Prey for Nothing “Against all good and evil” 5/6

Massacre Records
Bewertung: 5/6
Spielzeit: 65:21
Songs: 13

Im Dezember ist es bereits zehn Jahre her, dass (Evil) Chuck Schuldiner diese Welt verlassen hat. Geblieben sind einige unsterbliche Death-Alben, die auch noch Jahre nach ihrem Erscheinen als Referenz genannt werden oder als Inspirationsquelle dienen. Die schon seit ein paar Jahren aktiven Israelis Prey for Nothing haben ohne Zweifel viel Death gehört und lassen ihr “Against all good and evil”-Album Chuck’s Spirit atmen. Nein, keine Kopie – dazu ist die Basis von Prey for Nothing eine andere (ursprünglich im Melodic Death) – an Hand der fiebrig-gepressten, leicht hysterischen Vocals, der komplexen (aber nachvollziehbar bleibenden) Songarrangements und der teils fulminaten Leads ist ein starker Einfluss von Death nicht von der Hand zu weisen. Bereits der Einstieg mit dem achteinhalb Minuten dauernden “Treachery” ist gleichermaßen furios wie selbstbewusst. Langsam gesteigert entfalten sowohl Sechs- als auch Viersaitige im Laufe des Stückes volle Power und stellen den Hörer auf gespannte Erwartungshaltung. Flotte Melodic-Death-Happen (“My final relapse” oder “Buried by the light”) wechseln mit anspruchsvoller, raumgreifender Riffing-Kost, die vereinzelt auch mit akustisch angeschlagenen Gitarren abgerundet wird und nicht immer dem gängiger Strophe-Refrain-Strophe-Schema folgt, sondern nicht selten wie ein Instrumental startet (“Deciphering the signal”), bevor überraschend Defiler am Mikro doch kompromisslos alles in Grund und Boden brüllt. Völlig gesangsfrei können die Fünf jedoch auch, wie “Axis mundi” oder “Unmake you” zeigen. Noch ein Anspieltip: das mit leichten Opeth-Anleihen gestaltete “Against all good” – der erste Teil des Rausschmiss-Doppels, mit “Against all evil” schiebt sich ein deftiger, satt dröhnender Counterpart hinterher.

“Against all good and evil” ist nicht für die Fast-Food-Melodic-Death-Konsumenten, die sich neue Alben im Einweg-Modus anhören und genauso schnell wieder vergessen. Prey for Nothing sind für diejenigen unter Euch, die einen hohen Anspruch an Neuanschaffungen und immer wieder etwas zu entdecken haben wollen. Denn das funktioniert hier prima, bei dieser Wundertüte aus Dark Tranquillity, Death und einem kleinen Schuss Cynic. Aber bringt Zeit mit: Schluss ist erst nach über einer Stunde… eine Ewigkeit in unserer schnelllebigen Zeit.

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