Dead Eyed Sleeper “Through Forests of Nonentities” 6/6

Supreme Chaos Records
Bewertung: 6/6
Spielzeit: 42:15
Songs: 9

Wenn sich Mitglieder von Ahab und Fragments of Unbecoming daran machen eine Band aus der Taufe zu heben, welchen technischen Prog-Death Metal spielen soll, dann kann man schon einiges erwarten. In 2007 wurde dann das erste Album mit dem Titel „In Memory of Mankind“ unter dem Bandnamen Dead Eyed Sleeper veröffentlicht. Das Album war für ein Erstlingswerk schon beachtlich, aber dennoch gab es noch zu viele Unsicherheiten, in welche Richtung das Ganze gehen sollte.

Nun wurde das zweite Album veröffentlicht – und hiermit zeigen Dead Eyed Sleeper, dass das Potential von progressivem, technisch versierten Death Metal nach Bands wie Death und Necrophagist immer noch groß ist.

Das Album kommt mit einem recht schönen Coverdesign daher und die Lieder sind in drei Kapitel – Enclosure, Transformation und Exit – eingeteilt. Allem Anschein nach ist das textliche Konzept der Band im Bereich Transformation und Metamorphose im Moment des Schlafes und der „Nicht-Welt“ anzusiedeln.

Musikalisch unterscheiden sich die einzelnen Kapitel graduell voneinander. Im ersten Kapitel wird das Werk mit technisch anspruchsvollem, oft jazzigen Death Metal eingeleitet, wobei die Breaks und Riffs noch erahnbar erscheinen. Die Growls und Screams werden oft abgehackt und atemlos hervorgestoßen und wirken guttural.
Manche Passagen erinnern mich an die Alben von Sigh aus ihrer mittleren Schaffensphase, insbesondere was die atmosphärische Gestaltung betrifft.

Im zweiten Kapitel wird mit dem instrumentalen, symphonischen und doomlastigen Stück Metamorphosis ein Bruch durchgeführt. Die Lieder wirken düsterer, mächtiger und die Gitarrenriffs – noch immer komplex und mit Brüchen arbeitenden – werden walzender. Der Schlagzeuger Althammer spielt hier einige seiner besten Parts ein und mit „The Sleep“ wurde wahrlich ein Meisterwerk des progressiven Death/Dooms erschaffen.

Im dritten Kapitel Exit werden beide Stilrichtungen verschmolzen und der Hörer wird stark beansprucht. Unvorhergesehene Offbeats, frickeliges Schlagzeugspiel und häufig wechselnde Stimmläufe führen zu einer hohen Komplexität, in welcher aber sich die Idee des Albums zu verlieren droht. Hier scheint die Liebe zur technischen Perfektion die Überhand gewonnen zu haben.

Mit einem weiteren Instrumentalstück „Outstripping The Meander“ werden das Album und die drei Kapitel geschlossen.

Alles in allem ein wuchtiges, inspirierendes Album, welches sich im Bereich des progressiven Metals in den oberen Riegen etablieren wird. Kaufen!
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