Lacrima Christi Interview

Bereits in der # 11 waren sie mit „Kyrie Eleison“ auf unserem Eternity-Sampler vertreten, ein Song, der bei weitem nicht das ganze Spekrum dieser Band aus Kassel abdecken kann, denn in eine Schublade lässt sich ihre Musik nicht so einfach stecken. So zeigte sich nun Schlagzeuger Marco Gebert bereit, in diesem Interview genauer auf die Hintergründe Lacrima Christis einzugehen.

Habt ihr ‘94, als G. Zelazny und du die ersten metallischen Töne von euch gegeben habt schon daran gedacht, dass das Ganze mal in Lacrima Christi enden würde?
Wir haben vor Lacrima Christi schon zusammen in einer Band gespielt, wo wir Death Metal der härteren Gangart fabriziert haben. Diese Band löste sich dann auf und als sich dann neue Leute fanden, haben wir wieder eine Band gegründet und ihr den Namen Lacrima Christi verpasst. Das aktuelle Line Up setzt sich aus folgenden Leuten zusammen: G. Zelazny (guit./voc), Daniel Richter (bass/voc), Daniel Kuhlmey am Keyboard und mir, Marco Gebert (drums).

Seit Karsten (guit.) bei euch ausgestiegen ist, haltet ihr Ausschau nach einem Zweitgitarristen. Was hat sich da bisher getan? Sucht ihr noch Verstärkung?
Bei den Aufnahmen zu ‘Spiegel’, welche ‘99 produziert wurde, war Karsten noch mit von der Partie, verlor dann aber das Interesse an der Band. Bisher hat sich noch kein geeigneter Ersatz gefunden, wer also Lust hat, bei uns einzusteigen, sollte sich melden, ansonsten werden wir eben zu viert weitermachen.

Wie würdest du eure Musik stilistisch bezeichnen? Schon Katja hat sich damit in eurer Kritik recht schwergetan und euer progressives Gemisch als eine Art Gothic/Death/Thrash Metal bezeichnet. Mir geht es ähnlich, das Ganze lässt sich eben sehr schwer einordnen…
Ich würde es einfach als unsere Art, Death Metal zu spielen, bezeichnen. Wir haben unseren eigenen Stil gefunden, die einzelnen Songs sind alle sehr unterschiedlich und abwechslungsreich, dadurch lassen wir uns nicht einfach in eine Schublade stecken.

Gab es vor der Debut CD irgendwelche Veröffentlichungen und inwiefern unterscheidet sich die Musik von dem jetztigen Stand?
‘95 haben wir unser Demo „Räder des Schicksals“ herausgebracht, danach waren wir auf diversen Compilation CDs vertreten, z.B. Deathophobia, Only Death Is Real. Musikalisch haben wir uns insofern verändert, dass die Songs heute ausgereifter klingen, es hat also schon eine Weiterentwicklung stattgefunden. Der Stil ist jedoch der Gleiche geblieben.

Wo denkst du liegen eure Stärken und wie sehen die bisherigen Reaktionen auf das Album aus?
Unsere starke Seite ist sicherlich unsere Kreativität, was den Nachteil hat, dass die Leute, die es eher straight mögen, es schwer haben werden, in unserer Musik Fuß zu fassen. Auf ‘Spiegel’ haben wir jedoch fast ausschließlich positive Kritiken und Reaktionen bekommen.

Inzwischen ist mit „Cries For Lions“, „Masken-ball“ und einigen anderen Songs einiges an neuem Material entstanden. Plant man schon den ‘Spiegel’ Nachfolger? Inwieweit heben sich die neuen Stücke von ‘Spiegel’ ab und in welche Richtung tendieren sie?
Das neue Material ist weiterhin sehr abwechslungsreich gehalten, wir möchten einfach nicht, dass sich die Stücke einer CD alle gleich anhören, wie das bei vielen Bands der Fall ist. Jedes Lied sollte seinen eigenen Charakter haben. Sobald wir genug neue Songs geschrieben haben, werden wir unsere nächste CD veröffentlichen, wann das sein wird steht aber noch nicht fest.

Wie entsteht ein einzelner Song bei euch, wer kommt mit den Ideen an und wer entscheidet über die Umsetzung?
Die Stücke werden entweder von unserem Gitarristen oder Bassisten komponiert. Sie bring-en meistens die Ideen mit, über die Umsetzung derselben entscheiden wir aber grundsätzlich gemeinsam.

Gibt es neben Lacrima Christi noch Nebenprojekte?
Ja, ich habe vor kurzem mit einem weiteren Gitarristen eine zweite Band gegründet. Dort spielen wir ebenfalls Death Metal, jedoch in einem völlig anderen Stil als bei Lacrima Christi. Das Ganze ist etwas härter und geht eher in Richtung Florida Death…

Ich nehme an euren außergewöhnlichsten und erfolgreichsten Gig konntet ihr im Bella Italia verbuchen? Erzähl mal davon!
Ja, das war schon ein außergewöhnliches Erlebnis.Wir waren die einzige Band aus dem Ausland und wurden auch dementsprechend empfangen und umsorgt. So hatten wir z.B. unsere eigene Wohnung während des Aufenthaltes. Der Gig war großartig, Headliner waren damals Athena. Auch haben wir in Italien viele nette Leute kennengelernt und Kontakte geknüpft.

Wie schätzt du insgesamt die Auftrittsmöglichkeiten in eurer Region ein, welche Clubs ect. kannst du einem ordentlichen Metalfan empfehlen?
Momentan gibt es in Kassel nur den Musikförderverein, den ich empfehlen könnte. Jeden Samstag ist dort Metal-Night und außerdem bietet der Verein Undergroundbands Auftrittsmöglichkeiten (www.musikfoerderverein.de -Anm.  Verf.).

Gibt es einen Musiker, den du in irgendeiner Weise sehr bewunderst?
Richard Christy von Death!

Okay, dann gehören dir die final words…
Support real music – support the underground!

Marco Gebert, 
xxx
http://www.lacrimachristi.de