Far Beyond “Songs of Hope and Sorrow” 5/6

Eigenproduktion
Bewertung: 5/6 -> mächtig
Spielzeit: 26:46
Songs: 4

Eugen Dodenhoeft, seines Zeichens Mastermind dieses Solo-Projekts veröffentlichte 2009 in Eigenregie die vorliegende EP “Songs of Hope and Sorrow”, welche als Vorgeschmack auf das 2010 erscheinende Album “Evernight” dient. Grob umrissen könnte man das ganze als sehr melodischen Metal mit Hang zur Melancholie beschreiben, der aber auch nicht vor Ausbrüchen in härtere Gefilde zurückschreckt.

Der erste Song startet mit Akkustikgitarrenklängen begleitet von einer gefühlvollen Cleanstimme, bevor der Song dann in Gothic Metal typische Klänge übergeht. Der Gesang wechselt zu meinem Erstauen zu harschen, kehligen Vocals, die mich stark an den Gesang alter Dark Age scheiben erinnert, bevor im Refrain erneut auf Cleanvocals zurückgegriffen wird, die mir wirklich sehr gut gefallen. Angetrieben wird das ganze von einem satten Doublebass Teppich. Nach einem ruhigen Mittelpart bricht der Song dann zum Schluss noch einmal richtig aus. Ein schönes Stück Musik. Hut ab!

Zu Beginn des zweiten Songs “Awake” musste ich doch ein wenig Schmunzeln, da mich das Intro total an ein Theme irgendeiner japanischer Manga-Serie erinnerte, ich weiß bis heute leider nicht, welche. Das tut der Sache aber keinen Abbruch. Hier wird gänzlich auf verzerrten Gesang verzichtet, der Song lebt von einem schönen Lead, dass sich durch den ganzen Track zieht. Der Titeltrack “Hope and Sorrow” beginnt erneut mit Akkustikgitarre und Cleanvocals und ist generell der ruhigste der vier Songs. Man könnte ihn schon fast als Ballade bezeichnen. “Tempus Fugit – Part I” ist wieder flotter und hier wird dann auch wieder auf die verzerrten Vocals zurückgegriffen, was ich persönlich ziemlich gut gelungen finde, weil es dem Ganzen mehr Abwechslung verleiht. Auch hier gibts wieder wie im Opener einen ruhigeren Mittelpart, bevor es noch einmal in die Vollen geht.

Mir gefällt diese Scheibe ziemlich gut, gerade weil alle Stilmittel gut miteinander verwoben werden, nichts wirkt aufgesetzt oder deplaziert, auch die Produktion ist schön transparent und druckvoll zu gleich, und dass wohlgemerkt bei einer Eigenproduktion. Für meinen Geschmack hätten allerdings die Cleanvocals gerade beim letzten Song etwas mehr in den Vordergrund gemischt werden dürfen, so klingt es ein bisschen, als würd er mit angezogener Handbremse singen. Mir hat die EP auf jeden Fall Lust aufs Album gemacht und es sollte doch schon mit dem Beelzebub zugehen, wenn mit dieser Bewerbung kein ordentlicher Deal an Land gezogen werden kann! Jedem Fan von melodischem, teils melancholischem Metal sei dieses Scheibchen auf jeden Fall ans Herz gelegt.

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