Night In Gales “Nailwork” 4/6

Nuclear Blast
Bewertung: 4/6
Spielzeit:
Songs: 0

Mit Nailwork liegt der 3. Longplayer der Ruhrpott Chaoten vor, welcher erstmals eine größere musikalische Veränderung durchmacht als die Vorgänger. Eins jedoch vorweg, wenn ein großes deutsches Magazin glaubt schreiben zu müssen, nur weil die schwedischen Einflüsse auf Nailwork mehr denn je in den Hintergrund treten, die Burschen würden jetzt mehr in Richtung Destruction anstatt Götheburgstyle drauflos musizieren, grenzt das für mich an musikalische Inkompetenz, zeigt im besten Fall jedoch daß es in Deutschlands führendem Metal Magazin noch genügend Leute zu geben scheint deren metallischer Horizont von AC/DC bis zu Metallica reicht und bestenfalls noch Onkel Tom und natürlich besagte Destruction miteinschließt. Da das, was in größeren Magazinen geschrieben steht, leider allzuoft für bare Münze genommen und fortan unter diesem Banner von der breiten Öffentlichkeit getragen wird, MUSS ich an dieser Stelle einfach protestieren! Ähnlich daneben lag man schon als man der breiten Leserschaft Children of Bodom als schwedische Power Metal Hoffnung verkauft hat. Sorry, das gehört wahrscheinlich alles nicht in dieses Review aber es muß trotzdem mal gesagt werden. Nun zurück zu NiG: Das erste was am neuen Output auffällt ist, daß es nach wie vor Death Metal ist, schnell, aggressiv und auf einem technisch anspruchsvollem Level. Das zweite was auffällt ist der Gesang. Nie zuvor haben NiG derart variable Gesangspassagen an den Tag gelegt. Neben den üblichen krei-schenden und den obligatorischen grunzenden Passagen überrascht man noch durch kranke, cleane, jammernde und weiß der Geier was für Gesangspassagen, die allesamt zu mehr Abwechslung beitragen. Außerdem hat man mit Dew Scented Shouter Leif Jensen noch ein weiteres Organ in einzelne Songs eingebunden und um das Chaos perfekt zu machen wurde selbst Ex-Sänger Christian Müller, der zu legendären Sylphlike Zeiten zum Line Up gehörte ins Studio gezerrt. Also was die Einbindung der Vocals betrifft ist Nailwork ein echter Leckerbissen, wenn auch die Death Metal untypischen Passagen betreffend (und davon gibt es auf dem Album nicht wenige) etwas Gewöhnungsbedürftig. Musikalisch bietet man eine Symbiose aus altbewährten und typischen Melodien, sowie straighteren thrashigeren Elementen, welche die Songs jedoch weitaus brachialer wirken lassen, als es diese Beschreibung vielleicht vermuten lässt. Es sollte etwas Zeit in Anspruch nehmen bis sich der allgemeine NiG Fan in das neue Matereial hineingehört hat, dann jedoch versprüht es nicht weniger Charme und läßt auf jeden Fall erkennen, daß es sich a) eindeutig um Night in Gales handelt und b) die Band im laufe der Zeit sehr wohl ihren eigenen unverkennbaren Stil gefunden hat.
(Review aus Eternity #13)