Necrosphere Interview

Eine wahre Dampfwalze haben die Italiener Necrosphere mit ihrem ‚Revived’ betitelten Album auf die Menschheit losgelassen. Es scheint, als würden die Herren mit ihrem kompromißlosen Death Metal Knaller den größtenteils Power Metal geprägten Landsläuten das Fürchten lehren wollen. Lest nun, was Damiano mir zu sagen hatte.

Kompliment‚Revived’ ist ein ziemlicher Brecher geworden. Zuvor hattet Ihr eine 7” veröffentlicht. Habt Ihr einen oder mehrere der Songs für das Album neu aufgenommen?
Alle Songs von dem Promo und drei der vier Songs von der EP sind auf Revived zu finden.

Was kannst Du uns sonst noch über das ‚Promo 1999′ und die ‚Mortis Causa’ 7″ Epsagen?
Die Promo CD war nur dazu da, uns bei den Labels für einen Deal zu bewerben. Ich glaube, wir haben etwa 40 Exemplare rausgeschickt. Wir haben von einigen Labels gute Resonanzen bekommen und haben dann bei Die Hard unterschrieben. Die Mortis Causa EP wurde kurz nach der Aufnahme der Promo CD von Warlord Recs. Veröffentlicht. Diese EP war auf 500 Stück limitiert und enthielt drei Songs von dem Promo (Forbidden wisdom, Rotten games und Necrophiliac) und den Titeltrack, der nur auf dieser EP zu finden ist und extra dafür eingespielt wurde. Beide Veröffentlichungen wurden im Blue Train Studio in der Nähe von Venice (es ist das selbe Studio, in dem wir auch schon unsere Cenotaph CD aufgenommen haben) eingespielt. Von den Eps haben wir noch eine geringe Anzahl. Wer Interesse hat, sollte uns oder Warlord Recs. Kontaktieren.

Gut, dann laß uns über Euer Album ‚Revived’ sprechen. Warum habt Ihr den Titel gewählt? In Anlehnung an Euer eigenes Revival (den Neuanfang mit neuem Bandnamen)?
Ja, genau! Revived bedeutet ‚ein neuer Anfang’ oder ‚wiederauferstanden’ und wir sind zurück von den Toten…

Warum habt Ihr überhaupt den Bandnamen von Cenotaph in Necrosphere geändert?
Dieser Bandname wird einfach zu oft verwendet. Es gab (und ich denke, es gibt noch) viel zu viele Bands, die sich so nennen. Wir wollten nach der Pause mit neuer Identität weiter machen und dachten, daß Necrosphere sehr gut zu dem extremen Sound von uns paßt.

Was denkst Du heute über die Alben, die Ihr unter dem Namen Cenotaph veröffentlicht habt?
5 Thirteen Threnodies (das erste Album) hat zwar seine Momente (zum Beispiel denke ich, daß November einem das Blut gefrieren läßt und da sind noch einige andere Songs, die verdammt brutal sind), aber man kann hören, daß wir in manchen Dingen noch unerfahren waren. Die Heart and Knife MCD hat eine bessere Produktion und wir klingen etwas erfahrener, aber ich denke, daß die Brutalität etwas schwächelt.
Aber wie dem auch sei, Cenotaph sollte nicht mit Necrosphere verglichen werden, da wir nun eine andere Band sind!

Wer hat das ‚Revived’ Cover gemacht und wo wurde die Scheibe produziert?
Das Coverkonzept stammt von uns und das Bild wurde von einem Typen, mit dem unser Drummer immer rumhängt, gemalt. Wir haben das Album im Blue Train Studio in 6 Tagen eingespielt und in fünf zustätzlichen abgemischt. Mit einem größeren Budget hätte es sich noch besser klingen können, aber wir denken daß es für ein erstes Album sehr gut geworden ist.

Bitte erzähl uns etwas über jeden der Songs auf dem Album.
Der Opener ‚Biomechanical death machine’ ist einer unserer Lieblingssongs. Es ist gnadenloser Death Metal! Wir spielen ihn auch sehr gerne live. Der Text wurde durch ‚Return of the living dead 3′ beeinflußt.
‚Forbidden wisdom’ ist auch ein sehr verherender Song mit einem destruktiven Ende. Der Text wurde in Anlehnung an ‚den Fall des Charles Dexter Ward’ von Lovecraft geschrieben.
‚Ramming the baldes’ ist der langsamste und thrashigste Song auf dem Album, aber er hat viel Power.
‚Towers of sin’ handelt von sexuellen Themen und ist schnell und wild.
Dann kommt ein komplexer Song: ‚Iconoclast’. Er hat mehrere Tempowechsel und scheint den Leuten mit am besten zu gefallen, wie wir an den Reviews sehen konnten.
Auf ‚Antropophagus’ sind die Vocals von Max extrem. Es ist purer Death Metal mit Horror inspirierten Texten.
‚Resurrecturis’ ist der älteste Song auf dem Album. Er fäng an wie ein Thrash Song und dann killt er!
‚Rotten games’ ist pure Agression und kommt live sehr gut mit den blast beats.
‚Tombworld’ bietet abwechselnt Blastparts und thrashige Rhythmen.
‚Necrophiliac’ ist ein Sayer Cover
und ‚Seduced by masochism’ beendet das Album mit einer Überdosis Gewalt!

Wovon handeln Eure Texte im allgemeinen und wie wichtig sind sie Euch?
Die Texte sind wichtig, aber die Musik ist wichtiger. Allerdings gibt es keinen Zweifel, daß unsere Texte intelligenter und durchdachter werden sollen. Wir versuchen, besser zu werden, was aber nicht heißen soll, daß wir über Blumen und Bienen schreiben möchten. Die Inspiration kommt von Filmen, Büchern, Träumen etc. Wir sind auch große Horror Fans; ich denke, das merkt man.

Wovon seid Ihr beeinflußt?
Musikalisch sind wir von vielen Bands aus den 80ern beeinflußt. Da kann ich Slayer, Possessed, Dark Angel,Bathory,Kreator,Sodom,Destruction,Exodus,Morbid Angel,Incantation… nennen.

Warum habt Ihr für Euer aktuelles Album gerade eine Slayer Coverversion eingeprügelt? Was hältst Du von dem aktuellen Slayer Material?
Wir wollten Slayer mit ‚Necrophiliac’ unsere Anerkennung zollen. Slayer ist eine unserer Lieblingsbands – sie sind Götter! Wir haben uns bemüht, den Song aus Respekt nich allzu sehr zu verändern und den meisten Leuten scheint es zu gefallen. Ich denke, daß wir gute Arbeit geleistet haben. Das Stück ist einer unserer Favoriten bei den Konzerten. Was ihr neues Material angeht, nun, sagen wir, ich bevorzuge die alten Songs. Aber Max liebt ihr letztes Album.

Was hältst Du von der italienischen Szene?
Die italienische Szene scheint sich mehr für Power Metal zu interessieren. Jeder scheint hier Rhapsody, Hammerfall, Gammy Ray und solche Bands zu hören. Die undergroundszene für extremen Metal ist nicht besonders gut.

Für was interessierst Du Dich neben Musik noch?
Hm, Hobbies… yeah, Sex mit Toten, wahlloses Töten, Cadillacs sammeln, mit dem auferstandenen Elvis in Hollywood oder Vegas rumhängen, mit Satan ins Casino gehen… vollkommen gewöhlich, wie du siehst. Nein, im Ernst, wir machen Sport, hängen zusammen rum, gucken Filme, arbeiten, triken etc.

Seid Ihr mit Eurem Label (Die Hard) zufrieden?
Wenn man sich die Angebote angesehen hat, schien Die Hard die beste Wahl zu sein und bisher muß ich sagen, daß bis auf in Italien alles bestens läuft. Tja, es ist peinlich, aber wir in den italienischen Mags ist nichts über uns zu finden. Ansonsten arbeiten sie sehr professionell.

Wie sehen Eure Zukunftspläne aus?
Wir hoffen, daß wir bald ein paar neue Songs für unser zweites Album aufnehmen können, da wir schon neues, verherendes Material für euch alle haben. Außerdem wollen wir so viel wie möglich live spielen, um ‘Revived’ zu promoten.

Die letzten Worte gehören Dir.
Danke für das Interview. Unterstützt weiterhin den extremen Metal! Max.

Interview aus Eternity #21

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