Orphan Hate “Blinded By Illusions” 6/6

Plainsong Records
Bewertung: 6/6
Spielzeit:
Songs: 0

Was für ein Album – Orphan Hate sind schon einige Zeit unterwegs und reihen sich nun in die Riege der Bands ein, die eine Frontfrau haben. Man sollte eine neue Musikrichtung nach diesen Bands benennen – nicht der Abgrenzung, sondern des Tributs wegen. Gleich zu Beginn dieser Scheibe (“Walk straight”; Track 1) wird die Richtung ohne Kompromisse klargestellt. Druckvoll, groovig, melodiös und mit unglaublichen Klängen der 22jährigen Stimmbänder von Frontfrau Sina Nikklas. Sie darf sich ganz locker mit Jasmin Fleiner (ehemals SUFFERAGE) auf eine Stufe stellen – bzw. hat Sina Nikklas ihr gesamtes Spektrum als Trumpfkarte ausgespielt, nicht nur, daß sie so manchen Death Metal Frontmann locker blaß aussehen läßt, sondern sie kann auch noch echt gut clean singen (“24/7 Liar”; Track 2). Manches Mal erinnert ihr melodiös, klarer Gesang an Exilia – oder auch Guano Apes.

Der erste Song mit Hitcharakter kommt an dritter Stelle (“Circus”). Punky, traditionelles Nu Metal Riffing, balladesk und mit wütenden Ausbrüchen. Meine Fresse so `ne geile Scheibe hab ich lange nicht mehr gehört! Da darf man sich auf den Videoclip mit Band und Frontfrau freuen, denn so wie diese Frau klingt sieht sie auch aus – so manchem Metaller dürfte nur so der Zahn triefen. Manchmal tauchen auch KORN Riffs auf (“No matter what…”; Track 5), aber nur unterschwellig – bzw. zuträglich. Live dürfte “Evil A” (Track 6) der Neckbreaker werden?!

Auch textlich überläßt man nichts dem Zufall, was “This Child” (Track 8) untermauert – wichtiges Thema in einer Zeit der blinden, gefühlskalten Perversitäten – gewürzt mit Arschtritten! Warum man mit “Ètude N° (Track 9) nun ein knapp einminütiges Instrumentalstück eingestreut hat will mir nicht so recht einleuchten. Aber keine Sorge es geht danach sofort mit voller Schlagseite weiter. Bei “The Spine (I`ve never had)” (Track 11) kommen mir erstmals unterschwellig SOULFLY Songs in den Sinn – zumindest was Gitarren und Drums anbelangt.

Zum Ende hin wird`s etwas leichter und verspielter, da taucht man rein musikalisch auch mal in jazzig – rockende Gefilde ab, was mit balladesk – seichterem Bridge zum erneuten Ausbruch an Emotion führt (“Pull out some Hope”; Track 13). Zum Abschluß zeigt man sich gar von der popig – balladesken Seite und läßt den Hörer mit dem Gefühl zurück, daß dieses fast einstündiges Werk der Schritt nach oben war. Ich jedenfalls bin felsenfest überzeugt, daß wir ORPHAN HATE in den nächsten Jahren auf den großen Festivals sehen werden, sofern Sängerin Sina Nikklas sich nicht die Stimmbänder ruiniert hat. Geile Scheibe – Respekt!
www.plainsong-records.de
www.orphanhate.de
http://www.myspace.com/orphanhate

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