Headcrash Festival Oldenburg, 02.10.2014

headcrash festivalIm Amadeus in Oldenburg finden sich am Vorfeiertag gut 150 Besucher ein, um das diesjährige Headcrash Festival zu feiern. Mit dabei sind die Bands The Very End, Sethnefer, Buena Vista Suicide Club und „Ein Fisch Ohne Fahrrad“. Letztere ist für Undertow eingesprungen welche kurzfristige absagen mussten. Das ganze Programm gibt es für einen Zehner und kurz nach Acht geht es pünktlich mit der ersten Band los.

Buena Vista Suicide Club spielen an diesem Abend ihren ersten Gig überhaupt. So gibt es nur ein knappes Set mit gerade Mal sechsDSC_0045 Songs. Ein wenig spürt man die Nervosität schon, vor allem bei den Ansagen des Sängers, als er zum Beispiel plötzlich vom Ingwertee seiner Frau oder darüber was richtiger Metal ist philosophiert. Aber gut: Es lockert die Stimmung und die Musik trägt ihr übriges dazu bei. Es gibt eine Mischung aus Death- und Thrash Metal und zum Schluss lässt man es sich auch nicht nehmen eine Ballade anzukündigen, die selbstredend alles andere als ruhig ist. Beim Oldenburger Publikum kommt die Band sogar so gut an, dass man nach Zugabe schreit. Ironischer Weise hat die Band noch nicht mehr als sechs Songs im Repertoire, da es sie erst seit einem halben Jahr gibt . Aber Not macht erfinderisch und so wartet man kurz bis der Basser wieder auf die Bühne zurück kommt und dann wird einfach ein Song wiederholt.

DSC_0113Eingespielter wirken da Sethnefer. Jetzt gibt es eine Mischung Death Metal und Rock ‘n’Roll, aber die lustigen Sprüche bleiben bestehen. Diesmal nimmt man Transgenderkorrektheit und Busenforschung bei Frauen auf die Schippe, aber auch die Musik wird nicht vernachlässigt. Zunächst gibt es kleine Soundprobleme,doch spätestens beim dritten Song „Save Me“ hat man das unter Kontrolle und jetzt wird der Groove gefühlt. Vor allem beim Basser sieht man richtig, wie er in der Musik vertieft ist. Dennoch ist auch die stimmliche Leistung vom Gitarristen und Drummer (!) nicht zu verachten. Manche Soli wirken noch etwas holprig, aber die Masse scheint begeistert. Nachdenklich wird es zum Ende, als ein Lied an die, die nicht mehr unter uns sein können, angekündigt wird. Dennoch ist es ein außergewöhnlicher Abschluss von einem guten Konzerten.

Headliner sind The Very End. Eine Band, die zeigt , dass man gute Gigs auch mit Aushilfsmitgliedern spielen kann. Gleich drei von DSC_0315Final Depravity unterstützen den Gig und dennoch ist man ein eingespieltes Team, das sich in Szene zu setzen weiß. Hier und da werden Köpfe geschüttelt, das Publikum wird erfolgreich animiert und immer mehr sammeln sich vor der Bühne und ziehen mit. Der Gig ergänzt sich einfach perfekt zu den vorherigen. Wieder eine Mischung aus Thrash- und Death Metal, aber ebenso mit melodischen Einflüssen. Zwischendurch wird auch mal kurz „Painkiller“ angespielt um die Masse anzuheizen, aber das richtige Highlight kommt erst noch. Beim letzten Song wechselt man die Instrumente untereinander und man spielt einen Tribut an Kreator. Denn der Drummer von besagter Band ist der Special Guest an diesem Abend, der dann gemeinsam mit The Very End „Pleasure to kill“ zum Besten gibt. Eine sehr gelungene Überraschung, mit der wohl kaum einer gerechnet hat.

DSC_0381Zum Schluss gibt es noch eine Hardcoreband , mit dem skurrilen Namen „Ein Fisch Ohne Fahrrad“. Das Ganze ähnelt noch sehr einer Schülerband. Die Band ist auf der Bühne und die Klassenkameraden stehen davor. Doch der zweiter Blick lässt außerdem das Können des einen Sängers hervor strechen. Er kreischt, gröhlt mit solch einem starken Organ und überrascht damit so manch einen. Und es bleiben auch nicht all zu wenige, die sich dann noch an einem Circle Pit beteiligen. Zum Schluss will sich der Sänger tatsächlich noch ins Publikum schmeißen. Es gelingt ihm. Insgesamt zwar eher ein durchwachsener Gig, aber dennoch okay.

Dann kurz vor eins gehen die Lichter im Amadeus aus und man sieht viele zufriedene Gesichter. Der Abend war also gelungen.

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