Exhumed “All guts, no glory” 6/6

Relapse Records
Bewertung: 6/6 – > Tipp!
Spielzeit: 36:17
Songs: 11

Fett! Richtig fett! Ich bin gelinde gesagt überrascht von “All guts, no glory”, da ich Exhumed in den letzten Jahren – genauer gesagt im letzten Jahrzehnt – vom Radarschirm verloren hatte und deshalb mit überschaubarer Erwartungshaltung an die CD heran gegangen bin. Schließlich war der gorelastige Death/Grind früherer Tage zwar unterhaltsam, aber nicht herausragend. So kann man sich täuschen. Bereits der Titeltrack “All guts, no glory”, unüblicherweise als knapp zweiminütiger Instrumental-Opener, tritt heftig ins Sitzfleisch und lässt aufhorchen. Nahtlos schließen sich zehn kompakte, straighte Death Metal-Kracher an, die allesamt mit den Attributen packend, furios, aufputschend, rasend, explosiv und catchy beschrieben werden können. Es gibt kaum mal Stillstand, Exhumed sind nahezu komplett mit Vollgas unterwegs oder falls doch einen kleinen Zacken langsamer mit unwiderstehlichem Groove (“Distorted and twisted to form”) zu Gange. Unbedingt zu erwähnen auch das Riffing und die Soli, die immer mal wieder wie aus dem Ärmel geschüttelt aufhorchen lassen. Anspieltipps dafür “As hammer to anvil” oder das grandiose “Dis-assembly line”. Ok, vielleicht lassen die Amis in Bezug auf die Gitarrenarbeit zu sehr Carcass (“Heartwork”-Phase) aufleben, aber das hört man ja heutzutage auch nicht so häufig und ich bin auf dem Auge auch glücklicherweise blind… hehe… Ebenfalls geil die Vocals: wahlweise verrückt-aufrüttelndes Geschrei oder dunkles Gegrowle. Auch wenn Exhumed im Laufe der Zeit eine musikalische Metamorphose durchgemacht haben, erinnern doch noch mehrere Dinge an die Historie der Band: das blutige Old-School-Logo, Titel und Texte vom Schlage “Your funeral, my feast”, “Through cadaver eyes” oder “So let it be rotten…so let it be done” und ein markiges Cover-Artwork, für das die vier Sickos selbst zu menschenfleisch-hungrigen Untoten mutierten. Nicht nur für die Carcass-Nostalgiker Pflichtstoff!

www.myspace.com/exhumed