weit ganz gut, bis auf die alltäglichen Strapazen die eigentlich jeder von uns hat. Zur Zeit arbeiten wir an neuen Stücken für die nächste CD, und organisieren Konzerte für die UUDays. Da ich zur Zeit aber noch kein Modem habe, und von der Arbeit aus gerade Lehrgänge besuchen muss, kann ich momentan leider nicht so viel dazu beisteuern.

‘Slaughtering Thoughts’ ist ja nun schon ein Weilchen im Umlauf… wie sind denn bisher die Reaktionen auf das neue Album, seitens der Fans und Kritiker?
Tom: ”Slaughtering Thoughts” wurde von Cudgel Agency am 20. November 2000 veröffentlicht. Was die Reaktionen bezüglich der Scheibe angeht, ist das schlichtweg einfach nur Wahnsinn. Bis jetzt haben wir nur gute bis sehr gute Kritiken bekommen. Mit solch wirklich tollen Resonanzen haben wir wirklich nicht gerechnet. Die Meisten vergleichen uns mit Bands wie Suffocation und allein schon mit dieser Götterband verglichen zu werden, ist mehr als nur eine Ehre für uns. Suffocation ist wohl ‘die’ Band für uns die eine perfekte Symbiose aus Technik, Brutalität und Musikalität schafft. Darin sind sie wahre Meister und sie waren auch schon damals, als ihre erste Veröffentlichung erschien, ihrer Zeit um einiges voraus und vor allem wurden sie auch immer total unterbewertet. Andere geniale Bands, die auch meistens genannt werden sind Cannibal Corpse und Monstrosity. Mit solchen Szenegrößen verglichen zu werden, ist wirklich eine große Ehre für uns. Vor allem, wenn der Name Monstrosity in Kritiken auftaucht, muss ich immer wieder an eine ganz bestimmte Sache denken, die schon ein paar Jahre zurückliegt. Damals bei Solace, der Band in der ich vor Gründung von Profanity spielte, fragte mich mein Freund Blinki was ich denn so für eine Vorstellung von meiner Musik hätte, die ich gerne machen würde. Daraufhin spielte ich ihm das ‘Final Cremation’ Video von Monstrosity vor. Die Imperial Doom Scheibe ist auch heute noch ein Meilenstein im Death Metal wie ich finde. Wir freuen uns aber deswegen am meisten über solch gute Kritiken da wir wirklich sehr viel Zeit und harte Arbeit und diese CD gesteckt haben. Wenn uns jemand fragen würde was wir in den letzten drei Jahren so gemacht haben, dann könnte ich ihm einfach die neue CD von uns hinlegen.

„Für uns ist Technik, Brutalität, theoretisches Wissen und Geschwindigkeit eigentlich nur ein Werkzeug um unserer Vision immer wieder ein Stück näher zu kommen.“

Eure Debut Scheibe ‘Shadows To Fall’ kam ja bereits ’97 heraus, was waren die Gründe dafür, dass ‘Slaughtering Thoughts’ so lange auf sich warten ließ?
Tom: Ja, das stimmt, unsere erste CD wurde Ende 1997 veröffentlicht. Damals hatten wir eigentlich schon grob geplant, dass die nächste zwei Jahre später erscheinen sollte, aber daraus sind nun drei Jahre geworden. In diesen drei Jahren gab es einige Ereignisse und Vorfälle die uns wirklich sehr viel Kraft gekostet haben. Angefangen hatte eigentlich alles bei dem Cannibal Corpse, Krabathor und Devilyn Gig in München im Mai 1998, auf welchem wir eröffnen durften. Wir spielten unsere dreißig Minuten und danach war der totale Stress angesagt. Wir mussten so schnell wie möglich unser Equipment zusammenpacken und auch der Stagemanager Bobby machte mächtig Druck. Von der Bühne herunter führe eine sehr schmale Holztreppe in den Backstageraum hinein. Armin war vollbepackt mit seinen Schlagzugständern und hatte die Treppe nicht gesehen, da es auch noch sehr dunkel in diesem Eck war. Ich lief hinter Armin und gerade in diesem Moment stürzte er diese Treppen hinunter und ich dachte nur noch jetzt ist alles aus. Das hat wirklich sehr böse ausgesehen. Wir sind alle sofort zu ihm und halfen ihm auf, er hatte sehr starke Schmerzen in seiner Schulter und wir trugen ihn gleich zum Bus. Er sagte er hätte seine Schulter ausgekugelt, dann machte es einen dumpfen Schlag und er hatte sich die Schulter selber wieder eingekugelt. Am nächsten Tag ging Armin gleich zum Arzt der es gar nicht fassen konnte, dass er sich seine Schulter selbst eingekugelt hatte. Aber mit dem Schlagzeugspielen war es erst einmal vorbei. Das war sehr, sehr hart für uns denn nur zehn Tage später sollten wir auf dem ‘Fuck The Commerce II’ spielen. Armin überlegte hin und her und schließlich hatte er entschieden, dass wir es auf alle Fälle versuchen würden dort zu spielen, denn das war wirklich eine große Chance für uns. Somit fuhren wir zu diesem Open Air und Armin hatte eine Bandage um seine Schulter. Das war total komisch, denn als wir unser Zeug aufgebaut hatten, legte er diese erst ab – das hat wohl einige Leute sehr verwundert. Wir spielten unseren kompletten Set und es lief auch alles fantastisch, obwohl er während des kompletten Auftritts sehr starke Schmerzen hatte. Somit ist er auch gleich am nächsten Tag schon wieder nach Hause gefahren. Aber es kam, wie es kommen musste. Ein paar Wochen später hatte Armin wieder einen sehr bösen Unfall in seiner Arbeit und es hat wieder die gleiche Schulter erwischt. Er ist von einem Gerüst gefallen und dabei ist auch von seiner Schulter ein Stück vom Knochen abgesplittert. Er wurde sofort ins Krankenhaus gefahren und musste operiert werden. Der Arzt hat ihm zuvor noch gesagt, dass es nicht sicher ist ob er jemals wieder Schlagzeug spielen kann. Das hat ihn und uns natürlich sehr hart getroffen, somit war das eine verdammt harte Zeit für uns alle. Zum Glück verlief die Operation gut und nach zehn Wochen setzte sich Armin schon wieder hinter die Schießbude und fing langsam wieder mit dem Üben an. Das Nächste war, dass ich nach meinem Zivildienst in einer Fabrik angefangen habe in der ein Vier-Schicht-System lief, was die absolute Hölle für mich war. Ich hatte nur an einem einzigen Wochenende im Monat frei von daher blieb da kaum Zeit zum Proben und neue Sachen zu Schreiben. Für Konzerte musste ich fast jedes mal Urlaub nehmen. In diesem Jahr ging dann nicht so viel vorwärts, schließlich habe ich nach einem Jahr dort gekündigt denn körperlich und geistig war das sehr anstrengend gewesen. Dann haben wir auch noch unseren Übungsraum verloren, was wieder eine Auszeit nehmen bedeutete. Zum Glück hatten wir jedoch bald einen neuen gefunden. Das nächste große Ding hieß Besetzungswechsel: direkt nach den Aufnahmen der Split 7“ mit Lividity teilte uns Daniel mit das er wieder gerne mehr in die thrashigere Richtung machen wolle. Er blieb aber noch so lange bis wir einen neuen Bassisten gefunden hatten, was wir ihm hoch anrechnen. Genau zur gleichen Zeit kam Martin wieder zurück. Martin konnte wieder mitspielen und Daniel ging zu Reactor, das war der freundschaftlichste Besetzungswechsel, den es je bei Profanity gab. Daniel hilft uns auch nach wie vor wo er kann. Ihm haben wir auch einiges zu verdanken, wäre er damals nicht gewesen…wer weiß. Mit ihm haben wir ‘Shadows to Fall’ und auch die Split 7“ mit Lividity aufgenommen. Nun musste Martin unsere acht neuen Songs schnellstens lernen. Das war auch alles andere als einfach aber er hat es geschafft und so gingen wir dann im September 1999 wieder ins Brickhouse Studio.

Trotz der relativ langen Wartezeit sind Profanity in der Zwischenzeit ja keineswegs in Vergessenheit geraten, was einerseits sicherlich an der guten Live-Präsenz liegt, andererseits aber auch der Split 7’’ mit Lividity zu verdanken ist, die bei 1000 Exemplaren schnell vergriffen war… Wolltet ihr keine größere Auflage herausbringen? Und war die Zeitüberbrückung der einzige Grund dafür, das Teil zu produzieren? Habt ihr mit dem Gedanken gespielt auch die ‘Slaughtering…’ oder eure nächsten Alben als Vinyl zu veröffentlichen oder kommt das für euch nicht in Frage?
Armin: Warum wir keine größere Auflage gemacht haben, lag daran, dass wir zum einen nicht wussten wie die Reaktionen darauf sein werden, und zum anderen denke ich, dass es auch für uns selbst ein gewisser Reiz war eine limitierte Auflage zu machen, und dann auch noch auf Vinyl. Das mit der Zeitüberbrückung stimmt schon, aber das war nicht der einzige Grund dafür, denn den Gedanken eine Single zu machen hatten wir eigentlich schon länger. Was fehlte war nur noch eine Coverversion und eine zweite Band die schon fertiges Material hatte. Nun, als Coverversion entschieden wir uns dann für ‘The Exorcist’ von Possessed, und als zweite Band kamen wir dann auf Lividity, zu denen Tom schon länger Kontakt hatte und zu diesem Zeitpunkt auch neue Songs fertig hatten. Und so konnten wir hiermit ein Lebenszeichen von uns geben, und zugleich hatten wir uns hiermit einen schon länger ersehnten Wunsch erfüllen können. Wir sind ja alle Drei noch in der Welt der Platten aufgewachsen! ‘Slaughtering Thoughts’ auf Vinyl zu veröffentlichen kommt für uns denke ich nicht in Frage, da es zum einen eine Sache des Geldes ist, und zum anderen muss man die Dinger ja auch an den Mann bringen können. Aber vielleicht kommt das ja noch mit den Jahren? Oder auch nicht? Wer weiß?

Bei dem sehr intensiven Soundwand fällt auf, dass ihr sehr gut aufeinander eingespielt seid, da die Gitarren und das Drumming perfekt ineinander übergreifen. Kein Wunder wenn man bedenkt, dass ihr mit dem jetztigen Line-Up schon einige Jährchen auf dem Buckel habt… Wie lange hat Martl nach seiner Rückkehr eigentlich gebraucht, um die neuen Songs für ‘Slaughtering…’ einzuüben?
Tom: Vielen Dank für das Kompliment. Für uns ist es wichtig dass sich alle Instrumente gleichermaßen hervorheben. Wir sind keine drum- oder gitarrenorientierte Band. Armin ist jetzt seit Mai 1996 mit dabei und seit dieser Zeit waren wir stets darin bemüht, uns als komplette Band sowie jeder für sich selbst weiterzuentwickeln. Weißt Du, ich denke der Schlüssel um überhaupt gute Songs schreiben zu können ist üben, üben und nochmals üben. Klar, es gibt auch Bands wie Nirvana die nur aus ein paar Riffs gute Songs schreiben, aber das ist nicht unbedingt unser Weg. Alle in der Band haben eine bestimmte Vorstellung und Vision von unser Musik wie sie klingen sollte, und um diese Version eines Tages erreichen zu können bzw. um ihr näher zu kommen ist es einfach unumgänglich zu üben und dadurch seinen eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Jeder von uns übt sehr viel für sich zu Hause und als Band proben wir drei mal die Woche immer drei bis vier Stunden. Für uns besteht die Weiterentwicklung darin, einmal als Musiker besser zu werden und auch als Band weiterzukommen. Das kann man aber nur wenn die Chemie innerhalb der Band stimmt und wenn jeder die gleichen Vorstellungen hat bzw. die selben Ziele verfolgt. Für uns ist es eine psychische und physische Entdeckungsfahrt. Ich meine wir wollen unsere Grenzen herausfinden wie weit wir mit der spielerischen Technik gehen können. Ich denke auf ‘Slaughtering Thoughts’ sind wir sehr, sehr nahe an diese Grenzen gestoßen. Wir werden auf alle Fälle versuchen noch brutalere, technischere aber auch musikalischere Stücke zu schreiben, das ist eigentlich unser Hauptziel.
Martl: Für das Einstudieren der Lieder hatte ich leider sehr wenig Zeit. Zwar bin ich seit Ende ‘95 mit von der Partie, musste aber aus zeitlichen Gründen für einige Jahre pausieren. In dieser Zeit spielte ich zwar so gut es ging für mich weiter, aber es ist natürlich ein Unterschied wie Tag und Nacht mit der Band oder alleine zu spielen. In nur wenigen Monaten musste daher das Material sitzen, was anhand der sehr komplexen Songstrukturen alles andere als einfach war. Auch das Ausarbeiten der Basslinien, ich finde es furchtbar langweilig wenn der Bass ‘nur’ eine abgespeckte Version der Gitarre ist, konnte aufgrund des Zeitmangels nicht so intensiv verfolgt werden. Diese Monate waren eine verdammt harte und anstrengende Zeit, dennoch bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Neben einem Grunzer für die Splitsingle war dies auch mein erster richtiger Studioaufenthalt und somit auch etwas völlig Neues.
Armin: Also beim Tom und mir liegt es wahrscheinlich daran, dass wir einfach schon 5 Jahre zusammen musizieren und auch menschlich aufeinander abgestimmt sind. Dazu kommt noch die Zeit nachdem Martl uns verlassen musste. Wir hatten die Songs für ‘Shadows to Fall’ mehr oder weniger zu zweit ausgearbeitet, und das hat uns auch spielerisch sehr zusammengeschweißt. Als dann Martl wieder zu uns kehrte, war das dritte fehlende Glied wieder im Bunde, und somit das Zusammenspiel perfekt.

Eine weitere Stärke bei euch ist sicherlich das gute Gespür für Struktur und Arrangement, welches bei der CD deutlich wird. Dadurch bleiben die Songs trotz aller technischen Rafinessen und Komplexität immer noch eingängig und nachvollziehbar… Vergleicht einmal das neue Material mit der ‘Shadows To Fall’ Scheibe. Wie seht ihr eure Entwicklung, worin liegen eurer Meinung nach die Stärken bei der ‘Slaughtering…’?
Tom: Für ‘Slaughtering Thoughts’ war uns schon von vornherein klar, dass dieses Material sehr technisch und brutal ausfallen wird. Aber wir wollen unsere Musik nicht nur auf Begriffe wie Technik oder Brutalität reduzieren. Ich denke, jede Band kann technisch spielen und zwar so technisch, dass es schon gar nicht mehr nachvollziehbar ist. Aber dabei frage ich mich immer wieder, was hat das noch mit Musik zu tun? Technik ist durch Üben erlernbar und dieses kann man mit der Zeit auch durch Willensstärke erlangen. Aber gute Musik zu Schreiben hat eigentlich nichts mit Technik und auch genauso wenig mit Geschwindigkeit zu tun. Musik kann ein sehr starkes Gefühl sein, wobei Technik eigentlich nur Theorie ist. Weiß Du, für uns ist Technik, Brutalität, theoretisches Wissen und Geschwindigkeit eigentlich nur ein Werkzeug bzw. ein Mittel um unserer Vision immer wieder ein Stück näher zu kommen. Wie schon gesagt wir wollen eigentlich ‘nur’ gute Songs schreiben und das steht auch im Vordergrund bei uns. Ich denke, die höchste Kunst ist es für uns Technik und Brutalität so zu verbinden,dass gute Musik dabei entsteht. Wie schon gesagt Suffocation sind für uns darin die absoluten Meister. Uns geht es nicht allgemein darum den schnellsten oder den technischsten Song zu schreiben sondern für uns selber den besten schaffen. Jeder neue Song soll der beste Song sein den wir bis dato gemacht haben. Deshalb haben wir auch für ‘Slaugtering Thoughts’ sehr viel Zeit für das Arrangieren der Songs gebraucht. Wie Du schon sagst, das Material klingt sehr technisch und brutal aber eben auch nachvollziehbarer. Genau das war auch diesmal unser Hauptanliegen, das ist wohl auch schon der größte Unterschied zu ‘Shadows to Fall’. Diese CD war für uns so eine Art Richtungsfindung, wir mussten erst einmal als Band zusammenwachsen und zueinander finden. Ich denke die Ansätze waren schon ganz gut auf dieser CD, aber rein vom Musikalischen waren wir halt noch nicht so weit. Aber deswegen macht man ja immer wieder neue Songs um seinen Weg weiter verfolgen zu können.
Armin: Bei einem Vergleich der beiden CDs liegt die Entwicklung wohl darin, dass wir auf unseren Instrumenten besser geworden sind, und uns auch songtechnisch verbessern konnten, da wir mittlerweile wissen in was für eine Richtung wir gehen wollen. Das ist zum Beispiel ein Punkt in dem wir uns auf der ersten Scheiblette noch nicht ganz entscheiden konnten, daher kamen dann auch so Sachen wie die kleine Ballade bei ‘An Age Of Growing Tragedy’ und so vor. Die Stärken von ‘Slaughtering Thoughts’ dagegen sind eine klare Richtung, die Strukturen der Songs die komplexer und eingängiger geworden sind, die neuen Ideen und der wuchtige Sound.

Werdet ihr versuchen diese Punkte in Zukunft weiterauszubauen oder wie wollt ihr in nächster Zeit weiter voran gehen? Versucht man stets, noch brutaler zu klingen, oder glaubt ihr dass eine Steigerung irgendwann nicht mehr möglich ist?
Martl: Natürlich versuchen wir unsere Stärken weiter auszubauen und Schwachpunkte auszumerzen. Unsere Vision von Musik ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Feeling für die eigene Musik und Technik. Beides gilt es ständig beizubehalten, zu erweitern, neu zu erforschen – alles was passiert, passiert deswegen, weil es so kommen muss. Grenzen erkunden und weiter auszudehnen ist unser einziges bewusstes Ziel. Steigerungen muss es geben, egal welcher Art, sonst könnte man ja gleich die Klampfe an die Wand hängen, die Frage ist nur ob es wichtig ist diese im Vorfeld zu definieren oder systematisch zu suchen. Wie gesagt, nicht das ‘Wie’ ist uns wichtig sondern der Fluss des Entstehens. Jeder von uns weiß wenn eine Idee zündet oder nicht, da bedarf es wenig Worte. In dieser Hinsicht ist das Zusammenspiel bei uns optimal!

Schreibt ihr schon an neuem Material oder seid ihr erst mal damit beschäftigt, die Songs live an die übrige Metalwelt zu bringen?
Armin: Wir beschäftigen uns natürlich mit Beidem. Mittlerweile haben wir den ersten Song zu unserer nächsten CD fertig und arbeiten fleißig weiter. Aber wir vernachlässigen auch unsere Livepräsenz nicht, und so sind wir immer wieder auf Konzerten unterwegs um unser Material unter die Leute zu bringen. Zum Beispiel auf den United Underground Days, die wir auch mit anderen Bands zusammen organisieren.

Nun ist die CD ja schon einige Zeit draußen, gibt es inzwischen etwas, was euch nicht mehr so gut gefällt, was man besser machen könnte?
Tom: Ich gehe mal davon aus, Du meinst unsere erste CD (eigentlich nicht, aber egal – Anm. d. Verf.). Es gibt natürlich einige Sachen die wir mit unserem heutigen Wissen hätten besser machen können. Aber zum damaligen Zeitpunkt war das wirklich die Grenze für uns. Wir sind zum ersten mal in ein Studio gegangen, wir hatten also bis zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt keine Erfahrung als Band im Studio. Aber wir sind auch heute immer noch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wir stehen alle 100% hinter dieser CD und vor allem dürfen wir eins nicht vergessen… mit diesem Silberling ist für uns alle ein Traum in Erfüllung gegangen, nämlich der Traum mit seiner Band einmal eine CD aufzunehmen. Wir haben das alles aus eigener Kraft geschafft. Zuvor war ja eigentlich geplant gewesen ‘Shadows to Fall’ über ein Label rauszubringen aber es erwies sich, dass dieser Typ ein ripp-off –Verschnitt war. Somit hatten wir niemals diesen Vertrag gemacht. Zu diesem Zeitpunkt aber hatten wir das komplette Material bereits fertig und wir wollten unbedingt unser Marterial aufnehmen. Also hörten wir uns um und ich bekam dann die Nummer vom Brickhouse Studio. Wir arrangierten ein Treffen und die Sache war gegessen für uns. Ich denke es war eine sehr gute Entscheidung die wir damals als Band getroffen haben ‘Shadows to Fall’ selbst rauszubringen. Durch diese Tatsache konnten wir sehr vieles über die Szene und auch über das sogenannte ‘Business’ lernen.
Martl: Für meinen Teil weiß ich, dass mehr Zeit gut getan hätte. Die Erfahrungen innerhalb des Studios und so verschiedene Kleinigkeiten sind für`s nächste Mal sicherlich hilfreich. Beim kommenden Album wird z.B. der Bass auch besser zu hören sein. Außerdem freue ich mich sehr mit den beiden anderen Hundsbuam wieder ab Null beginnen zu können, d.h. wieder auf gleichem Stand zu sein und nicht hinterher zu hinken. Ansonsten: vollauf zufrieden.
Armin: Natürlich gibt es im Nachhinein ein paar Dinge die man hätte noch anders machen können, aber für mich ist ist das Ergebnis genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Somit bin ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden, und um die Dinge zu ändern, die man im Nachhinein noch feststellt, hat man ja beim nächsten mal die Gelegenheit. Aber man könnte mit Sicherheit am Sound noch was verbessern und vielleicht noch mit dem Gesang etwas mehr experimentieren.

Gibt’s einen Song auf der neuen Platte, der euch besonders reizt und den ihr am liebsten live spielt?!
Tom: Nein, für mich gibt es keinen speziellen Song. Mir sind alle gleich wichtig und ich spiele sie auch alle gleich gerne live. Jeder Song stellt für mich etwas ganz Besonderes dar. Wir haben die Lieder auch so auf die CD gepackt wie sie in der zeitlichen Reihenfolge entstanden sind. Ich denke, das ist vielleicht auch ganz interessant zu wissen. Jeder der acht Songs stellt für mich einen ganz bestimmten Abschnitt der letzten drei Jahren dar. Man baut so eine intensive Beziehung zu den Songs auf und daher kann ich Dir auch nicht sagen, welcher mein Lieblingssong ist. Bei uns kommt jeder Song den wir schreiben auf die nächste CD. Wir arbeiten halt solange an dem jeweiligen Stück bis wir alle hundertprozentig zufrieden sind.
Martl: Bei mir ist das stimmungsabhängig. Im Grunde alle Songs, wobei derzeit der ‘Soultornado’ live sehr viel Spaß macht, darin kann man so schön versinken…
Armin: Eigentlich hat für mich jedes Lied seinen besonderen Reiz, aber live spiele ich ‘Giants of Void Vortex’ sehr gerne, denn ich finde es ist ein sehr flüssiger und eingängiger Song, der aber auch ziemlich gut abgeht, und dazu von langsamen bis schnellen Parts alles beinhaltet.

‘When Colour Becomes Pallor’ ist mittlerweile einer meiner Lieblingstracks der CD. Ihr habt dort ein ganz spezielles Feeling erschaffen, die Lyriks werden durch die Musik regelrecht manifestiert, so dass man sie beinahe bildlich vor Augen sehen kann… Was bedeutet eigentlich der Songtitel?
Tom: Der Songtitel bedeutet bildlich übersetzt den Übergang vom Leben zum Tod. Den Text dazu hat der Blinki, ein sehr guter Freund geschrieben. Ich möchte auch nicht so gerne auf den Text eingehen, da er nicht von mir ist und jeder kann persönliche niedergeschriebene Gedanken auch anders deuten und auslegen. Somit ist es jedem freigestellt, sich seine eigenen Gedanken zu unseren Texten zu machen. Das ist ja auch das Gute daran. Jeder sieht bestimmte Sachen aus einem anderen Blickwinkel und das macht auch die Sache so interessant. Deshalb finde ich auch das Cover von ‘Slaughtering Thoughts’ sehr passend zu unseren Texten aber auch zur Musik. Man kann so viele Dinge in diesem Gesicht sehen bzw. sich vorstellen was dieser Blick beinhaltet. Es steht für das Unbekannte, für das Unvorhergesehene aber auch für bestimmte Stimmungszustände wie Angst und Horror, aber auch für das Leben allgemein. Für uns ist es immer sehr wichtig das die Musik mit den Texten bis hin zum Cover eine Einheit bildet. Erst alles zusammen ergibt ein vollständiges Bild. Wir werden so wie es aussieht auch wieder das nächste Cover selber entwerfen und gestalten, wir haben schon einige Ideen für ‘Hate Red Hell Within’ – laßt Euch überraschen.
Martl: Insgesamt sind es drei verschiedene Personen, die für den textlichen Inhalt verantwortlich sind. Zu einem der Blinki, der drei Texte beisteuerte – Tina, eine gute Bekannte vom Tomml, die einen schrieb und meiner einer, der den Rest verbrochen hat. Blinkis Texte möchte ich gar nicht zerpflücken, da meine Sichtweise seinen Texten nicht gerecht werden würde, am besten selber erforschen. Ähnlich verhält es sich mit Tinas Text, wobei alle Verfasser sich mit dem Al-bumtitel auseinander setzen, was sehr spannend ist. Grundsätzlich haben wir nichts mit Splatter/Gore/Politik/Religionen und sonstigem als Textvorlagen am Hut. Über die eigenen Texte zu sprechen fällt mir eher schwer – sagen wir mal so: es sind Profanity-Texte, sie einzeln zu zerstückeln mag ich eigentlich nicht besonders. In meinen Texten tritt immer wieder eine Gestalt namens ‘Morething’ auf, welche mehr einem seelischen Zustand als Geschöpf gleicht. Dieser personifizierte Zustand ist in jedem und entweder die Erfüllung oder der schlimmste Alptraum. Stell Dir vor Dich gibt es ein zweites Mal. Dein zweites Ich sucht Dich, aber auf einer anderen Ebene. All das Handeln im eigenem Leben ver-ursacht Veränderungen in diesem Wesen hervor. Du weißt nur, dass es jeden Moment hinter Dir stehen kann und über Dich richten wird – dieser Gedanke ist es was mich fasziniert, und zugleich ist er der absolute Horror. Das Leben mit dem eigenem Morething, dessen Beschreibung und die Freude/Angst darüber ist größtenteils der inhaltliche Schwerpunkt meiner Texte. Trotzdem beinhalten sie alle etwas Positives, etwas dass den Blick stets nach vorne richtet.

Wie die Zusammenarbeit mit Cudgel so läuft, muß ich eigentlich nicht mehr lange fragen, oder? Wie seid ihr eigentlich zu dem Deal gekommen, habt ihr bei Jens & Besen nachgehakt oder sind sie selbst auf euch zugekommen? Und denkt ihr, dass ihr durch den Plattendeal andere und bessere Möglichkeiten für Profanity habt und dies Veränderungen bei euch hervorruft?
Tom: Angefangen hat alles damit das ich einige Monate nach der Veröffentlichung von ‘Shadows to Fall’ bei Olaf von Morbid Records angerufen habe. Ich fragte ihn, ob er nicht ein paar Auftrittsmöglichkeiten für uns wüsste. Daraufhin hat er mir vom ‘Fuck The Commerce’ Open Air erzählt das von Cudgel Agency organisiert wird. Ich hatte bis dahin noch nie etwas von Cudgel gehört. Olaf meinte, ich soll doch einfach mal eine CD von uns zu ihnen schicken. Gesagt getan, schon nach wenigen Tagen klingelte auch schon das Telefon und es war Jens von Cudgel Agency am Hörer. Er erzählte mir, dass ihm die Scheibe wirklich sehr gut gefällt und er uns einladen möchte auf dem ‘Fuck The Commerce II’ zu spielen. Das war natürlich die Sensation für uns. Zuerst das Konzert in München mit Cannibal Corpse, Krabathor und Devilyn und schon zehn Tage später dann dieses Killer Open Air mit den gleichen Bands. Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Das war also der erste Kontakt zu Cudgel. Wir unterhielten uns auch ein paar mal auf dem Fuck und es vergingen dann wieder ein paar Wochen und Monate. Wir machten uns Gedanken wie es mit uns weitergehen sollte und entschieden uns ein Promotape zu machen. Aslo nahmen wir die ersten vier Stücke für die neue CD in unserem Übungsraum auf und schickten das Tape an mehrere Labels. Morbid Rec., Invasion Rec. und auch Cudgel Agency erhielten ein Tape von uns. Jens erzählte uns damals auf der FTC II Afterparty, dass sie evtl. vorhaben ein Label neben ihrem Plattenladen und Mailorder zu gründen. Schon zwei Tage später rief mich Maja von Invasion Rec. an, er war total be-geistert von unserem Tape. Er sagte mir gleich, dass er die neue CD von uns machen möchte, aber es ist ist dann nie zu einem Ver-trag zwischen uns angekommen, da Invasion sich bald darauf aufgelöst hatten. Wir waren aber noch in Kontakt mit Cudgel und so rief ich Jens an, der meinte, dass sie noch Interesse an unserer neuen CD hätten, und so kam der ‘Vertrag’ zustande. Glaub mir Sandra, wir können uns derzeit kein besseres Label vorstellen. Wir haben auch nicht diese typische Label-Band Beziehung, wir sind wirkliche Freunde und wir helfen uns wo wir nur können. Diese zwei Jungs, Jens und Besen gehen mit so viel Idealismus an ihre Sache ran, dass es einfach der Wahnsinn ist. Wir haben ein Label das hundertprozentig hinter uns steht und vor allem auch hinter unserer Musik, ich meine, was wollen wir mehr? Cudgel hängen sich wirklich rein, neben Ihrem Plattenladen in Wittenberg machen sie auch noch ihren Mailorder und veranstalten auch gleichzeitig das ‘Fuck The Commerce’ Open Air. Kommt alle dorthin, das wird garantiert wieder die Knüppel Party des Jahres. Die Cudgel Homepage: http://www.cudgel.de

Aufgenommen wurde die CD wieder mit Bibber im Brickhouse Studio. Gibt’s darüber etwas Interessantes zu berichten, ist alles ganz nach Plan gelaufen?
Tom: Wenn wir beim Bibber sind, dann gibt’s immer was zu erzählen.Diesmal hatten wir wieder eine super Zeit bei ihm. Er ist ein total netter Typ und es macht einfach wahnsinnigen Spaß mit ihm zu arbeiten. Er interessiert sich auch für so viele Sachen. Kurz bevor wir diesmal ins Studio gegangen sind, hat sich Bibber ein neues Mischpult gekauft und das kam uns auch sofort zu gute. Was uns diesmal auch sehr viel geholfen hat, war, dass Bibber in Kontakt mit Erik Rutan von Hate Eternal/ Morbid Angel war. Erik erzählte Bibber ganz genau, wie er denn die neue Hate Eternal aufgenommen hatte und auch ganz speziell die Gitarren, denn ich wollte unbedingt diesen ‘Wall of Sound’ für unsere neue CD haben. Somit vermittelte mir Bibber einen speziellen Verstärker, von dem ich dann auch später eine andere Version und eine Box gekauft habe. Das war schon ein ganz schöner Unterschied vom Sound her zu meinem bisherigen Zeug. Diesmal nahmen wir vier Gitarrenspuren auf und das Ergebnis war einfach spitze. Somit kann man jetzt auf ‘Slaughtering Thoughts’ zwei Gitarren links und zwei Gitarren rechts hören. Das war aber auch nicht ganz leicht für mich so aufzunehmen, da unser Material eh schon so verdammt schwer war und ich auch das Ganze gleich vier mal einspielen musste. Schon im Vorfeld zu den Aufnahmen hatten wir uns sehr gut vorbereitet. Ich übte 12 Wochen lang wie ein Gestörter nur unsere neuen Lieder und machte verschiedene Technikübungen. Jeden Tag nach der Arbeit spielte ich so zwei bis vier Stunden, das war unser Sommer 2000. Aber es hat sich gelohnt und ich werde das wieder so machen, denn nur so kommt auch was Vernünftiges dabei heraus. Das einzige was schief gelaufen ist, ist dass mir während den Aufnahmen eine Röhre kaputt ging, was aber nicht weiter schlimm war. Bibber hatte wie immer sehr viel Geduld mit uns und unterstützte uns wo immer er konnte. Für uns ist das Brickhouse Studio einfach optimal, es liegt nur ca. eine Stunde von uns entfernt und so müssen wir auch nicht extra Urlaub nehmen. Warum sollen wir auch in ein anderes Studio gehen, wenn wir ein gutes Resultat auch in unserer Gegend bekommen können. Wir werden auch mit der nächsten CD wieder zum Bibber gehen. Der kann sich dann schon mal warm anziehen und die Kaffeemaschine oschiern…ha ha ha.
Martl: Es war anstrengend, lehrreich und sehr lustig zugleich. Besonders die ‘Pausen’ und die abschließende Fotosession waren voll guad. Als der Tomml beim Ein-singen dann noch unfreiwillig a ‘Kopperle’ mit einbrachte war es völlig aus, da ist die anwesende Manschaft schier zammbrochen vor Lachen – ich hätte das glatt als Specialeffekt drinnen gelassen.
Freue mich schon auf`s nextemal wenn`s wieder heißt: … und Band läuft!!!
Armin: Bei mir ist alles mehr als planmäßig gelaufen, denn ich hatte die Songs innerhalb 4 Stunden eingespielt, und war somit mit meiner Hauptarbeit fertig. Doch als wir dann zu den Gitarren kamen, haben uns die guten Geister verlassen. Tom hatte sich ein Topteil ausgeliehen, bei dem dann am zweiten Tag der Gitarrenaufnahmen die Röhren ausstiegen. Wir mussten also eine Zwangspause einlegen, und das ging dann langsam an Toms Nerven. Als das Ganze dann vorbei war und wir das Master weggeschickt hatten, stürzte dann die Festplatte vom Mischpult ab und somit wurden zwei Songs, die wir noch zusätzlich aufgenommen hatten gelöscht. Zum Glück waren es nur ‘Like a Razorblade’ und ‘Fear of Napalm’, die wir eventuell für eine Single gedacht hätten. Aber trotz der Strapazen haben wir mit Bibber eine ziemlich gute Zusammenarbeit gehabt, und werden auch unsere nächste CD mit ihm im Brickhouse Studio aufnehmen.

Wer kam eigentlich auf die Idee mit der ‘United Underground Days’ Aktion? Die Sache ist meiner Ansicht nach ein toller Weg, den Zusammenhalt der Szene zu stärken und zu festigen und scheint auch sehr gut bei den Bands und Metalfans anzukommen.. Inzwischen lief da ja bereits Teil II dieser Auktion. Könnt ihr hier nochmal erklären, worum es hier überhaupt geht?
Martl: Die Idee mit den UUDays entstand u.a. durch Mailkontakt mit den Freaks von MDHF (MetalDieHard-Front) aus der Schweiz und befreundeten Bands. Sinn dieser Aktion ist es aktiv einen Beitrag für das ‘Wir-Gefühl’ innerhalb unserer Szene zu leisten. Nur MITEINANDER können Bands, Veranstalter und Freaks etwas auf die Beine stellen das auch Hand und Fuß hat. Wenn sich eine handvoll Bands, Veranstalter und Freaks zusammentun und für ein (verlängertes) Wochenende an verschiedenen Orten Gigs organisieren dann ist genau das der Gedanke der UUDays! Der erste Teil dieser verrückten Tage war für alle Beteiligten eine unglaubliche positive Überraschung. Ob bei uns, in der Schweiz oder in Österreich – dieses ‘Wir-Gefühl’ war zum Greifen nahe, da ging alles Hand in Hand: zusammen Aufbauen, zusammen Lärmen, zusammen Abbauen, zusammen Abfeiern,… . Mit Esophagus (Wien) und Tears of Decay, sowie Obscure Oath und Your Own Decay (CH) als bärenstarke lokale Bands diese geniale Erfahrung gemacht zu haben, ist etwas das man nicht vergisst. Diese Idee musste weitergeführt werden: mit Mental Aberration, Kronos (Franzmänner) und Beyond Serenity ging es weiter nach Wermelskirchen und nach Belgien ins Frontline. Da war es das Gleiche in grün: nach den beiden Tagen nur zufrieden grinsende Gesichter! Wenn Ihr dies hier lest sind gerade die UUDays Part III im Gange, und die vierte und fünfte Auflage dieser Aktion ist ebenfalls schon in Planung. Wenn wir mit den UUDays einen Anstoß für ähnliche Aktionen geben können wäre das für alle Freaks sicherlich eine wunderbare Sache, denn Freaks sind wir ja schließlich alle, deswegen auch das Motto: From Freaks for Freaks!!! Selbstverständlich können Bands die Interesse haben mitzumachen uns kontakten, auf alle Fälle, je mehr desto besser – auf unserer homepage haben wir auch extra eine eigene Section der UUDays eingerichtet. Nachdem es so gut läuft und wir von allen Seiten sehr viel Rückhalt und Unterstützung bekommen spielen wir immer öfters mit dem Gedanken ein UUFestival auf die Beine zu stellen,… schau`mer mal!

Könnt ihr euch an einen besonders kuriosen Gig erinnern? Welches war euer letztes Konzert, welches ihr euch nur als Fans angesehen habt (nicht gespielt) und welches war das großartigeste an das ihr euch erinnern könnt?
Tom: Oh ja das kann ich. Wir haben mal ein Konzert mit Cerebrocide gespielt, welches im Dezember, das Jahr weiß ich schon gar nicht mehr, war. Jedenfalls, hatte uns der Veranstalter halt einiges versprochen wie Essen, Getränke usw., außerdem würde sich auch um die Anlage kümmern. Wir sind dort also angekommen und es war nichts da. Okay, das ist ja nicht so schlimm, das machen wir schon irgendwie, dachten wir uns, aber in dem Laden war keine Heizung und keine Anlage einfach Nichts. Es war wirklich schweinekalt und so mussten wir dann auch Spielen. Wir haben uns halt dann gegenseitig angeheizt aber das war wirklich eine Qual. Das letzte Konzert, das ich gesehen habe war Malevolent Creation, Hate Plow, Rotten Sound und In Aeternum bei uns in Mindelheim im U2. Das beste Konzert von uns….alle Konzerte von uns machen Spaß und für uns ist es auch eines der besten Dinge überhaupt live zu spielen. Ich denke, die besten waren das mit Cannibal Corpse, Krabathor, Devily in München mal abgesehen von dem Unfall mit Armin und die beiden FTC´s sowie auch noch das Obscene Extreme, das war wirklich irre. Lauter Freaks, dort gings zu, das war der helle Wahnsinn. Auch die United Underground Days haben allen sehr viel Spaß gemacht. Wenn jemand was weiß, wo wir spielen können, dann immer her damit. Wir spielen nicht für Geld, wir sind schon froh wenn wir ein paar Mark fürs Benzin und fürs Essen bekommen. Für uns hat unsere Musik nichts mit Kohlemachen zu tun, sondern mit Liebe zur Musik. Unsere Musik kommt von unseren Herzen deshalb wollen wir auch dass es fair zugeht, jede Band soll gleich behandelt werden. Es spielt keine Rolle wie lange es eine Band bereits gibt oder wie viele Veröffentlichungen sie draußen hat, alle Bands versuchen doch ihr Bestes zu geben, vorausgesetzt sie stehen auch hinter ihrer Musik. Wir sitzen alle in einem Boot und geldorientiertes Denken ist in dieser Szene absolut fehl am Platz.
Martl: Das letzte Konzert, dass ich sah, war in Mindelheim im U2 Malevolent Creation, Hate Plow und Rotten Sound. Der absolute coolste Gig den ich bis jetzt sah war Death, Anacrusis und Merciless in Ludwigsburg. Death waren auf dieser Tour an diesem Tag der absolute Hammer. Mit Craig von Forbidden an der zweiten Klampfe, Bassking Steve DiGorgio und Mr. Hoglan hatte Evil Chuck meiner Meinung nach das beste Live-Line-up. Sowas von spielfreudig – Wahnsinn! Die ersten beiden Full of Hate – Festivals fand ich auch klasse. Als wir selber im Rahmen der ersten UUDays in der Schweiz spielten war dies für mich eines der intensivsten Konzerte überhaupt!
Armin: Für mich war der Gig auf dem FTC III der Kurioseste. Denn als wir dort spielten, hüpfte ein ausgeflippter Freak über die Absperrung, zog seine Hosen runter und wedelte mit seinem Schniedel wild umher. Da musste ich mich dann schon sehr zusammennehmen um nicht vor Lachen aus dem Takt zu kommen. Auf dem letzten Konzert waren wir drei zusammen in Mindelheim im Ultra Vision U2. Das großartigste Konzert an das ich mich erinnern kann war ‘88, als ich zum ersten mal Slayer live sehen konnte. Da war ich gerade mal 14 Jahre alt und habe bis heute noch einen bleibenden Eindruck davon.

Wie sieht es mittlerweile mit der Metalszene in eurer Region aus? Hat sich da etwas getan, oder ist die Situation eher noch schlechter geworden?
Tom: Oh ja, auch hier in der Umgebung Augsburg/München tut sich gerade wieder einiges. Wir haben hier Bands wie Human Destroyer, Gonorhoeaction, Fetus Christ, Ascension, Inecro, Festering Saliva, Vivisection, Cryptic, Mental Amputation, Grindstone, Sacrifice, 4chambers Of Ivory und Fleshcrawl wohnen auch nur ungefähr 70 km von uns entfernt.

Armin, gibt es andere Schlagzeuger, die dich besonders beeinflussen oder Vorbilder für dich darstellen, bzw. lässt du dich auch von anderen Musikstilen inspirieren (Jazz…) oder gibt es für dich nur den Death Metal?
Armin: Es gibt natürlich Schlagzeuger die mich besonders beeinflussen z.B.: Dave Culross (Suffocation, Malevolent Creation), Ed Warby (Gorefest), Sean Reinert (Cynic), Gene Hoglan, die ich aber nicht direkt als Vorbild sehe. Als Vorbild habe ich dann doch eher Jazz-Drummer wie Dave Weckel, Simon Phillips, und meinen ehemaligen Lehrer, die einfach ein noch weiteres Spektrum an Technik und Rhythmik bieten können. Somit gibt es für mich nicht nur Death Metal, sondern auch andere Sachen wie Soundgarden, Alice in Chains, Dream Theater oder auch Genesis die ich höre, und die mich inspirieren.

Was haltet ihr von:

– der neuen Cryptopsy:
Tom: Der helle Wahnsinn. Für mich eine der innovativsten Bands der new breed of Death Metal mit Bands wie Hate Eternal, Dying Fetus und Nile.
Martl: Ein schbitzenmäßigs Album. Musikalisch aller erste Sahne. Obwohl es der absolute Hammer ist, bevorzuge ich dennoch ihre erste Scheibe. Frag mich nicht warum, anscheinend ist die Roheit darauf eher mein Fall.
Armin: Voll der Hammer. Ein richtiger D-Zug, den die Jungs da fabriziert haben. Eine der Bands die man mittlerweile zur Elite im Death Metal zählen kann.

– Politik im Metal:
Tom: Jeder soll machen was er will, aber ich halte da nicht so viel davon.
Martl: Persönlich mag ich das überhaupt nicht. Zwar bin ich bis zu einem gewissen Punkt politisch interessiert, möchte aber die dazugehörigen Informationen für die eigene Meinungsbildung nicht aus der Musik holen. Texte wie ‘die Politiker sind an allem schuld’ & Co. sind mir doch etwas zu einfach gestrickt, und politische Anschauungen lasse ich mir über Metal oder sonst was nicht aufzwängen.
Armin: Sicherlich kann man Politik im Metal betreiben, doch ich persönlich finde das nicht so gut. Aber jedem das Seine.

– Hasen und Gummihühnern:
Tom: JACK SLATER!!!!!!!
Martl: Jack Slater! Für mich eine der besten deutschen Undergroundbands!!! Höre mir regelmäßig ihre neue Scheibe an. Bei den Luggis um an Hackelschorsch hört man die Spielfreude richtig heraus, absolut frischer und musikalisch klasse umgesetzter Death Metal. Evil mehr!
Armin: Kommt mir bekannt vor. Steckt da etwa Jack Slater dahinter?

– Metal im Fernsehen (Viva):
Tom: Habe kein Kabelfernsehen und auch keine Zeit dafür.
Martl: Da ich selber wenig zum Luggiluggi-Machen komme, ist das etwas was mich nicht sonderlich betrifft. Wenn jedoch wie-der a bissle mehr Geholze und so in der Glotze kommt würde ich ganz bestimmt nicht umschalten.
Armin: Da ich kein Kabelfernsehen habe, und zudem eh nicht viel Glotze schaue kann ich dazu eigentlich nichts berichten.

Zum Schluss bitte noch 6,66 Gründe warum sich jemand die CD kaufen sollte, wenn er’s nicht schon getan hat…
Martl: Da wir alle Drei weniger dem Marktschreier-Typ entsprechen, lassen wir lieber die Musik sprechen. Interessierte können mal ein Ohr unter http://www.profanity.de riskieren, dort gibt es MP3s, u.a. das Possessed-Cover ‘The Exorcist’, welches auf der limitierten Split mit Lividity vertreten ist als Vollversion.

Ich danke euch für eure Zeit zur Beantwortung der Fragen und wünsche euch viel Spaß und Erfolg mit Profanity! Noch eine letzte Message an die Leser?
Tom: Vielen Dank Sandra, für Deine interessanten Fragen und Deinen Support. Falls jemand Interesse hat mit uns in Kontakt zu treten, kann er dies gerne tun. Wir freuen uns immer über neue Kontakte zu Death Metal Fans. E-mail: tom@profanity.de und schaut auch mal auf unsere Homepage, Addi siehe oben. Wir sind auch ständig auf der Suche nach Clubs, Veranstaltern…Bands die Interesse haben an weiteren Teilen der UNITED UNDERGROUND DAYS – meldet Euch. In diesem Sinne…macht`s gut und viele Grüße. Support the underground and stay sick and brutal. Ich denke man sieht sich dann mal auf dem vierten FTC. Stay suffo……
Martl: Wir müssen thanx sagen – vielen Dank Sandra! Ui, jetzt no schnell der Werbeblock: schautz wenn Ihr luschdig seidz auf`d homepage, krizzeltz guestbook voll und habt a guade Zeit.Cheers & Beers sowie der ultimative ‘Seppe – hau nei’- Schlachtruf an alle Schbezis und Kollegos Brutalos – united we kill!!!
Armin: Ich bedanke mich auch meinerseits für das Interview und wünsche Dir und dem Eternity weiterhin viel Erfolg. Bleibt dem Death Metal treu und habt eine gute Zeit damit. Kontaktaufnahme ist ebenfalls unter: armin@profanity.de möglich. Bis bald, zum FTC hoffentlich!!

www.profanity.de
www.cudgel.de

facebook.com/pages/Profanity

Interview aus Eternity #18

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*